Für eine erneut schwache Leistung gab es gegen Eintracht Frankfurt keine Punkte. Schalke-Sportvorstand Heidel lässt in der fußballerischen Krise keine Alibis gelten.

Schalkes Heidel

"Die Art und Weise macht nachdenklich"

Thomas Tartemann
28. Januar 2017, 17:06 Uhr
Foto: Firo

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Für eine erneut schwache Leistung gab es gegen Eintracht Frankfurt keine Punkte. Schalke-Sportvorstand Heidel lässt in der fußballerischen Krise keine Alibis gelten.

0:1 gegen Eintracht Frankfurt, Pfiffe, Unmut, Enttäuschung. Muss Schalke 04 die Saison 2016/2017 bereits im Januar abhaken: Trainer Markus Weinzierl sagt: „Wir brauchen uns jetzt keine Gedanken machen, was am letzten Spieltag ist. Jetzt geht es darum, Spiele zu gewinnen und an die gute Phase aus der Hinrunde anzuknüpfen.“

Wie das angesichts der spielerisch mangelhaften Vorstellung gehen soll, bleibt Weinzierls Geheimnis. Zu den Missfallens-Kundgebungen der blau-weißen Anhängerschaft meint Weinzierl: „Wir wollten die drei Punkte holen, das ist uns nicht gelungen. Es ist verständlich, dass jeder enttäuscht ist.“

Eintracht-Trainer Niko Kovac verlebte einen relativ geruhsamen Abend in der Veltins-Arena. „Wir haben versucht, Fußball zu spielen. Gegen Schalkes Mittelfeld mit Geis, Bentaleb und Goretzka haben wir nicht viel zugelassen.“ Als einer der letzten S04-Profis schlich Nationalspieler Goretzka gegen 23.30 Uhr aus der Umkleidekabine. Die Enttäuschung war ihm deutlich anzumerken. „Das Spiel war extrem wichtig. Wir wollten den Abstand verkürzen. Jetzt ist er größer geworden. Wir müssen sehen, dass wir weiter Punkte sammeln.“

Sportvorstand Christian Heidel benötigte fast eine Stunde, um seine Gedanken einigermaßen zu ordnen. „Die Enttäuschung ist riesengroß. Deswegen musste ich mich auch erst sammeln“, meinte Heidel, der beim Schalker Mannschaftsarzt in der Kabine verweilte und sogar darauf verzichtete, die Spieldaten zu analysieren. Heidel war schlichtweg bedient. Mit etwas Galgenhumor meinte er: „Der Arzt musste bei mir allerdings nicht eingreifen.“

Eingreifen müssen dafür die Schalker Verantwortlichen, um den Karren wieder flott zu kriegen. Abwehrrecke Naldo macht sich im Hinblick auf die unlösbar wirkende Aufgabe bei Rekordmeister Bayern München am kommenden Samstag zwar „keine Sorgen“, aber dafür sorgt die spielerische Armut bei der Sportlichen Leitung für großes Grübeln. „Wir haben das Spiel gegen Frankfurt auf eine Art und Weise vergeigt, die nachdenklich macht“, so Heidel. Ausflüchte, wie den ausgebliebenen Schiedsrichter-Pfiff vor dem 0:1, als Frankfurts Abraham sich den Weg freiblockte, oder den Kartoffelacker in der Arena lehnt Christian Heidel strikt ab. „Nebengeräusche von Platz bis zum Foul interessieren mich überhaupt nicht. Uns haben fußballerische Lösungen gefehlt.“

Und das, obwohl mit Nabil Bentaleb ein eminent wichtiger Spieler nach der Rückkehr vom Afrika Cup wieder zur Verfügung stand und mit Daniel Caligiuri ein technisch versierter Neuzugang ab Mitte der zweiten Halbzeit ins Gefecht geschickt wurde. Am Ende gab es keinen Schalker Sturmlauf, sondern nur klägliche Annäherungsversuche Richtung Eintracht-Tor. In dieser Verfassung ist Europa für Schalke auf einem anderen Planeten. Jetzt über den internationalen Wettbewerb zu sprechen, findet Heidel irgendwie „lächerlich“. Gelacht wird auf Schalke aber gerade nicht. Dafür sind die Auftritte einfach zu bitter.

Autor: Thomas Tartemann

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