Hinter Mirkan Aydin vom SC Preußen Münster liegen bewegende Jahre als Fußballprofi. Vor dem Knallerspiel in der dritten Liga beim MSV Duisburg blickt er zurück.

Preußen Münster

„Trainer wünschen sich Spieler wie mich“

Christian A. Hoch
11. Februar 2017, 15:12 Uhr
Foto: firo

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Hinter Mirkan Aydin vom SC Preußen Münster liegen bewegende Jahre als Fußballprofi. Vor dem Knallerspiel in der dritten Liga beim MSV Duisburg blickt er zurück.

Mit 29 Jahren befindet sich [person=1767]Mirkan Aydin[/person] im besten Stürmeralter. Einst in der Jugend bei der SG Wattenscheid 09 für nicht gut genug befunden, blickt er heute auf eine Karriere zurück, von der viele nur träumen. Aydin spielte in Deutschland, der Türkei und Schweden – bei Preußen Münster schließt sich nun der Kreis.

Herr Aydin, Deutschland, die Türkei und Schweden. Welches Land spielt den besseren Fußball?
(lacht) Deutschland ist und bleibt im Fußball das Maß aller Dinge. Andere Länder orientieren sich an den Strukturen und an die Art, Fußball zu spielen. In der Türkei und auch in Schweden versucht man, an Deutschland heranzukommen. In der Türkei kommt es aber mehr auf individuelle Qualität an und die Fans sind noch emotionaler als in Deutschland. Die Trainer wünschen sich im Ausland aber Spieler wie mich, die beides erlebt haben und darüber berichten können. Junge Spieler schauen zu dir auf und wollen viel von dir lernen.

War es immer ihr Wunsch, so viel in der Welt herumzukommen?
So wirklich geplant hatte ich das eigentlich nicht. Mit der Zeit haben sich aber immer wieder neue Wege aufgetan, die ich dann auch eingeschlagen habe. Ich durfte sehr viele schöne und wichtige Erfahrungen für mein Leben machen. Von anderen Kulturen lernen zu dürfen, ist ein großes Privileg für mich.

Wie schafft man es, sich immer wieder an die neuen Verhältnisse anzupassen und dabei sein hohes spielerisches Niveau zu halten?
Als Profifußballer musst du einfach damit umgehen können. Klar, es gibt immer wieder markante Unterschiede, aber im Laufe der Jahre lernt man die Abläufe, das Land und die Menschen immer besser kennen. Die Zeit und die Unterstützung spielen bei der Akklimatisierung eine sehr große Rolle.

Über Umwege landeten Sie zu Beginn ihrer Karriere im Profikader des VfL Bochum, wurden zum Leistungsträger. War Bochum die schönste Zeit in ihrer bisherigen Laufbahn?
Auf jeden Fall war es meine erfolgreichste und natürlich noch dazu eine der schönsten. Ich durfte mein Bundesliga-Debüt gegeben und in der zweiten Liga viele Tore geschossen. Die Relegation 2011 war sehr prägend für mich, auch wenn es leider nicht mit dem Aufstieg geklappt hat. Aber auch der Abstiegskampf zwei Jahre darauf war ein tolles Erlebnis. Ich erinnere mich gerne daran, wie wir unter Peter Neururer die letzten drei Spiele zu Hause gewonnen und die Klasse dadurch gehalten haben.

Danach ging es für sie zunächst in die Türkei und dann in die zweite schwedische Liga, zu Dalkurd FF. Wie kam es zu diesem Schritt?
Ich war zum Schluss in der Türkei nicht mehr glücklich, brauchte eine Veränderung. Dann ergab sich die Möglichkeit, nach Schweden zu wechseln. Ich hatte mich vorher viel über den Verein informiert und wusste, dass sie vor allem mit gutem Fußball überzeugen wollten. Das hat mich dann sehr gereizt.

Der Verein wurde 2004 von kurdischen Immigranten gegründet und startete von der achten in die zweite Liga durch. Auch sie haben kurdische Wurzeln, war der Wechsel eine Herzensangelegenheit?
Na klar. Der Aspekt spielte auch eine entscheidende Rolle. Im Vordergrund stand aber auch, dass ich von einem Mitspieler aus der Türkei erfahren hatte, dass den Verein mit seiner Geschichte viele Menschen verfolgen. Ich wollte unbedingt ein Teil davon sein.

Mit dem Wechsel zu Preußen Münster in diesem Jahr schließt sich für Sie der Kreis. Warum wieder Deutschland?
Das Heimweh hat mich dann doch gepackt. Ich habe Deutschland sehr vermisst und auch den Fußball hier. Dazu kam dann die Geburt meines Sohnes. Ich wollte unbedingt, dass er hier in Deutschland aufwächst. Ihm dabei zuzusehen, macht mich als Vater natürlich sehr stolz.

Mit Münster stecken Sie im Abstiegskampf in der dritten Liga. Mit zwei Toren von Ihnen und dem 3:1-Sieg gegen Rostock geht es nun auswärts gegen den Spitzenreiter aus Duisburg (Sonntag, 14 Uhr). Was haben Sie sich mit der Mannschaft vorgenommen?
Ich möchte dem Verein weiterhelfen und die Klasse halten, das ist das klare Ziel. Gegen den MSV erwarte ich ein schwieriges Spiel, sie stehen zurecht ganz oben. Trotzdem glaube ich an unsere Chance und hoffe, dass wir mit einer guten Leistung etwas holen.

Autor: Christian A. Hoch

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