Johannes Wurtz war der Aufsteiger der Hinrunde.

VfL Bochum

Wurtz glaubt an Hallo-Wach-Effekt

27. Januar 2017, 06:07 Uhr
Foto: firo

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Johannes Wurtz war der Aufsteiger der Hinrunde.

Aus Fürth an die Castroper Straße gewechselt, wurde er schnell den Vorschusslorbeeren von Christian Hochstätter („Er ist im Offensivspiel flexibel einsetzbar und kann verschiedene Positionen bekleiden“) gerecht. Fünf Tore und drei Vorlagen - der gebürtige Neukirchener wusste auf der Zehnerposition Akzente zu setzen.

RS verlieh ihm sogar den Spitznamen Offensivmalocher, weil ihm in den Ligaspielen kein Weg zu weit war und er es zuweilen mit seiner Aggressivität (sieben Gelbe Karten) übertrieb. Auf Tore des 24-Jährigen hofft der VfL auch in der Rückrunde. Doch wie seinem Sturmkollegen Peniel Mlapa gelang Wurtz in den Testspielen, in denen die gesamte Mannschaft deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, kein Treffer.

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Und zuletzt in Münster - da gibt es nichts zu beschönigen - war der Ex-Fürther genauso desorientiert wie seine Kollegen. Offen gesteht er ein: „Münster war der absolute Tiefpunkt, das war wirklich schlecht. Ohne wenn und aber uns hat die 100-prozentige Einstellung gefehlt. So etwas darf einem auch in einem Testspiel nicht passieren.“ Wenn der Horror-Show von Münster überhaupt etwas Positives abzugewinnen ist, dann vielleicht, dass zu Wochenbeginn sicherlich schonungslos über das Fehlverhalten diskutiert wurde. Wurtz darf man abnehmen, wenn er feststellt: „Ich bin sicher, Münster war für uns ein Hallo-Wach-Effekt. So werden wir uns kein zweites Mal präsentieren.“ Dies gilt es, in der alten Försterei unter Beweis zu stellen. Denn gute Vorsätze allein werden nicht ausreichen, um den VfL in einstellige Tabellenregionen zu befördern. Wurtz: „Wir wissen, was wir angerichtet haben. Das wird in Berlin anders.“

Das Spiel in der Hauptstadt ist für den Spielmacher eines der Highlights der Saison: „Da herrscht eine einzigartige Atmosphäre. Gegen einen starken Gegner. Aber warum sollten wir den Hinspielsieg nicht wiederholen?“ Und dann wartet er mit einem Kuriosum auf: Bevor er zum VfL wechselte, traf er für die SpVgg Greuther Fürth insgesamt nur zweimal. „Beide Male hieß der Gegner Union Berlin. Einmal reichte das Tor zum Remis, einmal zum Sieg. Jetzt hoffe ich darauf, dass ich auch mal in Köpenick treffe.“ Dort übrigens trifft er auf zwei alte Bekannte. Mit Felix Groß kickte er in Bremen, mit Stefan Fürstner in Fürth. „Zu beiden habe ich keinen Kontakt mehr. Aber natürlich gibt es ein herzliches Wiedersehen.“

Wurtz bricht Lanze für die Youngster

Wurtz bedauert, dass beim Start die beiden Außenverteidiger Timo Perthel und Stefano Celozzi noch nicht zur Verfügung stehen. Ansonsten bricht er aber eine Lanze für die Youngster: „Sie machen ihre Sache ganz toll und haben in der Hinrunde einen Schritt nach vorne gemacht.“ Einen weiteren Schritt nach vorne will auch er machen: „Wenn wir unser Leistungspotenzial abrufen und wir uns in Sachen Einstellung nie etwas vorzuwerfen haben, dann ist nach oben hin alles möglich.“
Doch dann sollten Auftritte wie in Münster endgültig der Vergangenheit angehören, denn die Geduld der Verantwortlichen ist erschöpft.

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