Die MSV-Frauen scheinen nach der Ampelkarte gegen Marina Himmighofen auf der Verliererstraße zu sein, machen aber aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3-Remis gegen den SC Freiburg.

MSV-Frauen

Irre Aufholjagd der Grings-Elf

Thomas Kristaniak
26. Februar 2017, 18:21 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Die MSV-Frauen scheinen nach der Ampelkarte gegen Marina Himmighofen auf der Verliererstraße zu sein, machen aber aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3-Remis gegen den SC Freiburg.

Als Schiedsrichterin Sandra Stolz zum letzten Mal an diesem Nachmittag ihre Pfeife betätigte, herrschte im PCC-Stadion eine Stimmung, als hätte der MSV Duisburg gerade schon den Klassenerhalt in der Frauenfußball-Bundesliga gesichert. So weit sind die Zebras natürlich noch lange nicht, doch die Ovationen der Anhänger hatte sich die Mannschaft von Trainerin Inka Grings dennoch verdient. In Unterzahl machte der Aufsteiger gegen den SC Freiburg aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3 (1:1) und baute damit den Vorsprung gegenüber dem ersten Abstiegsplatz auf vier Punkte aus.

Die erste Hälfte hat mir absolut nicht gefallen. In der Halbzeitpause gab es dann auch ein paar warme Worte
Inka Grings

Gästecoach Jens Scheuer machte nachher auf der Pressekonferenz einen recht verkniffenen Eindruck: „Wenn man sich die Chancen und Spielanteile anschaut, war das ein Punktgewinn für Duisburg. Wir haben nach dem 3:1 aufgehört, Fußball zu spielen.“ Paradoxerweise fing der MSV zu diesem Zeitpunkt erst so richtig damit an. Zwar waren die Gastgeberinnen nach 23 Minuten durch die wieder als Spitze aufgebotene Kapitänin Rahel Kiwic in Führung gegangen, die aus elf Metern den Ball über die Linie stocherte, doch nur neun Minuten später glich die Ex-Duisburgerin Hasret Kayikci per Kopfball aus. „Die erste Hälfte hat mir absolut nicht gefallen. In der Halbzeitpause gab es dann auch ein paar warme Worte“, sagte Inka Grings.

Die scheint Marina Himmighofen freilich etwas individuell interpretiert zu haben. Die Rückkehrerin, bei ihrem Heimdebüt vor der Pause schon mit Gelb bedacht, rutschte in der 53. Minute mit offener Sohle in Carolin Simon hinein – dafür gab’s die Ampelkarte. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste durch die eingewechselte Giulia Gwinn bereits mit 2:1 (47.). In der 71. Minute machte sie mit einem Distanzschuss, der vom Innenpfosten über die Linie trudelte, ihren Joker-Doppelpack perfekt.
War’s das? Einige der 523 Zuschauer machten sich schon auf den Heimweg. Inka Grings wählte die Devise „Alles oder nichts“, wollte die lange verletzte Steffi Weichelt bringen. Noch ehe der Wechsel vollzogen war, drückte Julia Debitzki den Ball nach einer Ecke zu ihrem ersten Bundesliga-Tor ins Netz. Mit Weichelt wurde es dann dramatisch und erfolgreich: Rahel Kiwic nahm ihre neue Sturmpartnerin per Doppelpass mit und musste unverhofft dann nur noch zum 3:3 ins leere Tor schieben (80.). Mit viel Engagement brachte der MSV dann den wertvollen Punkt über die Zeit.

Autor: Thomas Kristaniak

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