Jetzt hat es auch den 1. FC Köln erwischt. Kurz nach Aschermittwoch setzte es die erste Heimniederlage seit dem 10. April 2016 (0:2 gegen Leverkusen).

Köln

Nach 1. Heimpleite fängt Kampf um Europa richtig an

Christian Brausch
04. März 2017, 21:40 Uhr
Foto: firo

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Jetzt hat es auch den 1. FC Köln erwischt. Kurz nach Aschermittwoch setzte es die erste Heimniederlage seit dem 10. April 2016 (0:2 gegen Leverkusen).

328 Tage war der FC ohne Pleite vor dem eigenen Publikum geblieben. Doch der FC Bayern in Topform war schlicht und ergreifend mindestens eine Hausnummer zu hoch.

Lediglich das Duell der Torjäger ging 0:0 aus. Kölns Anthony Modeste bleibt bei 17 Treffern, Bayerns Robert Lewandowski bei 19 Toren. In allen anderen Bereichen war der Rekordmeister meilenweit überlegen. 20:6 Torschüsse, 75 Prozent Ballbesitz. Kein Wunder, dass der FC auch das achte Spiel in Serie gegen den FC Bayern nicht gewinnen konnte. Lediglich Christian Clemens weiß aus dieser Truppe, wie es ist, Bayern mit Köln zu schlagen. Er war der einzige Spieler, der beim 3:2 am 5. Februar 2011 dabei war - und sogar traf zum 1:2.

Doch ohne sieben Spieler (Timo Horn, Sehrohr Guirassy, Marcel Risse, Leonardo Bittencourt, Kapitän Matthias Lehmann, Salih Özcan (krank) und Nationalspieler Jonas Hector (Gelbsperre) fielen aus) hatte das letzte Aufgebot der Kölner den Münchnern nicht viel entgegenzusetzen.

Abwehrspieler Dominique Heintz, der aufgrund der Personalnot erstmals auf der Sechserposition aushelfen musste, bilanzierte: "Bayern war sehr stark, aber wir haben das in der ersten Halbzeit auch gut gemacht. München musste schon einen Gang höher schalten, um die Tore zu machen. Es ist dann bitter, wenn du zwei oder drei gute Aktionen nach vorne hast, Manuel Neuer aber super hält. Nach dem 0:2 wurde es extrem schwer. Aber Bayern hat uns nicht auseinander genommen, da haben andere Mannschaft was anderes erlebt. Ich hätte Bayern gerne gesehen, wenn wir 1:0 in Führung gehen."

Was aber nicht passierte, weil eben Neuer den Kopfball von Yuya Osako parierte. Kölns Trainer Peter Stöger musste anerkennen: "Weltklasse. Greift er da mal daneben, wie gegen den FC Schalke, dann kann es spannend werden. Aber wenn er die zwei oder drei Szenen, die wir haben, auch noch rauspflückt, dann ist das überschaubar lustig." Sein Zusatz: "Wir müssen das Ergebnis akzeptieren, wir haben gegen eine Weltklassemannschaft verloren."

Was passieren kann, auch die Fans honorierten den Einsatz der Mannschaft am Ende mit lautstarker Unterstützung. Doch abseits der Partie gegen die Bayern bleibt auch der Fakt, dass Köln in den letzten 13 Partien nur drei Mal gewinnen konnte. Trotzdem bleibt der FC auf Platz sieben. Stöger nimmt es mit Humor: "Wir versuchen unseren Job zu machen und schauen dann, was am Ende dabei rauskommt. Gefühlt sind wir seit sechs Monaten Siebter, egal was wir machen, ob wir gewinnen oder verlieren. Es bewegt sich nix, scheinbar ist es schwer zu punkten in der Bundesliga."

Die nächste Möglichkeit für Köln bietet sich in einer Woche in Ingolstadt, ein anderes Kaliber als die Bayern. Da kann die Mannschaft zeigen, dass sie wirklich keine Ergebniskrise hat, wie Heintz nach dem Spiel betonte. "Wir sind immer noch auf Platz sieben. Wir lassen uns nicht verrückt machen. Wir haben nach hinten nichts verloren und sind weiter stabil. Momentan ist es bitter, jeder kleine Fehler wird bestraft. Wir machen uns in der Mannschaft auch keinen Kopf, wir wissen, was wir können. Ab nächster Woche geht es richtig los. Jetzt kommen die ganz wichtigen Partien. Wir wissen, um was es jetzt geht."

Denn wenn der Traum von Europa wirklich wahr werden will, muss die Mannschaft von Stöger mal wieder gewinnen, nachdem sie zuletzt zum ersten Mal in dieser Saison zwei Ligaspiele in Serie verlor. Allerdings gegen Leipzig und Bayern, was diesen Fakt etwas relativiert. Dafür kommen jetzt die Spiele, die darüber entscheiden, wo der Kölner Weg in dieser Saison hinführt. Ingolstadt, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Gladbach, Augsburg. Danach wissen sie in Köln, ob der Traum von Europa lebt...

Autor: Christian Brausch

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