Eine Altherrenmannschaft ist nichts besonderes. Das, was der TuS Union Mülheim zu bieten hat, dagegen schon.

TuS Union Mülheim

U80 - die ganz besondere Mannschaft

Vanessa Machelett
03. März 2017, 07:07 Uhr
Foto: privat

Foto: privat

Eine Altherrenmannschaft ist nichts besonderes. Das, was der TuS Union Mülheim zu bieten hat, dagegen schon.

Mittwoch, später Nachmittag, eine Gruppe alter Herren kommt auf den Trainingsplatz des TuS Union Mülheim. So zuerst keine Seltenheit, eine Altherrenmannschaft gibt es in fast jedem Verein. Doch diese Mannschaft aus Mülheim ist anders. Die Spieler haben alle schon ein Alter jenseits der Rentenjahre erreicht. Eine U80-Mannschaft – pure Fußballromantik.

U80? Nein, es hat sich niemand vertan. Es hat sich auch niemand verhört. Es hat auch niemand die 80 mit einer 18 verwechselt. Das hätte ja passieren können. Ist es aber nicht. Die U80 gibt es tatsächlich.

In dieser Mannschaft geht es nicht um Siege oder darum, möglichst viele Punkte zu sammeln. Der Grundstein ist der pure Spaß am Sport. Schon 31 Jahre lang gelingt es den Herren, diese Lust am Fußball auch im gehobenen Alter noch auszuleben. Angefangen hat alles mit sechs Vätern, deren Söhne beim TuS gespielt haben. Anstatt ihre Kinder nur zum Training zu bringen und sie wieder abzuholen, hatten sie die Idee, ihre eigene Mannschaft ins Leben zu rufen. Der Gründungstag der U80.

Inzwischen kommen immer wieder neue Gesichter zur Mannschaft. Meistens ehemalige Unioner, die sich aus der Altherrenmannschaft verabschiedet haben, sich aber doch nicht so ganz vom Fußball trennen können.

Die Mannschaft besteht allerdings nicht nur aus ehemaligen Spielern des TuS Union Mülheim. Keeper Manfred Stachelhaus erklärt, wie es mannschaftsintern zugeht: „Die meisten Spieler kommen von den alten Herren und vollen nicht gleich aufhören. Wenn dann mal ein Spieler von woanders kommt, wird der aber auch ganz schnell in die Gruppe integriert.“

Ein ganz besonderer Teil der Mannschaft ist Herbert Kreißel. Seit fast 60 Jahren ist er Mitglied beim TuS und hat als aktiver Spieler - und später auch als Trainer - den Verein entscheidend geprägt. Der Alltag ohne den inzwischen 86-Jährigen ist mittlerweile kaum noch vorstellbar. „Er gehört schon zum Inventar“, weiß Stachelhaus.

Eine schöne Aktion haben sich seine Mannschaftskollegen deshalb zu seinem 80. Geburtstag einfallen lassen. Vor dem Vereinsheim, in dem damals gefeiert wurde, hat die Mannschaft ein Straßenschild mit der Aufschrift „Herbert–Kreißel–Platz“ aufgestellt. Bis heute hat der Vorplatz diesen Namen behalten. Ehre, wem Ehre gebührt.

Obwohl bei der U80 des TuS Union Mülheim der Spaß ganz klar im Vordergrund steht, haben sie den Wettkampfgeist noch nicht komplett zu den Akten gelegt. Aus diesem Grund werden pro Jahr ein bis zwei Freundschaftsspiele ausgetragen. Danach, sowie nach dem Training, geht es ins Vereinsheim. Mit einem Bier und der Champions League auf dem Fernseher lassen sie dann den Tag Revue passieren.

Autor: Vanessa Machelett

Kommentieren