Das Bild an sich war nicht ungewöhnlich, sein Weg an die Öffentlichkeit schon: Ein lächelnder Michael Zorc war zu sehen, daneben ein 17-jähriger schmächtiger Mann, den Stift zur Unterschrift gezückt.

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Isak kommt – auch für den Fall, dass Aubameyang geht

Sebastian Weßling
24. Januar 2017, 06:07 Uhr
Foto: BVB

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Das Bild an sich war nicht ungewöhnlich, sein Weg an die Öffentlichkeit schon: Ein lächelnder Michael Zorc war zu sehen, daneben ein 17-jähriger schmächtiger Mann, den Stift zur Unterschrift gezückt.

Es war die endgültige Bestätigung, dass Alexander Isak ab sofort Spieler von Borussia Dortmund ist. Allerdings war es nicht der BVB, der das Bild verbreitete: Dickson Etuhu, einst Mitspieler Isaks beim schwedischen Erstligisten AIK Solna und inzwischen im Beraterstab des Angreifers, postete es im sozialen Netzwerk Instagram.

Erst Stunden später folgte die offizielle Mitteilung des BVB samt der branchenüblichen Aussagen: „Alexander Isak ist ein hochkarätiges Sturmtalent, das zahlreiche europäische Topklubs verpflichten wollten“, ließ sich Sportdirektor Michael Zorc zitieren. „Der BVB ist genauso wie der Spieler absolut überzeugt davon, dass dieser Transfer einer mit großer Perspektive ist.“ Und Isak ließ wissen: „Ich hatte ein paar Angebote auf dem Tisch, aber am Ende hatte ich das Gefühl, dass Dortmund genau der richtige Verein für mich ist, um mich als junger Spieler weiterzuentwickeln.“

Alles in allem kein gewöhnlicher Vorgang, aber Alexander Isak ist auch kein gewöhnlicher Spieler. 17 Jahre erst alt, aber schon rund neun Millionen Euro teuer – so viel überwies der BVB nach Informationen dieser Zeitung an den AIK. Eine Vertragslaufzeit wurde nicht kommuniziert. Bei einem minderjährigen Spieler erlauben die Fifa-Statuten eine Laufzeit bis maximal Sommer 2019.

Aber natürlich hat der BVB großes Interesse, den Spieler auch darüber hinaus langfristig an sich zu binden. Der trägt immerhin den Beinamen „neuer Ibrahimovic“. Anders als bei vielen anderen schwedischen Stürmern ist die Bezeichnung zumindest nicht abwegig: Zwar muss er noch an Muskelmasse zulegen, aber Isak vereint gute Technik mit starkem Stellungsspiel, fühlt sich auch außerhalb des Strafraums wohl im Kombinationsspiel und versteht es, im richtigen Moment in die richtigen Räume vor dem Tor zu stoßen. In 24 Ligaspielen traf er zehnmal. Seit Januar ist er Nationalspieler, in seinem zweiten Länderspiel gelang ihm sein erstes Tor – als bislang jüngster Schwede.
Hinter so einem sind viele europäische Spitzenklubs her. Bei Real Madrid war man sich seiner Sache sogar bis zuletzt so sicher, dass man schon ein Hotel für Isak reserviert hatte.

Doch der Stürmer entschied sich für die bessere Perspektive beim BVB. Der wiederum sieht seinen Zugang nicht als sofortige Verstärkung, sondern als langfristiges Invest – falls etwa Toptorjäger Aubameyang im Sommer geht.

Isak war nicht der einzige, der am Montag in Dortmund einen Vertrag unterschrieb: Christian Pulisic verlängerte um ein Jahr bis 2020. „Hier in Dortmund finde ich die für mich besten Bedingungen vor“, begründete der US-Amerikaner. Eine Erkenntnis, die in den vergangenen Monaten gereift ist – noch im Sommer hatte das Dortmunder Eigengewächs aufgrund der vielen Neuzugänge an seiner Perspektive gezweifelt. 19 Pflichtspieleinsätze seitdem aber haben ihn umdenken lassen.

Autor: Sebastian Weßling

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