Die Rückrunde beginnt für Viktoria Resse so, wie die Hinrunde aufgehört hat - man gibt als Überraschungsmannschaft weiter den Ton in der Liga an.

Viktoria Resse

Conradi will nichts vom Aufstieg wissen

Julian Tilders
20. Februar 2017, 17:07 Uhr
Foto: Heiko Buschmann

Foto: Heiko Buschmann

Die Rückrunde beginnt für Viktoria Resse so, wie die Hinrunde aufgehört hat - man gibt als Überraschungsmannschaft weiter den Ton in der Liga an.

Trainer Frank Conradi hatte es in der Wintervorbereitung wirklich nicht leicht. Die Verletztenliste in Resse scheint endlos: wichtige Spieler wie Toptorjäger Sven Jubst, Defensivmann Tobias Leufke oder Mittelfeldspieler Taner Turpcu fehlen dem Coach langfristig, teilweise sogar mehrere Monate. Damit musste Conradi auch beim Heimspiel gegen den VfL Kemminghausen seine Planungen auf eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft abstimmen. Im Vorfeld stapelte der Viktoria-Trainer tief und beteuerte, dass „selbst das Schlusslicht den Spitzenreiter bezwingen kann“.

Aber so kam es dann doch nicht: Die bisherige Mannschaft der Saison aus Resse bestätigte ihre Form, bezwang Kemminghausen mit 3:0 (0:0) und rächte sich so für die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel. Für Kemminghausen wird es durch die Niederlage nicht einfacher sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Dass Viktoria Resse trotz der immensen Verletzungssorgen zu solch einer souveränen Leistung fähig ist, war aber laut Conradi so nicht unbedingt zu erwarten: „Wir haben uns in der ersten Hälfte schwer getan."

Wir sind in der Breite sehr gut aufgestellt!
Frank Conradi

Umso besser, wenn das Team die Substanz in der Breite besitzt. Das volle Lazarett in Resse zwingt nun andere dazu, Verantwortung zu übernehmen und ins Rampenlicht zu treten. „Wir sind in der Breite sehr gut aufgestellt!“, urteilt der 45-jährige Conradi stolz. Mit Stefan Colmsee, Dominik Hanemann und Mike Neumann haben gegen Kemminghausen drei verschiedene Spieler getroffen. Ein Job, den bisher vor allem der verletzte Jubst erledigt hat – nur ein Zeichen für die Qualität der Mannschaft. Wo soll es also hingehen für die Gelsenkirchener? Eine Frage, der der Erfolgstrainer gerne ausweicht.

Als Spitzenreiter mit noch elf Ligaspielen vor der Brust würden die meisten vom Aufstieg sprechen und anfangen, zu träumen. In Gelsenkirchen-Resse jedoch versucht man, die Mannschaft auf dem Teppich zu halten, schließlich sei das ursprüngliche Saisonziel der Klassenerhalt gewesen, so Conradi. „Für mich sind Schüren und Solingen die Top-Aufstiegskandidaten. Gegen Schüren wird uns in zwei Wochen ein harter Kampf erwarten.“ Und dennoch: Bei Viktoria Resse hat man garantiert keine Punkte zu verschenken – egal wie vehement man die Aufstiegsambitionen auch von sich weist.

Autor: Julian Tilders

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