Am Montagmittag ist es so weit. Bis dahin muss Borussia Dortmund bekannt geben, wie man umzugehen gedenkt mit jenem Strafantrag, den der Deutsche Fußball-Bund am Freitag zugestellt hat.

BVB

Für Tuchel wäre die Sperrung der Südtribüne ein Drama

Sebastian Weßling
13. Februar 2017, 07:43 Uhr
Foto: firo

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Am Montagmittag ist es so weit. Bis dahin muss Borussia Dortmund bekannt geben, wie man umzugehen gedenkt mit jenem Strafantrag, den der Deutsche Fußball-Bund am Freitag zugestellt hat.

Der fordert neben einer Geldstrafe von 100.000 Euro die Sperrung der Südtribüne für ein Heimspiel wegen des Fehlverhaltens der Dortmunder Fans beim Bundesligaspiel gegen RB Leipzig und zu einigen anderen Anlässen.

Lehnt der BVB ab, kommt der Fall vors DFB-Sportgericht. Stimmt er zu, bliebe im kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) die legendäre Stehplatztribüne mit ihren 25.000 Plätzen leer.

Südtribüne ist für Tuchel etwas ganz Besonderes

Für BVB-Trainer Thomas Tuchel wäre das „ein Drama“. Wir sprechen von der Tribüne in Europa und vielleicht der Welt schlechthin, einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine besondere Symbolkraft hat“, sagt er. „Und wir sprechen auch von der Südtribüne, die auf eine unglaublich mitfühlende Art im Spiel gegen Mainz den Support eingestellt hat, aufgrund eines Unglücks auf der Tribüne. Wir sprechen von der Südtribüne, die ausgezeichnet wurde für die Stimmung in den Spielen gegen Liverpool. Das sind die gleichen Menschen, die gleichen Dauerkartenbesitzer.“

Der BVB-Trainer sprach seine Worte am Rande einer Veranstaltung im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund, bei der er mit dem Sozialwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht über das Thema Spielkultur diskutierte. Es war ein Gespräch losgelöst vom aktuellen Spielgeschehen, über Parallelen zwischen Universitätsbetrieb und Spitzensport, über das Fordern und Fördern von Talenten, über Licht und Schatten des Fußballgeschäfts. Tuchel präsentierte sich einen Tag nach der 1:2-Niederlage bei Bundesligaschlusslicht Darmstadt 98 aufgeräumt, charmant und unterhaltsam.

Am Dienstag spielt der BVB gegen Benfica Lissabon
„Gestern um viertel nach fünf hätte ich impulsiv gesagt, so eine Veranstaltung fällt mir heute schwer“, sagte er später. Aber vielleicht sei es ja gerade in solchen Zeiten gut, mal den Kopf freizubekommen und sich mit etwas ganz anderem zu beschäftigen. Ganz entkommen aber konnte er dem Alltagsgeschäft nicht, nach dem Auftritt ging es schnell wieder um das Darmstadt-Spiel: „Gestern war schon ein außergewöhnlicher Tag, weil wir sehr viele Torschüsse zugelassen haben, viele Konter nicht verhindern konnten und selbst eingeleitet haben durch leichtsinnige Ballverluste“, sagte Tuchel. Aber zuletzt habe man sehr gut verteidigt. „Das Paradebeispiel war gegen Leipzig, die kaum eine Kontermöglichkeit gegen uns hatten“, so Tuchel. „Wir können das, wir können das auf einem hohen Niveau. Wir können es aber offensichtlich in der Favoritenkonstellation nicht so gut - da sind wir auf Ursachensuche.“

Dass die Mannschaft in den Spielen gegen vermeintlich kleine Gegner nicht immer an ihr Leistungslimit geht, ist kein neues Problem, sondern schon die ganze Saison über zu betrachten. Immerhin: Im nächsten Pflichtspiel besteht diese Sorge eher nicht, am Dienstag geht es in der Champions League, also auf einer der größten Bühnen des Weltfußballs, im Achtelfinal-Hinspiel zu Benfica Lissabon. Tuchel ist sicher, dass seine Spieler dann kein Problem mit der Motivation haben werden: „Ich habe großes Vertrauen, dass uns das am Dienstag gelingt“, sagt er. „Auch wenn es sehr schwer wird.“

Autor: Sebastian Weßling

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