Gegen Leipzig war Sokratis bester BVB-Spieler – auch weil ihm die Art des Spiels entgegen kam.

BVB

Sokratis reißt Mitspieler im Kampfspiel mit

Sebastian Weßling
05. Februar 2017, 10:37 Uhr
Foto: firo

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Gegen Leipzig war Sokratis bester BVB-Spieler – auch weil ihm die Art des Spiels entgegen kam.

Glaubt man Sokratis, hätte die Angelegenheit beinahe ein ganz böses Ende genommen: „Hätte das Gegentor gezählt, hätte man mich ins Krankenhaus einliefern müssen“, sagte der Abwehrchef von Borussia Dortmund und griff an sein Herz. So gesehen hatte der BVB doppelt Glück: Weil Federico Palacios in der Nachspielzeit hauchdünn im Abseits stand und weil das sehr gute Schiedsrichtergespann um Tobias Stieler das auch sah, blieb es beim 1:0-Sieg für den BVB – und der beste Defensivspieler blieb bei Gesundheit.

In den 90 Minuten zuvor hatte sich ein Spiel entwickelt, das wie gemalt war für den rustikalen Abwehrrecken Sokratis: Nicht filigrane Spieleröffnung, nicht schnelle und präzise Kurzpässe waren gefragt gegen den aggressiven und zweikampfstarken Aufsteiger – sondern Risikogrätschen, spitze Ellbogen, kompromisslose Kopfballduelle und humorlose Befreiungsschläge.

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Eigentlich ein Spiel, wie es dem BVB nicht unbedingt liegt, gegen aggressive Mannschaften hat sich diese Truppe schon das eine oder andere Mal den Schneid abkaufen lassen. Nicht mit Sokratis, der schon früh das tat, was man in der Fußballsprache gemeinhin „ein Zeichen setzen“ nennt: Im Laufduell mit Yussuf Poulsen checkte er den Leipziger Stürmer schwungvoll vom Feld, später räumte er auch Rani Khedira rücksichtslos ab – und animierte das Publikum zu Jubelstürmen.
„Das war heute vielleicht unser bestes Spiel in der gesamten Saison“, fand Sokratis, besonders die Abwehrleistung war beeindruckend: Der Aufsteiger, der dank einer beeindruckenden Saison auf Platz zwei steht, kam zu keiner ernsthaften Torchance, die Dortmunder Defensive hatte das Geschehen stets im Griff – auch weil Sokratis mit seiner kämpferischen Art die Mitspieler mitriss.

Der fand zwar: „Marco Reus war heute Mann des Spiels.“ Doch das war eine Minderheitenmeinung. Bei allen unbeteiligten Beobachtern lag der griechische Abwehrkoloss deutlich vorne.

Autor: Sebastian Weßling

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