Für Schalkes Sportvorstand Christian Heidel könnte das Thema Leon Goretzka jetzt knifflig werden.

Schalke

Manager Heidel muss um Goretzka kämpfen

Thomas Tartemann
12. Februar 2017, 19:11 Uhr
Foto: firo

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Für Schalkes Sportvorstand Christian Heidel könnte das Thema Leon Goretzka jetzt knifflig werden.

Die Gala-Vorstellung, die Goretzka beim 2:0 (1:0) über Hertha BSC Berlin zeigte, hat seinen Marktwert noch weiter nach oben schießen lassen.

Neben dem italienischen Spitzenklub Juventus Turin sollen auch Hochkaräter aus der englischen Premier League aufmerksam geworden sein. „Ich werde kein Preisschild irgendwo verteilen“, sagt Schalkes Sportvorstand Christian Heidel, „wir wissen, dass Leon für uns ein ganz wichtiger, elementarer Spieler ist.“

Den Makel, kein eiskalter Vollstrecker zu sein, hat Goretzka gegen Berlin abgestreift. Der Offensivmann war nicht nur starker Antreiber, sondern auch Knipser. Sein drittes Saisontor, das er aus 18 Metern nach einem Sololauf von der Mittellinie erzielte (62.), zählt zu den schönsten Schalker Treffern der aktuellen Spielzeit.

Stehende Ovationen für Goretzka

Als Trainer Markus Weinzierl seinen Leistungsträger zwei Minuten vor Schluss auswechselte, gab es stehende Ovationen und laute „Leon Goretzka“-Sprechchöre.

Nach viel Frust zu Beginn des Jahres gingen dem 22-Jährigen diese Beifallsbekundungen runter wie Öl: „Das war ein Gänsehaut-Moment mehr für mich auf Schalke.“

Goretzka spielte sich durch seine starke Leistung auch in die Herzen der S04-Anhänger, die ihn bisher nicht als ihren absoluten Liebling verinnerlicht hatten. Sein hohes Ansehen beim Publikum könnte noch zu einer wichtigen Trumpfkarte werden. Nämlich dann, wenn es mit der angestrebten vorzeitigen Vertragsverlängerung richtig heiß wird.

Heidel hat "immer einen Fahrplan"

Heidel ist bestrebt, das im Juni 2018 auslaufende Arbeitspapier seines Nationalspielers vorzeitig um drei oder vier Jahre zu verlängern. „Ich habe immer einen Fahrplan“, so der Sportchef, „den gebe ich aber öffentlich nicht bekannt.“

Der 53-Jährige argumentiert: „Leon spielt schon sehr lange auf Schalke. Er weiß, was er hier hat und welche Rolle er spielt. Goretzka braucht das richtige Gefühl. Wir reden nicht darüber, dass sein Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. Deswegen muss man jetzt keine Hektik reinbringen, die nicht von Nöten ist.“

Goretzka selbst zählt zu den Spielertypen, die ein funktionierendes Umfeld brauchen, um auf hohem Niveau zu spielen. Goretzka wohnt noch bei seinen Eltern in Bochum, hat hier seinen Freundeskreis und benötigt nur ein paar Minuten Anfahrtsweg nach Schalke. Sein Stellenwert für die Königsblauen ist immens hoch.

Weinzierl hört die Pfeile fliegen

Dass Goretzka trotz sportlichen Drucks den Spaß nicht zu kurz geraten lässt, kommt bei den Fans gut an. Zu seinem Geburtstag bekam er eine Dartsscheibe geschenkt und hängte sie in der Kabine auf. Zusammen mit den Dart-Partnern Guido Burgstaller, Alessandro Schöpf und Klaas-Jan Huntelaar entwickelte Goretzka den Pfeil-Jubel, der gegen die Hertha gleich zweimal mit angedeuteten Würfen auf eine imaginäre Dartsscheibe vorgeführt wurde.

„Wenn dadurch das Zielwasser bei den Jungs besser wird, ist das völlig okay“, lacht Heidel und sagt: „Wenn ich versuche, mit einem Pfeil die Mitte zu treffen, klappt das nicht.“ Das größte Problem mit dem Dart-Zeitvertreib hat offenbar Markus Weinzierl. „Die Scheibe hängt direkt neben meiner Trainerkabine. Dadurch ist es manchmal sehr laut“, lacht der Trainer. Er wird es verschmerzen.

Autor: Thomas Tartemann

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