Carsten Wolters (179 Bundesliga- und 195 Zweitliga-Spiele) ist der prominenteste Oberliga-Akteur am Nordrhein.

MSV Duisburg II: "Erle" Wolters macht nächsten Schritt

Büffeln für den Trainer-Schein

tt
06. September 2007, 17:43 Uhr

Carsten Wolters (179 Bundesliga- und 195 Zweitliga-Spiele) ist der prominenteste Oberliga-Akteur am Nordrhein. "Sicherlich muss man sich umstellen, das Tempo ist anders, als im Profi-Bereich", sagt der Duisburger Routinier, "aber ich spiele jetzt auch in einer anderen Rolle, agiere im defensiven Mittelfeld. Als Außenverteidiger konnte man sich im Spiel sonst immer eine Ruhepause gönnen, jetzt geht das nicht mehr. Man muss schnell umschalten, dazu die Löcher stopfen."

Das klappte zuletzt nicht besonders gut, beim 5:5 in Straelen rappelte es kräftig. Wolters: "Unser Torwart Sven Jürgens musste vielleicht ein, zwei Bälle halten, es war ein verrücktes Spiel mit vielen, vielen Abwehrfehlern. Letztlich mussten wir das Ding einfahren, einen 5:3-Vorsprung sollte man schon über die Bühne bringen." Für ihn selbst war das hohe Unentschieden eine Premiere. Der 38-Jährige: "Ich habe zusammen mit Horst Steffen zu Profi-Zeiten Mal ein 4:5 in Gladbach erlebt, aber ein 5:5 gab es noch nie. Für die Zuschauer war es sicherlich eine tolle Begegnung, für einen Trainer eher weniger."

Zu dieser Kategorie gehört "Erle" zumindest halb. Neben seiner Rolle als Spieler betreut er die Truppe als "Co" von Horst Steffen. "Es macht Spaß. Wir planen zusammen, was im Training gemacht wird. Man muss schon Zeit investieren und sitzt sicherlich nicht den ganzen Tag zuhause. Im Grunde absolvieren wir bis auf ein, zwei Einheiten fast so viel Pensum wie die Profis. Für mich ist die Konstellation optimal."

Wolters beginnt ab November mit dem Trainer-B-Schein, um einen weiteren Schritt Richtung künftige Laufbahn zu unternehmen. Dadurch, dass der einstige Dortmunder weiter im Spielbetrieb bleibt, läuft der Übergang reibungslos. "Um ganz aufzuhören, fühle ich mich noch zu fit. Der Zeitpunkt, sich aus dem Profi-Bereich zu verabschieden, hat genau gepasst. Im letzten Jahr war ich in sechs Spielen dabei. Da kann man eins und eins zusammenzählen, was in dieser Saison gewesen wäre. Wichtig war für mich, im Verein zu bleiben und hier eine interessante Aufgabe zu übernehmen." Am Samstag war "Erle" Gast beim 3:0 des MSV über Bielefeld.

Allerdings spürte er nicht das ganz große Kribbeln, unbedingt wieder in die Kabine zu müssen: "Nein, schwergefallen ist mir das Zusehen nicht. Es sind viele Neue dabei, zu denen ich nicht den großen Kontakt habe. Meine alten Spezis, wie Markus Kurth oder Alex Bugera, spielen bei anderen Vereinen, Andy Voss ist noch in der Reha. Insofern ist der ganz große Bezug zu den Profis weg."

Autor: tt

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