Zum ersten Mal ging es für Markus Kurth in der Regionalliga Nord rund. Alles im Trikot seines neuen Clubs RWE, seine Spielberechtigung war Dienstag da. Der Mann ist 34 Jährchen alt, sein Trikot trägt den identischen Aufdruck. Ein Aufstiegsexperte, auch wenn RWE aktuell anderes Gedankengut hat, eine Tatsache. Dreimal gelang das doppelte Kunststück (Nürnberg, Köln, Duisburg). Gegen Braunschweig ging das vierte Heimspiel über die Bühne, der Dreierpack zuvor waren Frusterlebnisse. Kurth:

RWE: Kurth: „Ich übernehme Verantwortung“

Debüt mit der Nummer 34

Oliver Gerulat
07. September 2007, 08:49 Uhr

Zum ersten Mal ging es für Markus Kurth in der Regionalliga Nord rund. Alles im Trikot seines neuen Clubs RWE, seine Spielberechtigung war Dienstag da. Der Mann ist 34 Jährchen alt, sein Trikot trägt den identischen Aufdruck. Ein Aufstiegsexperte, auch wenn RWE aktuell anderes Gedankengut hat, eine Tatsache. Dreimal gelang das doppelte Kunststück (Nürnberg, Köln, Duisburg). Gegen Braunschweig ging das vierte Heimspiel über die Bühne, der Dreierpack zuvor waren Frusterlebnisse. Kurth: "So was darf an der Hafenstraße nicht passieren, nicht vor diesen Fans. Wie soll da gute Stimmung aufkommen? Ich kannte dieses Pflaster schon von eigenen Auftritten, das war immer heiß, so muss es wieder sein." Der Mann ist informiert: "Das letzte Heimspiel wurde im März gegen Köln gewonnen."

Gegen Eintracht Braunschweig allerdings sackte Kurth genauso durch wie der Rest der Offensivabteilung, handelte sich in der 44. Minute sogar noch die Gelbe Karte ein. Spekulationen schießen ins Kraut, wer der große Gönner gewesen sein könnte, der die Transfer-Tasche aufmachte. Auch Walter Hellmich, rühriger Bauunternehmer und in Personalunion Präsident des MSV Duisburg, wird genannt. Für Ablöse-Entgegenkommen wird unterstellt, er würde dafür der Baumeister des neuen RWE-Stadions. Wie auch immer, Kurth soll die neue Arena noch erleben, schließlich hat er einen Kontrakt bis 2009.

Markus Kurth, 90 Minuten vorüber, wie finden Sie die Regionalliga Nord?
Es herrscht rauer Wind, daran muss man sich erst gewöhnen. Ich habe in diese Auswahl volles Vertrauen. Dass zu Beginn nicht alles läuft, versteht sich. Aber die Leute werden das korrekt einschätzen.

Für RWE sind Sie ein Knaller.
Ich übernehme Verantwortung, das motiviert mich, alles war keine Geldfrage. RWE ist ein Traditionsclub, die Atmosphäre im Stadion ist riesig, auf so was stehe ich. Hier kann man richtig was auf die Beine stellen. Genau dabei will ich helfen. Mein Ding wäre es nicht gewesen, mich in Duisburg ständig auf die Bank zu setzen. Aber das wissen die Leute doch.
Wie fühlen Sie sich als Hoffnungsträger schlechthin?
Mir ist klar, dass man mit meinem Namen einiges verbindet, ich werde alles daran setzen, dem auch gerecht zu werden. Allerdings kann ich nichts alleine angehen, das geht nur als Kollektiv.

Wie ist Ihr Eindruck von der Truppe?
Der Tabellenplatz gibt nicht das Leistungsvermögen wieder, davon bin ich überzeugt, sonst wäre ich nicht gekommen. Rafael Kazior kannte ich aus seiner Duisburger Zeit, Mitja Schäfer war in Köln, als ich da war. Ein paar der Jungs wie Sercan Güvenisik, Keeper Daniel Masuch, Ferhat Kiskanc oder Stefan und Michael Lorenz kannte ich aus den Matches. Gesehen habe ich das 0:0 in Düsseldorf.
Wann kam es zum ersten Kontakt?
Am vergangenen Donnerstag, letztendlich ging es schnell. Richtig auf der Rechnung hatte ich einen Vereinswechsel nicht. Vor einigen Wochen stand ich mit Düsseldorf in Kontakt. Dort gab es größere Probleme mit der Ablösesumme. Warum der Betrag jetzt niedriger war, kann ich nicht sagen, vielleicht war der Zeitdruck größer.
Beim MSV wären Sie nur Zeitarbeiter gewesen.
Deshalb habe ich diesen Wechsel forciert. RWE war der zweite Club, mit dem ich sprach. Ich bin vorbehaltlos nach Essen gefahren. RWE legte sich ins Zeug, so dass ich meinen Teil beigetragen habe. Ich habe mehrmals mit MSV-Präsident Walter Hellmich gesprochen. Er ist sehr entgegen gekommen. Ich hatte keinen Bock, in Duisburg zu versauern.

Beim Kontakt mit der Fortuna wurde spätere Club-Einbindung thematisiert. Bei RWE auch?

Darüber haben wir nicht gesprochen. Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen, deshalb war das ein Aspekt. Jetzt banden wir uns für zwei Spielzeiten. Wenn es richtig passt, kann man über alles reden. Aber erst bin ich gefordert, dass ich mich voll einbringe.

Sind Sie der zentrale Stoßstürmer ganz vorne?

Ich traue mir das zu, bin aber gerne der Zuarbeiter. Beim MSV habe ich oft direkt hinter dieser Spitze agiert. Wichtig ist, dass ich in die gefährlichen Bereich rein komme. Die Voraussetzungen sind bei RWE durch schnelle Flügelspieler, die zu Flanken kommen, da.

Wie weit sind Sie?
Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, an der MSV-Teamarbeit konnte ich nicht richtig intensiv teilnehmen, zwischenzeitlich hatte ich Leisten-Probleme. Das erste Training war Sonntag, da waren nur ein paar Jungs dabei. Am Montag war Mannschaftsarbeit. Wichtig ist, dass Leute wie Stijn Haeldermans und die Lorenz-Brüder ständig dabei sind. Es sind Youngster im Kader, da passieren Fehler. Aber dieses Team ist intakt. Wenn es nötig ist, muss man auf den Tisch hauen, aber es geht auch harmonisch.

Autor: Oliver Gerulat

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