Die Spvg. Schonnebeck hatte sich riesig auf den Vergleich mit dem „großen Bruder“ Rot-Weiss Essen (Samstag, 15 Uhr) gefreut, doch ein Todesfall überschattet die Partie.

Schonnebeck - RWE

Ein Testspiel mit Trauerrand

Ralf Wilhelm
28. Januar 2017, 07:07 Uhr
Foto: Volker Hartmann

Foto: Volker Hartmann

Die Spvg. Schonnebeck hatte sich riesig auf den Vergleich mit dem „großen Bruder“ Rot-Weiss Essen (Samstag, 15 Uhr) gefreut, doch ein Todesfall überschattet die Partie.

Es sollte ein munteres Testspiel werden, die beiden Mannschaften haben sich in gesunder Rivalität darauf gefreut. Aber nun trägt die heutige Partie zwischen Oberligist Spvg. Schonnebeck und Regionalligist Rot-Weiss Essen (15 Uhr, Schetters Busch) einen bedrückenden Trauerrand: Der plötzliche Tod von Bundesliga-Legende Michael Tönnies hat in Schonnebeck alle schwer mitgenommen. „Wir haben gestern mit der Mannschaft in der Kabine zusammengesessen, eine Absage war aber zu keinem Zeitpunkt ein Thema. Einige der Spieler haben Michael sehr gut gekannt, da kann man es ihnen nicht verübeln, wenn sie im Spiel am Samstag nicht ganz bei der Sache sind“, so Schonnebecks Teammanager Christian Leben am Tag danach. Trainer Dirk Tönnies, Bruder des Verstorbenen, wird verständlicherweise der Partie fern bleiben, ihn vertreten der Teammanager sowie Torwarttrainer Oliver Honée.

Denn auch der Co-Trainer ist abwesend: Markus Heppke verpasst aus beruflichen Gründen das Treffen mit den rot-weissen Ex-Kollegen. Da auch Matthias Bloch (Handwunde) und Kai von der Gathen (Zahnentzündung) fehlen werden, könnte es für die Schonnebecker hinten rum etwas zugig werden. „Nichtsdestotrotz wollen wir ein respektables Ergebnis erzielen, natürlich wird es nicht einfach für uns“, so Leben.

So respektabel vielleicht wie in der Vorwoche, als die Spvg. ohne viel Training einen 3:2-Sieg gegen Regionalligist Wattenscheid 09 davontrug.
Jürgen Lucas, sportlicher Leiter von RWE, war bei diesem Spiel Tribünengast. Aber nicht nur aus diesem Grund spricht er mit Hochachtung vom Stadt-Kronprinzen: „Sie spielen eine tolle Saison, haben eine richtig gute Mannschaft. Zudem spielen sie auf ihrem gewohnten Kunstrasen, da sind sie extrem stark“, weiß Lucas, „aber wir freuen uns darauf, uns auch in Essen endlich unseren Fans zeigen zu können.“

Denn auch seine Mannschaft sieht er gut aufgestellt. Das Team habe eine sehr anstrengende Woche mit Krafteinheiten hinter sich. „Aber alle geben richtig Gas im Training, das ist mir fast schon zu viel“, so der Sportliche Leiter.

Vielleicht denkt er auch an den geschrumpften Kader, der mittlerweile ein wenig ausgedünnt ist und durch Verletzungen belastet wird. So ist Jeffrey Obst in den nächsten Wochen bekanntlich kein Thema für die Elf, auch Kai Druschky muss vorläufig wegen muskulärer Probleme passen. Da ist es erfreulich, dass mit Frank Löning ein Routinier zurück ins Team kehrt. „Frank hat die letzten drei Tage ohne Komplikationen mittrainiert, er wird in Schonnebeck eine Halbzeit mitspielen können“, verrät Lucas.

Möllering-Deal könnte bald perfekt sein

Mit dabei sein wird auch Testspieler Konstantin Möllering. Der letzte Wettkampfeinsatz für den Ex-Dortmunder, danach soll „zeitnah“ ein Urteil über seine Verpflichtung fallen. In Mainz war auch Trainer Sven Demandt von der Leistung des 26-jährigen USA-Rückkehrers äußerst angetan. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, stehen die Zeichen dann wohl eher auf Verpflichtung, auch wenn noch andere Fragen zu klären wären, zum Beispiel die der Finanzierung. Aber da Möllering auch charakterlich einen guten Eindruck mache, ginge es dann eher nur noch um die Laufzeit.

Autor: Ralf Wilhelm

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