Die Zahlen klingen nicht gut: Nur eines der letzten neun Spiele hat der VfL Bochum gewinnen können.

VfL Bochum

Es gibt zu viele Baustellen

Michael Eckhardt
15. Februar 2017, 08:47 Uhr
Foto: firo

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Die Zahlen klingen nicht gut: Nur eines der letzten neun Spiele hat der VfL Bochum gewinnen können.

Rang 13 mit lediglich sechs Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen ist nicht das, was sich die Macher in Bochum erträumt haben vor Saisonbeginn. Aber von Abstiegsangst und wachsendem Druck will niemand etwas wissen.

Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage in Hannover, wo sich der VfL am Montag als ebenbürtig präsentierte, sagte Sportvorstand Christian Hochstätter: „Was glauben Sie, wenn ich so ein Spiel sehe, wo ich hinschaue? Nach oben.“

Enorme Leistungsschwankungen
Fragt man nach den Gründen für den ausbleibenden Erfolg, dann werden zunächst die personellen Probleme als Folge der vielen Verletzungsausfälle genannt. Trainer Gertjan Verbeek ist niemand, der sich beklagt. Aber für ihn spielt es eine große Rolle, dass er jede Woche gezwungen ist, Veränderungen vorzunehmen. Sicherheit kann sich so nicht einstellen. Die Leistungsschwankungen sind enorm.

Betroffen sind besonders die Außenpositionen. Die Verteidiger Stefano Celozzi und Timo Perthel waren in der vergangenen Spielzeit Leistungsträger und spielten praktisch durch. Beide fallen seit geraumer Zeit aus und können nicht gleichwertig ersetzt werden. Jan Gyamerah (21) zeigt auf der rechten Seite gute Ansätze, ist aber derzeit gesundheitlich noch zu instabil, um eine tragende Rolle spielen zu können. Nico Rieble (21) auf der linken Seite müht sich nach Kräften, erzeugt aber besonders in der Offensive keinerlei Wirkung. Womit dem VfL Bochum eine Waffe fehlt, die in der Vergangenheit so manches Tor und so manchen Punkt beschert hat.

Problematisch ist aber auch die Besetzung der offensiven Flügel. Kevin Stöger schien sich kurz vor seinem Kreuzbandriss auf dem richtigen Weg zu befinden, präsentierte sich wendig und temporeich. Seit seinem Ausfall behilft man sich so gut es eben geht. Nils Quaschner, eigentlich die Alternative zu Peniel Mlapa in der Spitze, versucht nun schon seit geraumer Zeit, die Lücke zu schließen. Das gelingt mal etwas besser, mal weniger gut. Mal gar nicht.

Auf der rechten Seite wechseln sich drei Spieler ab, weil keiner von ihnen so richtig zu überzeugen versteht. In der Summe entwickeln die Flügelspieler viel zu wenig Torgefährlichkeit. Nur sechs der bisher 27 erzielten Bochumer Treffer gehen auf ihr Konto. Vielleicht auch deshalb ist die Fluktuation innerhalb des Teams erheblich größer als in der Vorsaison, in der es noch eine recht klar definierte Stammbesetzung gab, ebenso wie eine deutliche Positionierung der Spieler.

Nur einmal steht die Null
Wird, warum auch immer, zu oft gewechselt, dann schwindet fast automatisch auch die Stabilität. Sechsmal konnten die Bochumer bisher eine Führung nicht ins Ziel bringen, zweimal allein gegen Hannover. Und: Nur einmal stand die Null – beim mühevollen 1:0-Sieg gegen den TSV 1860 München.
Zwar ist der VfL Bochum in Hannover leer ausgegangen, aber auffällig ist, dass die Mannschaft gegen die Top-Teams der Zweiten Liga stets auch eine angemessene Leistung abzurufen imstande ist, während in den übrigen Spielen oft Schmalhans Küchenmeister war. Vor allem auswärts. In Würzburg, Düsseldorf, Kaiserslautern, Fürth und Bielefeld blieb die Mannschaft deutlich unter ihrem Niveau.

Es wäre also nicht so schwer gewesen, auf mehr als nur den einen Auswärtssieg in Aue zurückschauen zu können.

Autor: Michael Eckhardt

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