Was ist bloß mit der Westfalia los? Nach der 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiss Ahlen II sind in Herne die kühnsten Optimisten verstummt. Denn mit nur vier mageren Pünktchen steckt der SCW tief im Tabellenkeller. Doch auf der Suche nach den Gründen für das bisher unglückliche Abschneiden sind die Verantwortlichen noch nicht fündig geworden.

Herne: Baum hat gesundheitlichen Rückschlag verkraftet

"Nicht in Hektik verfallen"

tr
08. September 2007, 12:08 Uhr

Was ist bloß mit der Westfalia los? Nach der 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiss Ahlen II sind in Herne die kühnsten Optimisten verstummt. Denn mit nur vier mageren Pünktchen steckt der SCW tief im Tabellenkeller. Doch auf der Suche nach den Gründen für das bisher unglückliche Abschneiden sind die Verantwortlichen noch nicht fündig geworden. "Gegen Ahlen hätten wir im ersten Durchgang den Sack zu machen müssen", hadert Michael Baum mit den vergebenen Chancen.

Doch der Abwehrrecke will nicht die Schuld in der Abteilung Attacke suchen: "Sami El-Nounou und Michael Erzen kamen auch nicht als gestandene Stürmer zu uns, sondern sind bei uns gereift. Vielleicht haben wir wieder das nötige Glück bei unseren jetzigen Angreifern und sie schlagen noch richtig ein."

Die Hoffnungen sind berechtigt, denn Trainer Frank Schulz kann bekanntlich gut mit Youngstern umgehen. Das ist auch dem 26-Jährigen bewusst, der trotz der düsteren Ausgangsposition nicht verzweifelt: "Es sieht schlimmer aus, als es ist. Ich will nichts schön reden, denn die Situation ist prekär, aber so schlecht spielen wir gar nicht. Wenn wir weiter hart an uns arbeiten, stellt sich der Erfolg ein." Doch einen Unterschied hat der Abräumer im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit ausgemacht. "In der letzten Saison haben wir viele Partien glücklich gewonnen. Dieses Glück haben wir derzeit nicht. Weder vorne, noch hinten, denn wir kriegen plötzlich Gegentore nach Standards. Das gab es schon lange nicht mehr."

Doch nicht nur sportlich ist Baum ein Kämpfer, auch den gesundheitlichen Rückschlag (RS berichtete) hat er verdaut. Die Auswirkungen seiner Schulter-Thrombose sind so gut wie überstanden. "Ich bin gerade in den letzten Zügen, das Medikament abzusetzen", berichtet der ehemalige Kornharpener. "Wenn der Heilungsprozess vollständig abgeschlossen ist, werde ich nichts mehr merken. Es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass es genetisch bedingt ist, oder dass ich verengte Blutgefäße habe. Ich brauche mir wohl keine Gedanken machen, dass es noch einmal wiederkommt." Doch die Krankheit hat ihm ein anderes Lebensgefühl vermittelt, denn "ich habe gesehen, wie schnell man aus dem Berufs- und Sportleben heraus katapultiert werden kann."

Apropos Katapult: Das würde der Westfalia auch mit Blick auf die Tabelle gut zu Gesicht stehen, denn mittlerweile ist der Abstand zu Rang elf auf fünf Zähler angewachsen. "Man wird dadurch immer unruhiger", gibt Baum zu. "Wir müssen endlich in Fahrt kommen, aber das Schlimmste wäre, jetzt in Hektik zu verfallen und uns gegenseitig die Schuld zuzuweisen." Und schon gar nicht vor dem richtungsweisenden Match beim Ranglisten-Letzten aus Wiedenbrück. "Diese Konstellation ist sehr heikel", weiß Baum. "Wer verliert, wird erst einmal den Anschluss an das Mittelfeld verlieren. Ein Remis hilft uns beiden nicht. Das wird eine heiße Kiste, aber wenn wir das abrufen, was wir können, werden wir mit einem Dreier nach Hause fahren."

Autor: tr

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