Letzte Woche Pfiffe, diesmal Applaus und Sprechchöre: Die Profis des FC Schalke 04 haben in der schwierigen Phase nach der Winterpause einen wichtigen Schritt gemacht:

Schalke

Kapitän Höwedes ist stolz auf seine Kollegen

Thomas Tartemann
05. Februar 2017, 12:26 Uhr
Foto: firo

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Letzte Woche Pfiffe, diesmal Applaus und Sprechchöre: Die Profis des FC Schalke 04 haben in der schwierigen Phase nach der Winterpause einen wichtigen Schritt gemacht:

Nämlich den zurück zu den treuen Anhängern. Nach zwei schwachen Auftritten gegen Ingolstadt (1:0) und vor allem Frankfurt (0:1) zeigten die Königsblauen beim 1:1 (1:1) gegen Spitzenreiter Bayern München nicht nur Leidenschaft und Mut, sondern auch starke fußballerische Passagen. Am Ende hatte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl bei zwei Bayern-Großchancen durch Javier Martinez (86.) und Kingsley Coman (90.) zwar eine große Portion Glück, aber das besitzt bekanntlich nur der Tüchtige.

Da sich Kapitän Benedikt Höwedes mit seinen Teamkollegen energisch gegen die sportliche Krise stemmte, war der Auftritt in München unter dem Strich einer der besten in der laufenden Saison. „Ich kann es nachvollziehen, dass uns so eine Leistung nicht so zugetraut wurde. Aber wir haben es in der ersten Halbzeit hervorragend gemacht, besser Fußball gespielt und sind mutig aufgetreten. Wir hatten sogar durch Leon Goretzka und Guido Burgstaller super Möglichkeiten, in Führung zu gehen. So haben wir am Ende ein Unentschieden mitgenommen“, fasste Höwedes zusammen.[infobox-right]Höwedes zieht sich Cut am Kopf zu
Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes machte in der Schlussphase Bekanntschaft mit dem Schädel von Bayern-Verteidiger Mats Hummels. Ergebnis: Hummels kam nach dem Abpfiff mit einem Nasenpflaster aus der Kabine. Höwedes konnte seinen Turban, den er noch auf dem Feld verpasst bekam, ablehen. „Ich habe einen Cut am Kopf davongetragen. Die Stelle ist in der Kabine geklebt worden“, berichtete der Schalker Abwehrchef. Einem Einsatz beim DFB-Pokalspiel in Sandhausen (Mittwoch, 18.30 Uhr) steht offensichtlich nichts im Wege.[/infobox]

Schalke benötigte eine gewisse Anlaufzeit, um den Bayern auf Augenhöhe zu begegnen. Der aus München ausgeliehene Holger Badstuber feierte in der S04-Abwehrkette sein Debüt, war aber beim frühen Rückstand durch Robert Lewandowski (9.) zumindest bei der Entstehung mit in der Verlosung. „Unglücklich“ nannte Badstuber die Verkettung, die über Arjen Robben und Arturo Vidal schließlich zum Treffer führte. Schalke zeigte sich danach unbeeindruckt und kam bereits vier Minuten später durch einen knackigen Naldo-Freistoß, der an Bayerns Dreier-Abwehrmauer vorbeizischte, zum 1:1-Ausgleich. Über Neuzugang Daniel Caligiuri, den enorm verbesserten Leon Goretzka, den wiedererstarkten Sead Kolasinac und den unermüdlich rackernden Guido Burgstaller kamen die Schalker immer wieder zu gefährlichen Situationen. „Ich denke, wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Wir hätten in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen. In der zweiten Hälfte wurde der Druck dann höher“, fasste Trainer Weinzierl zusammen. Da die Hausherren in der zweiten Halbzeit mehr Feuer entfachten und Schalkes Vorstöße seltener wurden, war Weinzierl mit dem Remis einverstanden. „Mit dem Punkt können wir sehr gut leben. Wir haben deutlich besser gespielt als zuletzt, sind mutig aufgetreten und haben den Ball gut laufen lassen“, so Weinzierl.

Seinen Debütanten Holger Badstuber nahm der Fußball-Lehrer nach 59 Minuten vom Feld. „Die Auswechslung von Holger war eine Vorsichtsmaßnahme.“ Badstuber, der monatelang kein Pflichtspiel über eine große Distanz absolviert hatte, zog früh genug die Reißleine. „Für den Körper ist es wieder etwas Neues“, sagt Badstuber zur besonderen Belastung gegen den Meister, „bei mir ist aber alles in Ordnung. Man muss sich keine Sorgen machen.“ In der gezeigten Form, die er nach den noch holprigen Anfangsminuten zeigte, ist Badstuber für Schalke defintiv eine Hilfe. Der Applaus, den der Verteidiger von Schalke- und Bayern-Fans bekam, ist für ihn zusätzlicher Ansporn.

Autor: Thomas Tartemann

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