Mit voraussichtlich zehn Stadien wird sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um die Ausrichtung der EM 2024 bewerben.

Trotz Schalke und Dortmund

Duisburg will die EM 2024

Nils Balke und Michael Ryberg
25. Januar 2017, 21:16 Uhr
Foto: firo

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Mit voraussichtlich zehn Stadien wird sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um die Ausrichtung der EM 2024 bewerben.

Bis zum 17. Februar können Klubs und Städte ihr Interesse beim DFB bekunden, bis 12. Juni müssen sie ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einreichen. Voraussetzung ist eine Stadionkapazität von mindestens 30 000 Sitzplätzen. Bei den bisher drei Turnieren in Deutschland wurden je drei NRW-Städte ausgewählt. Bleibt’s bei dieser Quote: Welche Spielorte kommen landesweit diesmal infrage?

Dortmund
Kapazität (international): 65 718
Letzter Umbau: Renovierung 2012
Turniere: WM 1974 und 2006

„In Dortmund ist es wie in Berlin und München: Dort ist es keine Frage, dass man sich als Austragungsort bewirbt“, sagt Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Noch müsse sich der BVB mit der Stadt abstimmen. „Dieser Prozess ist im Gange. Aber natürlich werden wir uns bewerben. Das erwartet die Region von uns.“ 16 Mal hat die deutsche Nationalmannschaft bereits in Dortmund gespielt. „Wir haben 2006 gezeigt, dass wir eine gewisse Expertise haben“, sagt Watzke. Damals wurden sechs WM-Spiele in Dortmund ausgetragen – unter anderem das Halbfinale zwischen Deutschland und Italien (0:2 n.V.).

Gelsenkirchen Kapazität: 54 740
Neubau, eröffnet August 2001
Turniere: WM 1974 und EM 1988 (jeweils Parkstadion), WM 2006

Als einzige NRW-Stadt war Gelsenkirchen bei allen drei bisherigen Turnieren in Deutschland dabei. Der FC Schalke 04 will mit seiner Arena bei der EM-Endrunde 2024 keine Ausnahme machen: „Wir sind zwar momentan noch in der Planungsphase, aber natürlich werden wir unseren Hut in den Ring werfen und uns bewerben“, sagt Sprecherin Anja Kleine-Wilde. Sie erinnert sich an „großartige Spiele und Erlebnisse“ in der Arena bei der WM 2006.

Köln
Kapazität: 46 195
Neubau, eröffnet Januar 2004
Turniere: EM 1988 (Müngersdorfer Stadion) und WM 2006

Die Stadt Köln als Eigentümer des Stadions hat am Mittwoch ihr Schreiben an den DFB abgeschickt, in dem sie ihr Interesse als Austragungsort bekundet. „Wir sehen gute Chancen für Köln“, sagt Agnes Klein, in der Domstadt die Stadtdezernentin für Bildung, Jugend und Sport. „Unser Stadion ist top, und Köln ist eine fußballbegeisterte Stadt. Das hat sich schon 2006 bei der WM gezeigt.“

Düsseldorf
Kapazität: 50 500
Neubau, eröffnet Januar 2005
Turniere: WM 1974 und EM 1988 (jeweils im Rheinstadion)

„Wir haben unser Interesse beim DFB bereits angemeldet“, betont Martin Ammermann, Geschäftsführer des städtischen Arena-Betreibers Düsseldorf Congress, Sport & Event, „wir sind uns der starken Konkurrenz aber bewusst.“ Die an Flughafen und Bahn bestens angebundene Arena hat einiges gestemmt: zweimal das Race of Champions der Formel 1, dreimal Wladimir Klitschko im WM-Boxen, den Eurovision Song Contest, Konzerte der Rolling Stones und das Eishockey-Winter-Game der DEL zwischen Düsseldorf und Köln.

Mönchengladbach
Kapazität: 46 279
Neubau, eröffnet Juli 2004
Turnier: Frauen-WM 2011

„Der Borussia-Park gehört für mich zu den schönsten Stadien Deutschlands. Wenn die EM tatsächlich hier stattfinden wird, werden wir alles daran setzen, Europa nach Mönchengladbach zu holen“, sagt Gladbachs Weltmeister und Vizepräsident Rainer Bonhof. Borussia als Stadioneigentümer hat beim DFB bereits offiziell das Interesse als Austragungsort bekundet.

Duisburg
Kapazität: bisher 28 000 (keine Angabe des MSV selbst)
Neubau, eröffnet November 2004
Turniere: keine

Italien bezog bei der WM 2006 sein Quartier in Duisburg und holte den Titel. Die Squadra Azzurra spielte bei einem öffentlichen Training in der Arena gegen die MSV-A-Jugend, aber Duisburg war kein Turnierspielort. Nun denkt der Klub darüber nach, sich für die EM zu bewerben. „Prinzipiell besteht Interesse“, sagt MSV-Sprecher Martin Haltermann. „Wir prüfen die Rahmenbedingungen.“ Der Klub halte auch einen Umbau des Stadions für möglich. „Wir müssen schauen, was wir auf welchen Wegen umsetzen können.“

Aachen Kapazität: bisher 27 250
Neubau, eröffnet August 2009
Turniere: keine

Die Stadt Aachen befreite die Alemannia im Januar 2015 von Folgekosten durch die Übernahme der für 46 Millionen Euro errichteten Arena. Stadtsprecher Bernd Büttgens hält eine Bewerbung als EM-Spielort für eine „reizvolle Idee“. Was für die Stadt als Spielort spräche? „Die Lage im Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien und somit der europäische Alltag im Westen der Republik“, sagt Büttgens. Aachen verfüge über ein modernes Stadion. „Aus den Bundesliga- und Zweitligazeiten der Alemannia, die ja bis 2024 auch wieder zurückkommen können, wissen wir, welch großartiges, auch hier euregionales Einzugsgebiet Aachen hat. Gute Gründe, sich zu bewerben, hätten wir schon. Aber eine Tendenz gibt es noch nicht.“

Auf Seite 2 lesen Sie, welche Städte verzichten wollen.

Autor: Nils Balke und Michael Ryberg

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