Am Samstag war in Dortmund die Südtribüne leer, in Bochum die Westtribüne – und das ohne Sanktionen des DFB.

VfL Bochum

Verbeek beklagt sinkende Zuschauerzahlen

19. Februar 2017, 20:28 Uhr
Foto: firo

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Am Samstag war in Dortmund die Südtribüne leer, in Bochum die Westtribüne – und das ohne Sanktionen des DFB.

Gerade einmal 11.123 zahlende Besucher lockte des Heimspiel des VfL gegen die Würzburger Kickers noch an. Erschreckend, denn es darf daran erinnert werden, dass der VfL das einzige Team der 18 Zweitligisten ist, das in dieser Spielzeit noch keines seiner bisher zehn Heimspiele verloren hat. Nicht einmal gegen die Top-Teams aus Stuttgart, Hannover oder Braunschweig. Trainer Gertjan Verbeek hatte schon angesichts der desaströsen Vorverkaufszahlen die mangelnde Resonanz angesprochen: „Die Mannschaft bekommt nicht das, was sie verdient.“

Neutrale Betrachter werden nach dem 2:1 (0:1)-Zittersieg gegen Würzburg zu der Erkenntnis gelangt sein, dass die Partie wie schon beim Rückrundenheimauftakt gegen Karlsruhe nur biedere Hausmannskost bot. Und doch: Wenn eine Mannschaft allen negativen Vorzeichen zum Trotz und drohenden Abstiegskampfwolken am Himmel so fightet, dann kann man auch das Glück erzwingen.

Samstag in Bochum waren die Schlagzeilen sechs Minuten vor dem Ende bereits geschrieben. Der VfL lag 0:1 zurück und hatte dank Torwart Manuel Riemann noch eine Minimalchance. Was dann aber zwischen der 84. und 87. Minute passierte, war wieder einmal ein Beweis für die Unwägbarkeiten des Fußballs. Dass Tom Weilandt (84.) und Dominik Wydra (87.) für die sensationelle Wende sorgten, war auch Verbeek geschuldet. Offen und ehrlich gestand der Niederländer ein: „Der Gegner hat uns mit seiner Aufstellung überrascht, wir hatten deutliche Probleme mit den Umstellungen beim Gegner. Dann bekommen wir noch dieses Gegentor, da wurde es schwierig.“

Doch zur Pause korrigierte der Coach einiges: Mit Nico Rieble und Jan Gyamerah nahm er beide Außenverteidiger raus, stellte den wiedergenesenen Pawel Dawidowicz in die Dreierkette neben Felix Bastians uns Tim Hoogland und belebte nach einer Stunde das Mittelfeldspiel mit der Einwechslung von Wydra. Verbeek: „Wir brauchten mehr Offensivkräfte und ich habe den Spielern gesagt, dass die zweiten Bälle wichtig werden. Natürlich hatten wir auch das nötige Glück. Wir haben uns die Punkte erkämpft, deshalb muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen.“

Ein Blick auf die Tabelle verrät, wie wichtig der erste Heimdreier 2017 für die Gastgeber war. Johannes Wurtz, zuletzt Torschütze vom Dienst und diesmal immerhin Vorlagengeber zum 2:1: „Unglaublich, wie wir über 90 Minuten an uns geglaubt haben. Dass wir zurückgekommen sind, nach der schwierigen Situation, lag nicht nur an uns. Die Fans haben unsere fußballerischen Defizite einfach ignoriert und uns überragend unterstützt. Auch deshalb haben wir das Spiel gedreht. Ich bin überglücklich.“

Doch auch nach dem Spiel, das der VfL gegenüber der Vorwoche unverändert bestreiten konnte, steht neue Rotation ins Haus: Marco Stiepermann sah die fünfte Gelbe Karte, wird in Nürnberg fehlen und dürfte den Weg für Torschütze Wydra freimachen. Aber auch die anderen beiden eingewechselten Akteure, Dawidowicz und Weilandt, meldeten mit ihren Leistungen Ansprüche an. Weitere Veränderungen sind möglich. Nach fünf Monaten Verletzungspause könnte Rechtsverteidiger Stefano Celozzi zurückkehren oder gar auf links Timo Perthel, was die personelle Not deutlich lindern würde, zumal Kapitän Patrick Fabian abseits der Schlagzeilen sich in den letzten Tagen schon wieder einem Eingriff am Knie in der Viktoria-Klinik unterziehen musste. Doch nach der OP gab es schon eine leichte Entwarnung: Diesmal wird er wohl nicht lange ausfallen.

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