Am Sonntagnachmittag veröffentliche die Polizei Dortmund die komplette Pressemitteilung bezüglich der Vorfälle rund um das Bundesligaspiel zwischen dem BVB und RB Leipzig.

BVB-Chaoten

Polizei spricht von "völlig enthemmtem Mob"

Christian Brausch
05. Februar 2017, 19:06 Uhr
Foto: firo

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Am Sonntagnachmittag veröffentliche die Polizei Dortmund die komplette Pressemitteilung bezüglich der Vorfälle rund um das Bundesligaspiel zwischen dem BVB und RB Leipzig.

Klar war bisher: Anhänger von Borussia Dortmund gingen laut der Polizei mit einer "extremen Aggressivität und Gewaltbereitschaft" gegen Personen vor, die klar mit RB Leipzig in Verbindung gebracht werden konnten. Im Laufe des Tages gab auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekannt, dass er Anfang der kommenden Woche Ermittlungen aufgrund der beleidigenden Plakate und Banner aufnehmen wird, die im Stadion zu sehen waren.

Wenig später gab die Polizei bekannt, was sich rund um die 90 Bundesliga-Minuten alles abgespielt hat. Bereits in der Nacht vor dem Spiel sollen Unbekannte über 100 Plakate gegen RBL im Umfeld des Stadions aufgehängt haben. Die Polizei stellte 106 Plakate und zwei Banner sicher.

Vor dem Anpfiff sollen sich 350 bis 400 BVB-Anhänger aller Dortmunder Ultragruppierungen an der Strobelallee im Bereich des Stadions Rote Erde getroffen und gesammelt haben, um den Bus der Leipziger anzugreifen. Die Polizei berichtet, dass der Bus in Abstimmung mit dem BVB seine Route geändert habe und so sicher am Stadion ankam.

Anschließend wurde es heftig: "Völlig ohne Sinn und Verstand kam es plötzlich und unvorhersehbar zum Bewurf der Leipziger, Unbeteiligter und Polizisten", erklärt der Polizeieinsatzleiter Polizeidirektor Edzard Freyhoff. "Mit einem massiven Polizeieinsatz, auch unter Einsatz von Pfefferspray und Einsatzmehrzweckstöcken, haben wir noch Schlimmeres verhindert! Solche Bilder, in solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen - ich bin schockiert!"

Steine-, Flaschen-, Dosen- und Bierkasten-Bewurf erfolgte nach ersten Erkenntnissen. Auch Pyrotechnik wurde in der Anreisephase an verschiedenen Stellen im Stadionumfeld gezündet, zum Teil auch sichergestellt. Die Polizei sprach daraufhin von einem "völlig enthemmten Mob."

Auch ein Kameramann wurde während der Partie fast zum Opfer der Chaoten, doch eine Metallstange verpasste den Mitarbeiter eines TV-Senders knapp. Die Bilanz nach dem Spiel: Sechs Gästefans wurden verletzt. Die Polizei nahm elf Straftäter aus der Ultraszene des BVB und einen Leipziger vorläufig fest.

Am Ende appellierte die Polizei an Zeugen: "Ich kann nur eindringlich alle Zeugen dazu ermuntern, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Ohne Zeugen und Hinweise sind uns ein weiteres Mal die Hände gebunden und die begangenen Straftaten werden folgenlos bleiben", so der Polizeieinsatzleiter.

Zeugen melden sich in diesem Fall unter der Rufnummer der Kriminalwache der Dortmunder Polizei 0231 - 132 7441. Auch Hinweise an den Verein sowie an Fanbeauftragte können die Ermittlungen entscheidende Schritte voranbringen.

Autor: Christian Brausch

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