Am Kicker ist gegen den neuen Chef kein Kraut gewachsen. Keine zwei Minuten sind gespielt, da führt der neue Abteilungsleiter des SC Hassel schon mit 2:0.

Hassel

Giller plant Zukunft - Zusage von 3 Leistungsträgern

Christoph Winkel
19. Januar 2017, 08:07 Uhr
Foto: Joachim Kleine-Büning

Foto: Joachim Kleine-Büning

Am Kicker ist gegen den neuen Chef kein Kraut gewachsen. Keine zwei Minuten sind gespielt, da führt der neue Abteilungsleiter des SC Hassel schon mit 2:0.

Locker aus dem Handgelenk. „Ich mache das nicht zum ersten Mal“, sagt Jörg Böving und lacht. Die Aufgabe des Abteilungsleiters ist für den 56-Jährigen allerdings neu. Seit Montagabend ist der selbständige Fliesenleger im Amt.

Nachdem sein Vorgänger Bruno Piotrowski im vergangenen Sommer seinen Abschied vom SC Hassel bekanntgegeben hatte, wurde im Verein ein Nachfolger gesucht. In der Sitzung des Hauptvorstands im November sagte Jörg Böving zu, sich zur Wahl zu stellen, die er am Montag schließlich mit großer Mehrheit gewann.

Der Bertlicher, der zuvor Jugendleiter beim Sportclub war, setzt bei seiner neuen Aufgabe auf die Unterstützung seines kompletten Teams (siehe Infobox) – allen voran auf die Hilfe von Geschäftsführer Jörg Giller, der als Teammanager künftig die Geschicke der Oberliga-Mannschaft lenken soll. Beide haben schon vor einigen Jahren beim SuS Bertlich zusammengearbeitet. Über Giller kam Böving vor zwei Jahren als Jugendtrainer zum Sportclub. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt Jörg Böving. Er wünscht sich selbstständiges Handeln und Kreativität „Es hat doch niemand etwas davon, wenn er hier seine wertvolle Freizeit opfert und ich ihm sage, dass er mal eine Flasche Cola holen soll. Wir wollen gemeinsam Spaß und Erfolg haben.“

Die ersten Erfolge kann das neue Team schon für sich verbuchen. Mannschaftskapitän Nikolaj Zugcic bleibt ein weiteres Jahr, auch Patrick und Kevin Rudolph haben am Mittwoch ihre Zusage für die neue Saison gegeben. Weitere Leistungsträger, mit denen schon im Vorfeld der Wahl gesprochen wurde, haben bis zum Wochenende die Gelegenheit, sich zu ihrer Zukunft zu äußern. Böving und Giller sind aber sehr optimistisch, dass weitere Säulen der Mannschaft bleiben.

„Es ist schon ein Sprung ins kalte Wasser“
Jörg Böving

Jörg Böving bedauert allerdings, dass sein Amtsvorgänger seit November noch keine Zeit gefunden hat, ihm einige wichtige Fragen zu beantworten „Es ist schon ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Böving. „Da gibt es ein paar Dinge, über die ich schon gerne Bescheid wüsste.“
Sportlich, das betonen Böving und Giller, soll sich der Verein natürlich nicht verschlechtern. „Wenn wir mit der 1. Mannschaft auch nach der Saison noch Tabellensechster sind, sind wir hochzufrieden“, sagt Böving, der allerdings noch keine Einschätzung zur langfristigen Perspektive des Oberliga-Teams abgeben möchte. „Fakt ist, dass dem Verein für die Regionalliga momentan einfach die Strukturen fehlen“, sagt er.

Im Jugendbereich, so plant es der neue Vorstand der Fußballabteilung, soll das Niveau in den nächsten Jahren angehoben werden. Sowohl die ältesten Jugendmannschaften als auch die 2. Senioren-Mannschaft sollen wieder überkreislich um Punkte spielen. „Wir brauchen einfach einen vernünftigen Unterbau für unsere 1. Mannschaft, wir wollen Perspektiven bieten“, sagt Jörg Giller. Allerdings betont der Geschäftsführer, dass das nicht von heute auf morgen umzusetzen sei.

Den Kunstrasenplatz, der im Februar des nächsten Jahres bespielbar sein soll, betrachten beide als „Meilenstein“ für den Verein. „Der Kunstrasen eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten. Die Bedingungen in den kalten Monaten sind einfach nur schlecht.“

Mit dem Westfalenligisten YEG Hassel, der wie der SC auf der Sportanlage Lüttinghof seine Heimat hat, setzen Jörg Böving auf Jörg Giller auf gute und konstruktive Nachbarschaft. „Keiner hier ist glücklich mit der Situation, also machen wir das Beste daraus“, sagt Jörg Böving. „Als Jugendleiter habe ich keine Meinungsverschiedenheiten mit YEG gehabt. Ich gehe davon aus, dass sich das als Abteilungsleiter nicht ändern wird“, sagt er.

Autor: Christoph Winkel

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