Die Duschen sauber halten, die Grünanlagen rund um den Sportplatz in Schuss halten – die Pflege einer Sportanlage erfordert viel Arbeit, oft ehrenamtliches Engagement.

Sportanlagen in Bottrop

Vereine zittern um Zuschüsse

Maximilian Lazar
25. Januar 2017, 08:07 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Die Duschen sauber halten, die Grünanlagen rund um den Sportplatz in Schuss halten – die Pflege einer Sportanlage erfordert viel Arbeit, oft ehrenamtliches Engagement.

Jetzt plant der Sport- und Bäderbetrieb, die Zuschüsse für die Pflege von Tennen- und Kunstrasenplätzen um bis zu 25 Prozent zu kürzen (die WAZ berichtete). Ein Thema, das für Zündstoff sorgt.

„Die Anlage am Wienberg ist drei Mal so groß wie an der Neustraße. Da kommen wir mit den zwei Mitarbeitern, die wir beschäftigen, schon kaum noch nach. Wie soll das erst funktionieren, wenn die Zuschüsse noch gekürzt werden?“, sagt Evelyn Masuth, 2. Vorsitzende der Hobbyliga. Seitdem der Verein auf dem neuen Tennenplatz spielt, ist er dort auch Hausherr. Der SV Vonderort nur noch Gast. Deren 1. Vorsitzender, Markus Ochmann, betont: „Ich finde es gut, dass die Zuschüsse künftig nach Aufwand, und nicht mehr nach Anzahl der Mannschaften gezahlt werden.“

Zum Aufgabengebiet der Hobbyliga zählt unter anderem die Instandhaltung der Duschen, der Kabinen und Toilette, aber auch der Baumschnitt hinter den Toren. „Außerdem müssen wir vor den Spieltagen auch die Linien auf dem Platz ziehen“, beschreibt Masuth.
Beim A-Ligisten SV Rhenania ist man dagegen noch entspannt. Deren Geschäftsführer Alfred Szepetiuk betonte auch mit Blick auf den Bau eines möglichen zweiten Kunstrasenplatzes am Blankenfeld: „So lange wir keine konkreten Zahlen an der Hand haben, müssen wir uns noch keine großen Gedanken machen. Wenn das der Fall ist, werden wir rechnen.“

Er könne aber durchaus nachvollziehen, dass der eine oder andere Verein an seine Grenzen stoßen könnte. Während einige Vereine für die Pflege der Plätze selbst sorgen müssen, werden zumindest der Kunstrasen- und der Tennenplatz am Blankenfeld noch von der Stadt in Schuss gehalten. Für die Pflege des Vereinsheims und der Sanitäranlagen hat der Klub Mitarbeiter engagiert. „Wenn die Mittel hier gekürzt werden, müssen wir auch die Anzahl der Arbeitsstunden kürzen“, sagt Szepetiuk

Vereine noch nicht informiert

Willi Beckfeld, 2. Vorsitzender des SV Fortuna, wundert sich, dass es von Seiten der Stadt noch keinen Hinweis auf eine mögliche Kürzung der Zuschüsse gegeben hat. Außerdem stellt er fest: „Die Zahlungen sind immer gleich geblieben, auch wenn sich die Unterhaltungskosten durch die Inflation erhöht haben. Wenn jetzt noch gekürzt wird, müssen wir uns etwas überlegen.“

Auch wenn der Kunstrasenplatz auf Rheinbaben weniger Arbeit als ein Rasenplatz mache, wäre genug zu tun. „Zum Beispiel die große Rasenfläche vor dem Vereinsheim muss regelmäßig gemäht werden. Vereine, die mehr Mannschaften haben, müssen auch ihre Kabinen öfter reinigen. So einfach kann man es sich da nicht machen“, sagt Beckfeld. Das letzte Wort in der Debatte um die Neuordnung der Zuschüsse ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen.

Autor: Maximilian Lazar

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