Nationalspieler Antonio Rüdiger ist beim Stadtderby in Rom rassistisch beleidigt worden. Bei der Partie im italienischen Pokal musste deshalb sogar der Stadionsprecher eingreifen.

Stadtderby in Rom

Antonio Rüdiger rassistisch beleidigt

RS
02. März 2017, 12:28 Uhr
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Nationalspieler Antonio Rüdiger ist beim Stadtderby in Rom rassistisch beleidigt worden. Bei der Partie im italienischen Pokal musste deshalb sogar der Stadionsprecher eingreifen.

Ein bitterer Abend für Nationalspieler Antonio Rüdiger und den AS Rom. Im Stadtderby mit Lazio verlor die Roma das Halbfinal-Hinspiel mit 0:2. Damit steht die Mannschaft von Trainer Luciano Spalletti vor dem Aus. Der Mittwoch jedoch wird dem gebürtigen Berliner, der in seiner Jugend unter anderem auch für Borussia Dortmund sowie in der Bundesliga für den VfB Stuttgart spielte, aufgrund anderer Vorfälle dauerhaft in Erinnerung bleiben.

Denn während des Spiels wurde der 23-Jährige von einigen Lazio-Fans wiederholt mit rassistischen Parolen sowie mit nachgeahmten Affenlauten bedacht. Das Verhalten stieß nicht nur bei den Gästen bitter auf. Sogar der Stadionsprecher im Römer Olympiastadion versuchte die Fans wieder zur Gesinnung zu bringen und rief dazu auf, die Anfeindungen zu unterlassen.

Nicht die erste Auffälligkeit

Es war nicht das erste Mal, dass der Klub derart in Erscheinung getreten ist. So wurde der ehemalige Kapitän des italienischen Klubs, Paolo Di Canio, wegen einer Tätowierung, die seine Zuneigung zum ehemaligen faschistischen Diktators Benito Mussolini offenbarte, beim Sender Sky Sport entlassen. Denn Di Canio war zuvor bereits einmal negativ aufgefallen. Im Jahr 2005 hatte er im Stadtderby mit AS Rom den Gruß der ehemaligen Mussolini-Faschisten gezeigt. Diese Geste wiederholte er im Spiel gegen AS Livorno, das nur etwa sechs Monate nach dem Derby stattfand.

Di Canio ist eingetragenes Mitglied in der Irriducibili (die Unbeugsamen), einer der größten Ultra-Gruppierungen Italiens. In dieser Gruppierung organisieren sich größtenteils Fans mit rechtsradikaler Gesinnung. Bereits mehrfach wurde Lazion Rom wegen des Verhaltens seiner Fans zu Geldstrafen verurteilt, ohne dass sich das Verhalten besserte.

Nun gibt es ein neues Kapitel in der unrühmlichen Geschichte der Lazio-Fans. So wurde der 2:0-Sieg, bei dem der ehemalige Dortmunder Stürmer Ciro Immobile nach der 1:0-Führung durch Sergej Milinkovic (29.) in der 78. Minute den 2:0-Endstand besorgte, gegen den Stadtrivalen AS Rom nur eine Randnotiz.

Autor: RS

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