Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat die viermonatige Sperre für Fußball-Profi Hakan Calhanoglu als extrem ungerecht bezeichnet.

Fall Çalhano?lu

Verantwortliche kritisieren Urteil: "Das ist perfide"

RS
04. Februar 2017, 12:06 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat die viermonatige Sperre für Fußball-Profi Hakan Calhanoglu als extrem ungerecht bezeichnet.

Hakan Calhanoglu war nicht mit in Hamburg - und doch drehte sich alles um den langzeitgesperrten Profi von Bayer Leverkusen. Sein bester Kumpel Kevin Kampl beschrieb nach dem 0:1 (0:0) beim HSV, wie sehr die Mannschaft die Nachricht geschockt habe: "Die Sperre von Hakan nimmt uns alle sehr mit", betonte der Mittelfeldspieler. "Nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Er ist ein total positiver Typ und steht auch mir am nächsten. Ich trug heute sein Trikot unter meinem. Das hätte ich gezeigt, wenn ich ein Tor geschossen hätte."

Ich habe gehört, das CAS-Urteil stand schon einige Tage, es ist uns aber erst am Donnerstag zugestellt worden
Michael Schade (Bayer 04 Leverkusen)

Als bekannt wurde, dass der Sportgerichtshof CAS die FIFA-Sperre bestätigte, musste Calhanoglu am Donnerstag auf der Fahrt Richtung Hamburg aus dem Mannschaftsbus ins Taxi umsteigen. Trainer Roger Schmidt schilderte die bedrückte Stimmung. Keiner könne das Urteil nachvollziehen. "Hakan ist in einer super Form, natürlich fehlt er uns", sagte Bayers Trainer. "Das ist alles sehr ungerecht, nicht angemessen, aber damit müssen wir klarkommen."

Geschäftsführer Michael Schade setzte sogar noch einen drauf und übte scharfe Kritik am Vorgehen des Internationalen Sportgerichtshofes: "Man hat uns der Möglichkeit beraubt, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Ich habe gehört, das CAS-Urteil stand schon einige Tage, es ist uns aber erst am Donnerstag zugestellt worden. Das ist schon perfide."

Auch Manager Rudi Völler stand unter dem Eindruck des CAS-Urteils: "Das tut weh, er ist zu hart bestraft worden." Viele türkische Clubs hätten in der Vergangenheit Verträge mit Spielern nicht eingehalten. "Das ist unverhältnismäßig im Vergleich zu türkischen Clubs, die auch bestraft wurden. Das ist schon makaber." Calhanoglu hatte 2011 als 17-Jähriger einen Vertrag bei Trabzonspor unterschrieben, dann aber seinen Vertrag beim Karlsruher SC verlängert.

Wer in den nächsten Monaten das Gehalt des Deutsch-Türken bezahle und ob er weiter mit der Mannschaft trainieren werde, müsse noch geklärt werden. "So einen Fall hatten wir noch nicht, das ist ja noch ganz frisch", betonte Völler.

Autor: RS

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren