Es sollte zum Start der Rückrunde alles besser werden.

VfL Bochum

Konstant nur in der Instabilität

29. Januar 2017, 15:22 Uhr
Foto: firo

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Es sollte zum Start der Rückrunde alles besser werden.

Und lange schien es auch so, als könne das Team von Trainer Gertjan Verbeek beim Aufstiegskandidaten Union Berlin den Punkterückstand auf drei Zähler verkürzen. Doch aus der 1:0-Führung von Tim Hoogland wurde in der Schlussphase ein 1:2 und die Erwartungen auf eine bessere zweite Runde erhielten einen herben Dämpfer.

Verbeeks Einschätzung: „In der ersten Halbzeit haben wir gut verteidigt und versucht Fußball zu spielen. Aber auf der linken Seite hatten wir richtige Probleme. Felix Bastians ist dann ausgerutscht, das muss man anders machen. In der zweiten Halbzeit haben wir eigentlich nur auf Berliner Tore gewartet.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der VfL gerade in den Auswärtsspielen innerhalb von 90 Minuten gravierenden Leistungsschwankungen unterworfen ist. In fünf der zehn bisher absolvierten Auswärtsspielen gingen die Bochumer mit 1:0 in Führung, zu einem Sieg reichte es nur in Aue. Patrick Fabian, der nach neunmonatiger Verletzungspause sein erstes Pflichtspiel bestritt, ordnete die Partie ein: „Wir haben bis zum 1:1 wenig Chancen zugelassen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass etwas großes passieren kann. Dann passiert dieser Ausrutscher von Felix. Wir müssen uns aber an die eigenen Nase fassen, dass wir das Heft des Handelns in der zweiten Halbzeit aus der Hand gegeben haben.“

Wieder einmal. Genau dies ist eine der Ursachen, warum der VfL in zehn Auswärtsspielen nur einmal als Sieger vom Feld ging. Etwas anderes ist jedoch viel gravierender: Denn der erste Rückrundenspieltag brachte die gnadenlose Erkenntnis, dass sich die Hoffnungen, mit einem halbwegs gesunden Kader in die Rückrunde zu gehen, nicht erfüllten. Es hat sich nichts geändert. In der alten Försterei fehlten dem VfL genau zehn Akteure, die sich regelmäßig im Profikader bewegen sollten. Das führte an der Spree schon dazu, dass U19-Spieler Moise Ngwisani erstmals im 18er Kader stand. Ein Platz blieb sogar gänzlich unbesetzt.

Zwar wäre aus dem Kreis der Ausfälle nicht jeder ein Stammspieler, aber es sei daran erinnert, dass der VfL zum Hinrundenauftakt im August mit den Außenverteidigern Stefano Celozzi und Timo Perthel, den Außenstürmer Kevin Stöger und Tom Weilandt und Thomas Eisfeld auf der Zehn gleich fünf Spieler dabei hatte, die in der Hauptstadt an allen Ecken und Enden fehlten. Gravierend dabei: Dass die linke Seite mit Nico Rieble und Nils Quaschner die größten Probleme hatte. Im Hinspiel erzielte Weilandt noch den Siegtreffer, lieferte beispielsweise Eisfeld vier Torschussvorlagen und Perthel hatte die meisten Ballkontakte. Kurz: Dieses Quintett ist wohl über einen kurzen Zeitraum, nicht aber wie derzeit über Monate zu ersetzen.

Dass Sportvorstand Christian Hochstätter dies nicht als Ursache für die Niederlage in den Vordergrund stellt, ehrt ihn, fordert er von den Aktiven noch mehr Leistung ein. Dennoch kann die Qualitätsminderung nicht wegdiskutiert werden. Und so wird der VfL eine Ansprüche auf ein Minimum (unterer einstelliger Tabellenplatz) reduzieren müssen. Doch selbst dafür werden ein gesunder Celozzi, ein sich nach abgelaufener Rotsperre steigernder Perthel und ein Weilandt in die Form der vergangenen Spielzeit steigern müssen.

Markant sind derzeit auch die Probleme auf der linken Seite. Quaschner ist dort bei allem Bemühen nicht mehr als eine Notlösung, der junge Rieble hinten ist auf Dauer noch zu instabil. Mit Maxim Leitsch fehlte ein weiterer Linksfuß. Die, die vorne links spielen können – Stöger, Eisfeld und der immer noch nicht genesene Jannik Bandowski – stehen in der Rückrunde nicht zur Verfügung.

Dass der VfL bis zur letzten Sekunde noch einmal nach einer echten Verstärkung für die linke Seite sucht, ist bekannt. Aber ein bezahlbarer Spieler, der auf Anhieb eine echte Verstärkung darstellt, war auch an diesem Wochenende nicht in Sicht.

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