Dienstag, 16:30 Uhr am Borussia-Park:

VfL

Perthel fühlt sich in seiner Saisonprognose bestätigt

02. Februar 2017, 09:24 Uhr
Foto: firo

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Dienstag, 16:30 Uhr am Borussia-Park:

Nach kräftezehrenden 90 Minuten gegen eine Profiauswahl von Borussia Mönchengladbach schleppt Bochums Timo Perthel (27) gemeinsam mit Tom Weilandt (24) eine Wasserkiste in Richtung Mannschaftsbus. Ein kurioses Bild, denn das Duo war im VfL-Team an diesem Nachmittag die Routiners im Team.

Zuvor hatten die beiden als Leader ein VfL-Team zum 4:1 (2:0)-Sieg geführt, das aus insgesamt acht U19-Spielern und aus keinem älteren Akteur als 23 Jahren bestand. Perthel, der vor gut zwei Wochen zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden ist, konnte sich nicht erinnern, jemals eine so junge Mannschaft auf das Feld geführt zu haben: „Das war höchstens so, als ich selbst noch Jugendspieler gewesen bin.“ Doch wie der Nachmittag lief, imponierte dem Routinier sehr: „Das haben die Jungs richtig stark gemacht. Sie haben mich richtig beeindruckt. Ich hatte nach einem Jahr mal wieder die Kapitänsbinde am linken Arm und das Spiel war ein richtig schönes Erlebnis.“

Rückblick: Ein halbes Jahr ist es her, als Perthel vor Saisonbeginn darauf angesprochen wurde, ob es vielleicht kritisch sei, mit dem jüngsten Kader aller Zweitligisten in die Saison zu gehen. Der Linksfuß damals: „Wir bewegen uns nicht auf dünnem Eis.“ Auch wenn der gebürtige Pfälzer damals noch nicht absehen konnte, dass bis zu zwölf Ausfälle immer wieder zu Buche standen, fühlt er sich ein halbes Jahr später in seiner damaligen Aussage bestätigt: „Wie die jungen Burschen das immer wieder hinbekommen haben, zeugt von vorhandener Qualität. Sie machen das so cool, davor ziehe ich den Hut. Auch am Dienstag haben sie das souverän gelöst, das kann man von U19-Spielern nicht immer gleich erwarten.“

Auch Perthel gehört in der laufenden Saison nicht zu den Akteuren, die vom Glück verfolgt waren: Oberschenkelprobleme, Muskelfaserriss und als er endlich ins Rollen kommen sollte, kam der ärgerliche Feldverweis in Hamburg. Der ehemalige Duisburger wird heute noch grantig, wenn er an die drakonische Strafe denkt: „Die Bewertung der Szene mit zwei Spielen Sperre lasse ich mir noch gefallen. Was darüber hinausgeht, die 4.000 Euro Geldstrafe, sind ein Witz und extrem fragwürdig und haben außerhalb des DFB mit Sicherheit keine Rechtsgrundlage.“

Doch noch mehr als die Zahlung nervt ihn, dass er auch am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC noch nicht eingreifen kann: „Ich fiebere jetzt dem so wichtigen Auswärtsspiel in Hannover entgegen.“ Dort will er zwei Tage nach seinem 28. Geburtstag helfen, die bis dato schwarze Auswärtsbilanz des VfL (nur ein Sieg) zu beenden, um endlich mal wieder in der Fremde für positive Schlagzeilen zu sorgen: „Bisher war es für uns alle eine durchwachsene Saison, das muss man definitiv so sagen, aber wir werden den Kopf hochnehmen, weitermachen und schauen, was am Ende dabei herauskommt.“

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Und dann blickte er noch einmal auf die Partie an der Alten Försterei zurück, die er am Fernseher erlebte: „Ohne das Missgeschick beim Ausgleich - und da bin ich mir ganz sicher - gewinnen wir mit 1:0 und alle reden von einem cleveren Bochumer Sieg. Nach dem 1:1 bekommt so ein Spiel eine Eigendynamik. Bei ganz nüchterner Betrachtung, hatten die Berliner bis zu unserem Stolperer in 67 Minuten nur eine einzige Kopfballchance. Ansonsten waren sie bis dato nicht zu sehen.“

Nach Sperre, Geburt des Sohnes und Rückenproblemen, brachte der Januar in puncto Trainingsintensivität einige unfreiwillige Pausen. Daher hat Perthel nur einen Wunsch: „Ich will spielen und der Mannschaft helfen.“

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