Der 1.FC Magdeburg ist als Tabellenzweiter der 3. Liga der schärfste Verfolger von Tabellenführer MSV Duisburg. Wir sprachen mit Gästetrainer Jens Härtel über das Spitzenspiel.

MSV-Gegner Magdeburg

"Unsere Fans sind hochemotional"

Timotheus Eimert
23. Februar 2017, 09:37 Uhr
Foto: Revierfoto

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Der 1.FC Magdeburg ist als Tabellenzweiter der 3. Liga der schärfste Verfolger von Tabellenführer MSV Duisburg. Wir sprachen mit Gästetrainer Jens Härtel über das Spitzenspiel.

Jens Härtel, das Hinspiel gegen den MSV Duisburg hat Ihre Mannschaft mit 1:2 verloren. Wie groß ist die Motivation, diese Niederlage wettzumachen?
Das ist ja schon eine ganze Weile her. Im Sommer war es eine ganz andere Phase, die wir mit unserer Mannschaft hatten. Wir waren noch in einer Findungsphase. Jetzt sind wir in einer anderen Verfassung, deswegen wird es auch ein anderes Spiel.

Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Die Tabelle lügt zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Der MSV Duisburg ist eine sehr stabile und erfahrene Mannschaft. Das sieht man auch an ihrer Altersstruktur. Fast alle in diesem Team haben schon höherklassig gespielt. Sie haben gute Einzelspieler, die alles mitbringen, was man in dieser Liga braucht: Tempo, hohe Robustheit. Zudem besitzt der MSV die nötige Cleverness, wenige Tore zu bekommen und im richtigen Moment zuzuschlagen. Das ist schon eine besondere Qualität. Für Duisburg ist es auch die große Chance, sich jetzt richtig abzusetzen. Sie werden versuchen, diese mit aller Macht zu nutzen. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und freuen uns auf dieses Spiel.

Welche Waffe könnte Ihr wieder erstarkter Torjäger Christian Beck sein? Kann er am Freitag den Unterschied ausmachen?
Christian ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft, aber er ist nicht alles. Für uns als Mannschaft wird es wichtig sein, dass wir versuchen, unser Spiel den Duisburgern aufzudrängen. Am Freitag wird sich entscheiden, wem dies besser gelingt.

Nach dem Spieltag könnte der Abstand zum Tabellenführer entweder nur noch vier Punkte betragen, oder der Abstand zu Ihren Verfolgern schmilzt. Ist die Angst größer, von Ihren Verfolgern eingeholt zu werden, oder die Motivation, den Abstand nach oben zu verringern?
Für uns ist das eine Wahnsinnsmotivation, den Abstand nach oben zu verkürzen. Angst haben wir vor gar keiner Situation, auch weil wir diese Saison schon ganz andere überstehen mussten. Wir fahren nach Duisburg, um drei Punkte mitzunehmen. Nichtsdestotrotz wissen wir, dass dieses Vorhaben bisher nicht viele Mannschaften geschafft haben. Aber jede Serie ist irgendwann einmal zu Ende, warum nicht am Freitag?

Zwei Unentschieden und ein Sieg in der Rückrunde. Wie zufrieden sind Sie bisher mit den Leistungen Ihres Team?
Wir hatten keinen einfachen Start. In Köln haben wir unsere schlechteste Saisonleistung abgerufen. Unterm Strich haben wir verdient verloren, auch wenn zum Ende ein Punkt drin gewesen wäre. Und das Spiel gegen Zwickau müssen wir aufgrund der Chancenanteile eigentlich gewinnen. Diese Punkte fehlen uns. Hätten wir drei Punkte mehr auf dem Konto, wäre ich mehr als zufrieden. Mit dem Sieg gegen Osnabrück haben wir jetzt Fahrt aufgenommen. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen.

Ist der Aufstieg im zweiten Drittligajahr überhaupt schon das Ziel?
Das Ziel vor der Saison war der Aufstieg mit Sicherheit nicht. Wie für viele andere Mannschaften der Liga ist für uns wichtig, dass wir 45 Punkte holen. Wenn man sieht, wie ausgeglichen die Liga ist. Woche für Woche sind Ergebnisse dabei, die im Vorfeld nicht zu erwarten waren. Deswegen ist Respekt und Demut vor dieser Liga angebracht. Der Aufstieg kommt von ganz alleine oder eben nicht. Andere Mannschaften haben sicherlich dieses Ziel, aber im Moment stehen wir auf diesem Platz und warum sollen wir da nicht am Ende stehen? Wir wollen aufsteigen, aber wir müssen nicht.

Das Spiel am Freitag ist überhaupt erst das dritte Aufeinandertreffen von Duisburg und Magdeburg. Bei der ersten Partie 2003 im DFB-Pokal hat ihr Manager Mario Kallnik im entscheidenden Elfmeterschießen getroffen. Duisburg gewann trotzdem 4:3. Spielt diese Niederlage für Ihre Mannschaft noch eine Rolle? Will Sie für Ihren Manager etwas gutmachen?
Ich höre von dieser Geschichte zum ersten Mal, auch die Mannschaft hat sich damit noch nicht befasst. Ich denke, dass dies jetzt nicht unbedingt auf die Agenda zu bringen ist. Dennoch werde ich Mario einmal darauf ansprechen, auch weil Magdeburg im DFB-Pokal hin und wieder für Furore gesorgt hat. Diesmal hat es eben knapp nicht gereicht.

Zum Schluss noch ein unschönes Thema - Die Sicherheitsvorkehrungen in Duisburg wurden erhöht, da es Hinweise darauf gab, dass Hooligans anderer Vereine mit dem 1.FC Magdeburg mitreisen. Wie sehr beschäftigt dies Ihre Truppe?
Wir nehmen es am Rande wahr. Unsere Fans sind hochemotional. Wenn dann irgendwelche Trittbrettfahrer dieses Spiel missbrauchen wollen, dann muss dies natürlich verhindert werden. Es wäre natürlich eine Katastrophe, wenn etwas passiert. Duisburg und wir werden von diesen Chaoten in Mitleidenschaft gezogen. Von dieser Seite ist das Vorgehen von Duisburg richtig, damit alles ruhig bleibt. Aber dennoch hoffen wir auf einen heißen Fight auf dem Rasen. Schenken werden wir uns nichts. Die Zuschauer auf den Rängen werden auch Gas geben, aber dennoch muss alles im Rahmen bleiben.

Autor: Timotheus Eimert

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