Sport1 überträgt ab März weitere Live-Spiele aus der Fußball-Regionalliga. Zum Start gibt es ein Revier-Duell, bei dem einige Rechnungen offen sind.

Regionalliga

Warum Sport1 auf das Revier setzt

Dirk Hein
03. Februar 2017, 17:50 Uhr
Foto: Micha Korb

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Sport1 überträgt ab März weitere Live-Spiele aus der Fußball-Regionalliga. Zum Start gibt es ein Revier-Duell, bei dem einige Rechnungen offen sind.

Die vierthöchste Spielklasse im deutschen Fußball bleibt für Sport1 interessant: "Die aktuelle Kooperation zwischen Sport1 und den vier Fußball-Regionalliga-Trägern – Norddeutscher Fußball-Verband, Westdeutscher Fußball- und Leichtathletikverband, Regionalliga Südwest GbR und Bayerischer Fußball-Verband – läuft noch bis zum Ende der Saison 2016/17", bestätigt Stefan Thumm, Leiter des Ressorts Fußball bei Sport 1. Der Sender übertrage demnach ausgesuchte Spiele.

Bereits im März startet der Sparten-Sender mit einem weiteren Traditionsduell aus dem Ruhrgebiet. Die Partie aus der Regionalliga-West-Staffel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und der SG Wattenscheid 09 wurde dafür eigens auf einen Dienstag (21. März) verlegt. Wer die Anstoßzeit betrachtet, kommt schnell dahinter, dass es sich dabei um eine TV-Übertragung handelt. Ab 18.05 Uhr rollt im sich derzeit im Umbau befindlichen Stadion Niederrhein der Ball.

RWO gegen Wattenscheid auf Dienstagabend verlegt
Nach der deftigen 0:5-Pleite für die nun gastgebenden Kleeblätter im Hinspiel dürfte der aktuell Tabellensechste vor heimischer Kulisse auf Wiedergutmachung aus sein. Dass die TV-Kameras den Oberhausenern gegen Wattenscheid allerdings nicht automatisch Glück bringen, zeigt ein Resultat aus der Vergangenheit. Vor zwei Jahren zeigte Sport 1 bereits das Aufeinandertreffen der beiden Traditionsmannschaften. RWO verlor damals daheim mit 0:1.

Gerade im Westen gebe es viele Traditionsklubs in Stadien mit toller Atmosphäre, begründet Stefan Thumm die Auswahl der Westspiele. Auch im Stadion Essen war der Sender bereits mehrfach zu Gast, übertrug 2015 unter anderem das Niederrheinpokal-Halbfinale von Rot-Weiss Essen gegen den FC Kray. "Das weckt in ganz Deutschland nicht nur Interesse – wie unsere guten Quoten zeigen – sondern auch viele Emotionen und Sympathien."

Einige Vereine fürchten weniger Stadionbesucher
Nicht jeder Verein war in der Vergangenheit allerdings über die Live-Übertragungen glücklich. Einige befürchteten weniger Eintrittskartenerlöse durch lieber auf dem Sofa verweilende Fans. Über finanzielle Vereinbarungen mit Vereinen oder Verbänden macht Sport1 keine Angaben. Der Sender verweist stattdessen auf die Vorteile der bundesweiten Aufmerksamkeit: "Mit unseren Free-TV-Übertragungen aus der vierten deutschen Fußballliga bieten wir den Regionalligisten eine überregionale Bühne, um sich zu präsentieren. Die Klubs und auch deren Sponsoren profitieren durch die bundesweite Ausstrahlung, zum Teil wurden für die im Free-TV auf Sport1 übertragenen Partien auch schon eigene Sponsorenpakete on-top verkauft."

Laut Sport1 rechne sich das Übertragungsmodell: Seit der ersten Saison 2012/13 habe man die Reichweite kontinuierlich steigern können. In der vergangenen Spielzeit verzeichnete der Sender mit 350.000 Zuschauern im Schnitt pro Partie eine neue Saison-Rekordreichweite. Im September 2016 schauten beim Westduell zwischen dem Wuppertaler SV und Alemannia Aachen in der Spitze mehr als 590.000 Zuschauer zu.

Autor: Dirk Hein

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