Für Daniel Caligiuri ist die Reise nach München die erste mit seinem neuen Team.

Schalke 04

"Und dann kam der Lewandowski"

Christoph Winkel
04. Februar 2017, 06:07 Uhr
Foto: Joachim Kleine-Büning

Foto: Joachim Kleine-Büning

Für Daniel Caligiuri ist die Reise nach München die erste mit seinem neuen Team.

Am Samstagnachmittag, beim Duell gegen den FC Bayern München, wird er zum ersten Mal bei einem Auswärtsspiel sein Schalker Trikot mit der Nummer 18 tragen. Spiele gegen den Deutschen Rekordmeister sind für ihn allerdings nicht neu. In bislang zehn Bundesligaspielen stand er gegen die Bayern auf dem Rasen. Zählbares sprang für den offensiven Mittelfeldspieler sowohl mit dem SC Freiburg als auch zuletzt mit dem VfL Wolfsburg allerdings nur selten dabei heraus. Caligiuris Bilanz gegen den FCB: ein Sieg, ein Unentschieden, acht Niederlagen. Das Torverhältnis gegen den Rekordmeister: 8:25.

"Wir haben genügend Qualität, um auch dort zu bestehen."
Daniel Caligiuri

Kaum einer im Team der Schalker dürfte es besser als Daniel Caligiuri wissen, dass die Bayern gnadenlos sein können, wenn man sie spielen lässt, wenn man gegen sie auch nur einen Moment nachlässt.
Erst vor knapp zwei Monaten ging Caligiuri mit dem VfL Wolfsburg mit 0:5 in München unter, in der vergangenen Saison 2015/16 setzte es in der Allianz Arena eine 1:5-Klatsche. Es war die Partie, in der Robert Lewandowski Bundesliga-Geschichte schrieb. Innerhalb von neun Minuten erzielte der polnische Stürmer fünf Tore. Die Wolfsburger hatten zur Halbzeit mit 1:0 geführt. Torschütze: Daniel Caligiuri. „Wir haben 50 Minuten richtig gut ausgesehen, hatten sogar das 2:0 auf dem Fuß“, sagt er und ergänzt: „Und dann kam der Lewandowski.“ Der Bayern-Stürmer brach an jenem Abend vier gleich Weltrekorde.

Caligiuri konnte es nicht fassen
Sechs Minuten nach seiner Einwechslung gelang Robert Lewandowski der erste Treffer, dann ging es Schlag auf Schlag. Auf die Frage, wie er die Lewandowski-Gala erlebt hat, antwortet Daniel Caligiuri: „Ich habe mir nur gedacht: das kann es jetzt nicht sein. Beim ersten Gegentor dachte ich mir, dass ein 1:1 in München okay ist. Beim zweiten Tor habe ich gedacht, dass da für uns noch was zu retten ist. Und dann fiel auch schon direkt das 3:1. Danach hat man gesehen, was der Kopf im Fußball ausmachen kann. Das 5:1 war bitter.“

Diese Geschichte soll sich für Caligiuri am Samstagnachmittag auf keinen Fall wiederholen. „In München muss man sehr stabil sein, um etwas mitzunehmen. Wir sollten uns dort nicht verstecken. Wir haben genügend Qualität, um auch dort zu bestehen“, sagt der Schalker. Caligiuri weiß aber auch: „Es muss vieles klappen. Der Teamgeist muss an erster Stelle stehen.“ Der Deutsch-Italiener sieht einen großen Vorteil für sein Team: „Für uns ist es ein Spiel, in dem wir nichts zu verlieren haben.“

Daniel Caligiuri kennt aber auch das Gefühl, wie es ist, gegen die Bayern einen ganz besonderen Sieg zu feiern. Ende Januar 2015 gewann er mit Wolfsburg das Heimspiel mit 4:1. Es war das erste Pflichtspiel nach dem Tod seines Mitspielers Junior Malanda, der knapp drei Wochen zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. „Dieses Spiel war sehr, sehr emotional“, sagt er.

Autor: Christoph Winkel

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren