Nationalspieler Mats Hummels hat den Umgang mit Spielern und Trainern seitens der Fans stark kritisiert.

Hummels kritisiert Fans

"Alles wird aggressiver"

01. März 2017, 18:25 Uhr
Foto: Getty Images

Foto: Getty Images

Nationalspieler Mats Hummels hat den Umgang mit Spielern und Trainern seitens der Fans stark kritisiert.

In einem Interview mit der Sport Bild hat Innenverteidiger Mats Hummels vom FC Bayern München den Umgang mit Spielern und Trainern durch Fans scharf kritisert. In den vergangenen neun, zehn Jahren sei der Umgang „immer respektloser geworden“, sagte der Nationalspieler. Diese Entwicklung müsse ein Bundesliga-Profi jedoch ertragen. „Die Hemmschwelle, Spieler zu beschimpfen oder zu beleidigen, liegt immer niedriger. Das ist etwas, womit wir klarkommen müssen. Der Trend ist, dass alles aggressiver wird.“

Beleidigungen oder gar Spuckattacken, wie Bayern-Trainer Carlo Ancelotti sie beim Auswärtsspiel des Rekordmeisters bei Hertha BSC erleben musste, seien nicht zu akzeptieren.

Auf uns, Trainer wie Spieler, projizieren vielen Fans ihren Frust und werden ausfallend
Mats Hummels

Hummels wurde nach eigener Aussage noch nie Opfer eines solchen Angriffs. Wohl aber habe er sich über einige Reaktionen von vereinzelten Fans gewundert: „Körperlich wurde es zum Glück noch nie. Aber es gab mehrmals Beleidigungsorgien, selbst wenn wir mal in einem Spiel nur ein Unentschieden geholt haben.“ Der ehemalige Kapitän von Borussia Dortmund schloss an: „Das waren Momente, in denen ich sehr überrascht war.“

Einen Grund für die ausufernden Beleidigungen und auch die körperlichen Angriffe will der 28-Jährige ausgemacht haben: „Auf uns, Trainer wie Spieler, projizieren vielen Fans ihren Frust und werden ausfallend.“

Dass sich Fans mit dem Erwerb einer Eintrittskarte für das Spiel dieses Recht erkaufen, findet Hummels nicht. „Beleidigungen oder Spuckattacken verstoßen ganz einfach gegen das Recht. Du kannst ja auch nicht durch die Stadt laufen und andere beleidigen oder anspucken. Das geht selbst dann nicht, wenn du teures Geld für eine Eintrittskarte bezahlst.“

Beim Auswärtsspiel der Bayern in Berlin (1:1) war Trainer Ancelotti von wütenden Hertha-Fans massiv beleidigt und sogar angespuckt worden. Daraufhin zeigte der Italiener den Mittelfinger in Richtung der Übeltäter. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes stellte das Verfahren gegen den 57-Jährigen ein. Ancelotti erklärte sich dazu bereit, eine Spende in Höhe von 5.000 Euro an die DFB-Stiftung zu zahlen.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren