Dortmunds Nationalspieler kann es nicht erwarten, heute gegen Leverkusen vor vollbesetzter Südtribüne zu spielen. Die Aussperrung 24.000 Unschuldiger zuvor empfindet er als

BVB

Weigl freut sich auf die Rückkehr der Gelben Wand

Andreas Berten
04. März 2017, 12:04 Uhr
Foto: firo

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Dortmunds Nationalspieler kann es nicht erwarten, heute gegen Leverkusen vor vollbesetzter Südtribüne zu spielen. Die Aussperrung 24.000 Unschuldiger zuvor empfindet er als "nicht gerecht".

Wenn gut ein Viertel der normalen Zuschauerzahl in einem Fußballspiel fehlt, bleibt das auch den Akteuren unten auf dem Rasen nicht verborgen. Kein Wunder, dass die Spieler von Borussia Dortmund sich in höchstem Maße auf das Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr/live auf Sky) freuen. Denn dann wird Europas größte Stehplatztribüne, die Südtribüne im Signal-Iduna-Park, wieder mit Menschen befüllt sein - so wie sich das gehört. "Wir alle wollen eine solche Situation nie wieder erleben müssen", sagt Julian Weigl vor dem NRW-Schlager, "nicht bei uns im Stadion und auch sonst nicht."

Dortmunds Nationalspieler hat dem Nachrichtenmagazin Focus von seinen Eindrücken am 21. Spieltag berichtet, als im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg die Gelbe Wand nur eine Graue Lücke war und sie nach der Sperre durch den Deutschen Fußball-Bund für Fans gesperrt war. "Das war surreal und ungewohnt", erinnert sich Julian Weigl an diese Partie. Der DFB hatte sich zu dieser Strafmaßnahme entschlossen, nachdem einige BVB-Fans beim Spiel gegen den bundesweit wenig geliebten Liga-Neuling RB Leipzig schon mit diversen beleidigenden sowie geschmacklosen Spruchbändern Grenzen überschritten und vor dem Stadion Leipziger Anhänger sogar mit Steinen beworfen hatten.

Dieses Verhalten einiger Unverbesserlicher verurteilt Weigl. Er hinterfragt aber auch den Sinn einer Kollektivstrafe, mit der neben den tatsächlichen Drahtziehern dieser inakzeptablen Aktionen viele, viele Unbeteiligte bestraft und vom Genuss eines BVB-Spiels auf der Südtribüne ausgeschlossen werden. "Natürlich ist es nicht gerecht, wenn 24.000 Unschuldige für ein paar Chaoten büßen müssen", erklärt der 21-Jährige. Gleichwohl erkennt Weigl die Problematik im Umgang mit Krawallmachern: "Vielleicht braucht es derart drastische Strafen, damit in der gesamten Gesellschaft ein Umdenken stattfindet." Auch wenn es viel Mut erfordern würde, könnten unter anderem auch die gegen Wolfsburg unschuldig Mitbestraften zu einer Wende beitragen: "Vielleicht müssen die fairen Fans sich mehr denn je gegen Randalierer und Gewalttäter stellen, im Fußball, aber nicht nur da."

Autor: Andreas Berten

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