Beim Regionalligisten Alemannia Aachen stehen in der nahen Zukunft womöglich große Veränderungen an.

Aachen

Landesliga-Neustart Alternative zum Investor

Christian Brausch
24. Januar 2017, 16:14 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Beim Regionalligisten Alemannia Aachen stehen in der nahen Zukunft womöglich große Veränderungen an.

Die Aachener kämpfen mit einer Unterdeckung des laufenden Etats - sie soll bei rund 400.000 Euro liegen. Dazu gibt es Probleme mit dem Hauptsponsor, ein weiterer sechsstelliger Betrag soll auf dem Spiel stehen.

Daher beschäftigt man sich rund um den Tivoli mit dem Szenario, einem Investor die Tür zu öffnen. Das soll der 46-jährige Florian Meise sein, der zusammen mit einem Partner und Sportrechtevermarkter Michael Kölmel einen Einstieg bei den Aachenern in Betracht zieht. Der Investor soll demnach 49,9 Prozent der Anteile der Alemannia bekommen, im Gespräch ist eine Summe von rund vier Millionen Euro. Ein späterer Erwerb von bis zu 80 Prozent der Anteile soll möglich sein, wenn die 50+1-Regel fallen sollte. Im Gespräch sind dann weitere 3,6 Millionen Euro für die Aachener.

Gegenüber den Aachener Nachrichten betonte Meise: "Es ist ein sehr ernst gemeintes Angebot. Wir haben ein sehr solides, seriöses Angebot abgegeben. Ich möchte zu diesem Thema gerne darauf hinweisen, dass wir dem Verein ein unbeschränktes Vorkaufsrecht angeboten haben. Damit ist der Verein auch für den Fall eines späteren Verkaufs sehr gut geschützt. Wir haben den Gremien ein Angebot gemacht, bislang ohne Feedback. Der nächste Schritt wäre, dass die Herren wie vereinbart auf uns zukommen, sofern sie Interesse haben. Aus unserer Sicht ist es ein schwieriges Projekt mit einem hohen Risiko für den Investor. Es kann nur zu Konditionen funktionieren, die diesem Risiko auch entsprechen. So ist dieses Angebot entstanden. Ich bin dem Verein nicht böse, wenn er es ablehnt, weil er eine bessere Lösung hat."

Während sich die Verantwortlichen nun entscheiden müssen, ob sie das Angebot annehmen oder nicht, haben auch die Fans des Traditionsvereins Redebedarf. Mittlerweile hat sich die Faninitiative „Alemannia verkauft man nicht“ gegründet. Am 19. Januar haben sich im Rahmen der Initiative Fanklubs und Gruppen getroffen, um über den möglichen Einstiegs eines Investors zu diskutieren.

Doch noch zwei weitere Themen - als Alternative zur Übernahme eines Investors - wurden besprochen.

Erstens: Ein regionales Sponsorenkonzept, das der Verein noch im Januar vorstellen möchte.

Zweitens: Eine Rückführung der GmbH in einen Verein und ein Neustart in der Landesliga, wo aktuell die Reserve der Alemannia spielt. Eine Variante, die die Fans ins Spiel gebracht haben. Und - so heißt es auf der Homepage der Initiative: "Diese Möglichkeit wurden von den Anwesenden des Abends als die ‚noch am wenigsten schmerzhafte und auch logisch durchführbare Option‘ angesehen. Auch wenn unser Verein dann im Niemandsland des Fußballs neu anfangen müsste, hätte man sich nicht verkauft und besäße weiterhin Autarkie und Souveränität im eigenen Verein."

Noch steht in den Sternen, wie die Zukunft der Aachener aussieht. Aber schmerzhafte Einschnitte scheinen unausweichlich...

Autor: Christian Brausch

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