Bei Rot-Weiss Essen wird in der medizinischen Abteilung Kontinuität ganz groß geschrieben.

RWE

Physio "Zetze" feiert sein 15-jähriges Jubiläum

Krystian Wozniak
03. Februar 2017, 16:22 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Bei Rot-Weiss Essen wird in der medizinischen Abteilung Kontinuität ganz groß geschrieben.

Die Zetzmann-Brüder dürften fast jedem RWE-Fan ein Begriff sein. Die Zwillinge Thomas und Christian Zetzmann arbeiteten seit Anfang der 2000er für RWE als verantwortliche Physiotherapeuten. Vor einigen Jahren zog es Thomas, der eine halbe Stunde jünger als Christian ist, dann zu Borussia Dortmund. "Er hatte ein super Angebot vorliegen und hat sich mittlerweile von der Reserve des BVB zu den Profis gearbeitet. Thomas genießt die Arbeit bei diesem Weltklub in vollen Zügen. Ich freue mich für ihn", sagt Christian.

Auch wenn Christian Zetzmann der Weg zu solch einem großen Klub bis dato verwehrt geblieben ist, ist er nicht minder zufrieden als sein Bruder beim BVB. Rot-Weiss Essen ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Er steht nicht nur mit seinem "Physiotherapie-Zentrum Zetzmann", das in Frohnhausen beheimatet ist, beim Regionalligisten unter Vertrag, sondern ist mit Herzblut dabei. "Ich bin RWE-Fan und fiebere jedes Spiel mit. Es ist nicht nur so, dass ich den Jungs dabei helfe fit zu werden. Ich bin glücklich, wenn RWE gewinnt und traurig, wenn es nicht gut läuft", erklärt der ältere "Zetze" der Zetzmann-Brüder.

Ich würde gerne mit Rot-Weiss Essen in der 1. Bundesliga arbeiten
Christian Zetzmann

Gut 15 Jahre arbeitet Christian Zetzmann, der in Dortmund geboren wurde und einst einen Profivertrag bei der Borussia besaß, für Rot-Weiss Essen. Der Familienvater ist froh darüber, dass er mittendrin im Fußballgeschäft ist - auch wenn ihm eine große Karriere auf dem Rasen nicht vergönnt war. Dabei hatte der heute 46-Jährige durchaus eine gute Chance als Aktiver im professionellen Fußball zu landen. Christian Zetzmann war von der U15- bis zur U21-Nationalmannschaft in jedem Lehrgang mit von der Partie. Doch immer wieder warfen ihn Kniebeschwerden zurück. Ein Meniskusschaden sollte letztendlich seine Karriere schon mit 26 Jahren beenden. "Das war damals natürlich sehr bitter. Auf der anderen Seite sehe ich das heute auch mit anderen Augen. Ich habe in der Reha nach meiner Meniskus-OP die Physiotherapie kennengelernt und mich eigentlich auf Anhieb in diesen Beruf verliebt", erzählt Zetzmann. Nach der erfolgreichen Reha kickte er noch einige Zeit beim damaligen westfälischen Oberligisten Spielvereinigung Beckum und machte in dieser Zeit auch eine Ausbildung zum Physiotherapeuten.

Nach seiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung wurde Christian Zetzmann im Rehazentrum von Borussia Dortmund eingestellt. Es ging weiter zum Deutschen Fußballbund. Hier war er für die U-Mannschaften zuständig und betreute u.a. Spieler wie Mario Götze, Manuel Neuer oder Jérôme Boateng. "Das war eine super Erfahrung und tolle Zeit. Ich durfte im Ärzte- und Betreuerstab des DFB auch Leute wie Klaus Eder kennenlernen. Das war schon etwas Besonderes", sagt Zetzmann.

Manch einer würde jetzt vielleicht behaupten, dass die heutige Tätigkeit von Christian Zetzmann ein Abstieg sei. Aber nein! "Zetze" ist überglücklich. Er arbeitet für seinen Herzensklub und ist Inhaber eines Physiotherapie-Zentrums. Auch wenn er von einem Job in der Bundesliga, wie sein Bruder, nicht mehr träumt, hat er einen Wunsch noch lange nicht aufgegeben: "Ich würde gerne mit Rot-Weiss Essen in der 1. Bundesliga arbeiten. Ich wäre dann vielleicht so etwas wie ein Standby-Physio und meine Angestellten würden sich um die Jungs von RWE kümmern."

Autor: Krystian Wozniak

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