Die Zeiten, in denen der FC Bayern Stars wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Holger Badstuber oder Thomas Müller noch selbst ausbildete, sind längst vorbei.

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Gerland soll die neuen Lahms und Müllers finden

sid
22. Februar 2017, 14:44 Uhr
Foto: firo

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Die Zeiten, in denen der FC Bayern Stars wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Holger Badstuber oder Thomas Müller noch selbst ausbildete, sind längst vorbei.

Nun soll Hermann Gerland als künftiger sportlicher Leiter des neuen Leistungszentrums zusammen mit Jochen Sauer die mäßige Nachwuchsarbeit beim deutschen Fußball-Rekordmeister wieder auf Kurs bringen.

Die Erwartungen sind hoch. "Wenn man so ein tolles Ding hat, muss man auch alle drei Jahre einen Spieler für die erste Mannschaft rauskriegen. Wir müssen uns daran messen lassen, wie die Situation in fünf Jahren ist", sagte Präsident Uli Hoeneß unlängst. Ein Klub wie der FC Bayern dürfe es sich "nicht mehr erlauben, die nächsten fünf Jahre in der Jugendarbeit so zu gestalten wie die vergangenen fünf".

Der Österreicher David Alaba war in der Saison 2011/2012 der letzte Spieler, der es aus der Jugend nachhaltig zum Stammspieler und Leistungsträger gebracht hat. Für andere Talente wie Pierre-Emile Hojbjerg, Gianluca Gaudino, Emre Can oder Julian Green war der FC Bayern eine oder gar mehrere Nummern zu groß.

So musste der FC Bayern junge, vielversprechende Spieler wie zuletzt Joshua Kimmich oder Renato Sanches für viel Geld einkaufen. "In dieser Hinsicht müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen, denn im Nachwuchsbereich haben wir nicht gut gearbeitet", sagte Hoeneß. Das sei "die Schwachstelle des Vereins". Die A-Junioren waren zuletzt vor 13 Jahren deutscher Meister geworden, bei den B-Junioren ist es zehn Jahre her - für die Ansprüche des großen FC Bayern klar zu wenig.

Im Sommer wird nun das mehr als 70 Millionen Euro teure Nachwuchsleistungszentrum im Norden Münchens mit Blick auf die Allianz Arena eröffnet. Doch auch dann, so Hoeneß, "dürfen wir nicht glauben, dass die Spieler dort von alleine zu Stars werden. Wir müssen hart arbeiten, um nicht nur Steine, sondern auch Beine hervorzubringen."

Für diese Herausforderung scheint Gerland (62), derzeit Assistent bei den Profis von Carlo Ancelotti, der Richtige zu sein. Der "Tiger" genießt einen glänzenden Ruf als Förderer von Talenten. Gerland, der früher bereits erfolgreich im Münchner Nachwuchsbereich gearbeitet hat, gilt als Mann klarer Worte und "harter Hund". Unter Jupp Heynckes, Louis van Gaal und Pep Guardiola konnte er in den vergangenen Jahren zudem wertvolle Erfahrungen sammeln.

An die Seite von Gerland, der von einem "spannenden Projekt" sprach, stellen die Münchner Jochen Sauer. Der 44-Jährige besitzt aus Engagements bei Hertha BSC, dem VfL Wolfsburg und zuletzt viereinhalb Jahre bei Red Bull Salzburg reichlich Erfahrung. Sauer soll hauptsächlich für administrative Aufgaben zuständig sein.

"Wir sind davon überzeugt, dass wir mit Hermann Gerland und Jochen Sauer die verantwortungsvolle Aufgabe in erfahrene Hände übergeben haben. Insbesondere freue ich mich, dass Hermann die sportliche Leitung übernimmt, dessen große Verdienste für unseren Klub insbesondere in der Jugendarbeit unbestritten sind", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Wolfgang Dremmler, bisheriger Abteilungsleiter Junior Team, geht zum Saisonende in den Ruhestand. Heiko Vogel, derzeit noch sportlicher Leiter U16 bis U23, verlässt die Münchner.

Autor: sid

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