Eine gewisse Angriffslust war Roman Weidenfeller nicht abzusprechen, als er den ramponierten Rasen im Bremer Weserstadion verließ.

Weidenfellers Kampfansage

"Gibt keinen Grund, was zu ändern"

Daniel Berg
22. Januar 2017, 09:39 Uhr
Foto: firo

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Eine gewisse Angriffslust war Roman Weidenfeller nicht abzusprechen, als er den ramponierten Rasen im Bremer Weserstadion verließ.

Dieser Sieg, dieses 2:1 von Borussia Dortmund gegen Werder Bremen, hatte ihn veranlasst, bemerkenswert deutlich zu sagen, was er denkt. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass der 36-Jährige eine sehr ansprechende Leistung gebracht hatte. Seine Mannschaft hatte ihn nicht permanent gebraucht und doch war sein Anteil an diesem Sieg nicht zu gering zu bemessen, weil er hielt, was er halten muss, und zudem eine Chance des Bremers Thomas Delaney mit einer feinen Fußparade zunichte machte. Weidenfeller, der Routinier, der sonstige Reservist, hatte gezeigt, dass auf ihn durchaus Verlass ist, wenn er spielt.

Er stand also da in den Katakomben des Stadions und wusste, dass sie sich doch gemüht hatten zu diesem Sieg. In ruhigem, aber bestimmten Ton trug er vor, was er zu sagen hatte. "Wir müssen das solider herunterspielen und dürfen nicht in einen solchen Konter hineinlaufen", sagte er zum Beispiel im Hinblick auf das Gegentor, an dem er keine Schuld trug. "Wir haben das Zweikampfverhalten vermissen lassen. Uns fehlt das Näschen, wann es gefährlich wird", tadelte er, um aber im nächsten Atemzug den Angriff auf die in der Tabelle vor dem BVB liegenden Mannschaften auszurufen: "Das war das erste Spiel des neuen Jahres und der Startschuss zu einer Aufholjagd."

Und er mahnte, dass es nun an der Zeit sei, sich daran zu gewöhnen, dass gegnerische Mannschaften gezielt körperlich zu Werke gehen gegen diesen BVB, der sich genau darüber gern mal beschwert. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass nicht alles immer so läuft wie gewünscht, dass wir bekriegt und bekämpft werden. Aber als wir in den schlechten Zeiten 2006 oder 2007 die schwächere Mannschaft waren, haben wir noch anders agiert als Bremen heute." Der Torwart wollte offenbar das Dortmunder Foul-Lamento beerdigen.

Trainer Thomas Tuchel hatte das in der ersten Saisonhälfte begonnen. Zu oft seien sie zu hart angegangen worden. Das ist die Kurzform. Weidenfellers Meinung scheint da eine andere zu sein. Wie auch bei einem anderen Thema, das der Torwart nach der Partie urplötzlich anschnitt. Weidenfeller steht derzeit nur im Tor, weil sich die eigentliche Nummer 1 Roman Bürki im Herbst einen Mittelhandbruch zuzog. Doch der Schweizer trainiert wieder und wird bald ins Tor zurückkehren. Kein Automatismus allerdings, wie Weidenfeller findet. "Ich habe gut gehalten und wir haben gewonnen. Es gibt keinen Grund etwas zu ändern", sagte er bei Sky. Eine Kampfansage an den Konkurrenten von einem, der sich eigentlich mit seinem Dasein als Nummer 2 arrangiert zu haben schien. Die Antwort von Trainer Tuchel? "Da muss ich ihn enttäuschen, wenn Bürki wieder fit ist, steht er im Tor."

Autor: Daniel Berg

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