Eine gewisse Niedergeschlagenheit war auch am Tag danach noch feststellbar bei Pierre-Emerick Aubameyang.

BVBs Aubameyang

„Es war ein schwarzer Tag für mich“

Daniel Berg
15. Februar 2017, 20:54 Uhr
Foto: firo

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Eine gewisse Niedergeschlagenheit war auch am Tag danach noch feststellbar bei Pierre-Emerick Aubameyang.

Leise sprach er, wie zum Ausdruck eines tiefen Bedauerns. „Es war ein schwarzer Tag für mich und ich möchte mich bei allen entschuldigen“, sagte der Stürmer von Borussia Dortmund kurz vor dem Abflug aus Lissabon, wo das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Benfica trotz eindeutiger Überlegenheit auf kuriose Weise mit 0:1 verloren gegangen war.

Und Aubameyang, der Torjäger, war die traurige Figur dieses Abends. Sogar sein Lächeln, das ihn sonst stets zuverlässig begleitet, war beim Verlassen des Stadions verschwunden.

Elfmeter halbherzig und halbhoch
Bei zwei klarsten Chancen versagten dem 27-Jährigen, der in dieser Bundesliga-Saison schon 17 Treffer erzielt hat, die Nerven. Als er dann noch einen Elfmeter verschoss – halbherzig und halbhoch in die Mitte – war seine Leistung zu einem Ärgernis geworden.

Sekunden nach dem Fehlschuss winkte Trainer Thomas Tuchel an der Seitenlinie André Schürrle zum Wechsel heran. Der Mann, der sonst Tore garantiert, musste vom Feld, obwohl ein Tor nötig war.

Diese Konstellation genügte, um reflexhafte Empörung hervorzurufen. Sogar bei einem, der sonst als Gentleman gilt. Aber Ottmar Hitzfeld, früherer Dortmunder Meistertrainer und nun Experte des Privatsenders Sky, kritisierte die Auswechslung als einen Akt der öffentlichen Demütigung: „Das hätte ich nicht gemacht.“ Dabei gab es für die Entscheidung des Trainers, die - wie Tuchel betonte – „keine erzieherische Maßnahme“ war, gute Argumente. Aubameyang sei seit seiner Rückkehr vom Afrika-Cup körperlich „nicht im hundertprozentigen Zustand“ und daher ohnehin ein Kandidat für eine Auswechslung gewesen.

Aubameyang gab kleinmütig zu: „Es stimmt, ich habe durch den Afrika-Cup keine richtige Vorbereitung gehabt und fühle mich etwas müde. Ich kann die Entscheidung des Trainers verstehen. Was andere darüber denken oder sagen, interessiert mich nicht.“ Doch die Sorge des Torjägers ist auch eine Sorge des BVB. Weil nicht nur Aubameyang derzeit kaum Tore schießt.

„Wir haben das Problem schon länger“, stellt Sportdirektor Michael Zorc fest. In den sechs Spielen des neuen Jahres erzielte Dortmund nur sechs Tore, Aubameyang eines davon. Trotz bester Chancen. Zorc: „Wir brauchen noch mehr Willen, das Tor machen zu wollen.“

Bürki erwartet Aubameyang-Tor

Die Frage, wer dieser Anweisung am Samstag gegen den VfL Wolfsburg in vorderster Front nachkommen soll, dürfte Tuchel also durchaus noch beschäftigen. Schürrle wäre eine gute, weil erprobte Option. Oder doch wieder Aubameyang? „Er hat uns schon so oft den Arsch gerettet“, sagt Torwart Roman Bürki, „ich bin überzeugt, dass er Samstag wieder trifft.“
Zuspruch von allen Seiten für den traurigen Torjäger, der am Tag danach zumindest wieder lächeln konnte.

Autor: Daniel Berg

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