Halle Bochum

„Dosenöffner“ Büscher lässt Hordel triumphieren

Robert Bauguitte
15. Januar 2017, 20:05 Uhr

Foto: Thorsten Tillmann

Mit einem 1:0-Sieg gegen Phönix Bochum sicherte sich TuS Hordel den Titel bei der Bochumer Hallenkreisstadtmeisterschaft 2017.

Der B-Ligist CF Kurdistan war zudem die große Überraschung und bekam zwei Auszeichnungen. Nachdem sich bereits Samstag der Titelverteidiger SG Wattenscheid 09 nach einer 2:3-Niederlage im Viertelfinale gegen TuS Hordel aus dem Wettbewerb verabschiedet hatte, war gesichert, dass das Sparkassen Masters 2017 einen neuen Titelträger bekommt. VfL Bochums Stadionsprecher Michael Wurst führte als Moderator durch den launigen Hallentag, an dem neben dem offiziellen Hallenstadtmeister der Senioren auch mit dem VfL Bochum die beste Frauenmannschaft und mit Adler Riemke II das beste Reserveteam des Bochumer Kreises gekürt wurden.

Im ersten Halbfinale der Senioren mussten dann direkt die beiden höherklassigen Favoriten CSV SF Bochum-Linden und die DJK TuS Hordel um das Finalticket des Sparkassen Masters 2017 ringen. Nachdem in den ersten sechs Minuten der Partie kein Treffer fiel, eröffnete Linden schließlich den Torreigen. Doch die Antwort der Hordeler folgte postwendend. In der Folge übernahm der DJK dann auch die Spielkontrolle und konnte sich durch ein verdientes 4:1 für das Finale qualifizieren.

Im zweiten Halbfinale bekamen die Zuschauer in der fast ausverkauften Rundsporthalle noch einmal packenden Hallenfußball geboten. Die beiden Überraschungsteams Phönix Bochum und CF Kurdistan schenkten sich nichts. Durch einen Kunstschuss von der Mittellinie konnte CF dann gegen Phönix sogar an der Sensation schnuppern, als B-Ligist in ein Endspiel einzuziehen, doch der Bezirksligist steckte nicht auf und glich noch vor dem Ende der zwölf Minuten aus.

CF Kurdistan scheitert im Neunmeterschießen

Die Entscheidung musste schließlich im Neunmeterschießen her. Dem CF versagten die Nerven und kein Schuss zappelte im Netz. Phönix Bochum machte es dagegen besser und zog mit zwei verwandelten Neunmetern in das Finale ein.

Im Spiel um Platz drei der Senioren lieferten sich der CF Kurdistan und die christlichen Sportfreunde aus Linden erneut einen engen Kampf. Kurz vor Schluss konnte der CSV mit 4:2 die Oberhand behalten und sich über den dritten Platz freuen. Linden-Spieler Lars Rösner gab nach Spielende zu, dass sich seine Mitspieler insgeheim jedoch mehr erhofft hatten: „Wenn man einmal bei den Finalspielen dabei ist, will man auch um den großen Titel mitspielen. Das kleine Finale gewonnen zu haben ist immerhin ein versöhnlicher Abschluss.“

Auch der Verlierer konnte auf ein langes und erfolgreiches Turnier zurückblicken. Im letzten Jahr holte bereits das Reserveteam von CF Kurdistan den dritten Rang beim Sparkassen Masters, für die Senioren reichte es diesmal zum vierten Rang. Trainer Haci Arpe war angesichts des tollen Turniers absolut stolz auf seine Spieler: „Wir haben eine super Leistung gezeigt, die für einen Kreisligisten nicht alltäglich ist. Ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft aber auch an den CSV Linden. Sie haben verdient gewonnen“, äußerte sich der CF-Coach nach Spielende.

„Dosenöffner“ bringt den Final-Sieg für Hordel

Im Finale mussten die Zuschauer lange auf ein Tor der beiden Teams warten. Die Begegnung, die an Einsatz und Spannung den vorhergehenden Partien in nichts nach stand, war lange Zeit völlig offen. Dann jedoch traf Andreas Büscher nach sechs Minuten zum alles entscheidenden 1:0 für den TuS Hordel. Co-Trainer René Ziarna, der sein Team beim Hallen-Masters betreute, bezeichnete dieses Tor folgerichtig als „Dosenöffner“. Der Linienchef zeigte sich begeistert: „Es war unser Ziel den Titel endlich nach Hordel zu holen und das ist uns gelungen. Das Spiel gegen Wattenscheid 09 war dabei sicherlich sehr wichtig für uns. Wenn man den Titelverteidiger schlägt, dann ist alles möglich. Das Finalspiel gegen Phönix war vielleicht knapp im Ergebnis, aber wir waren absolut spielbestimmend und ich habe zu keiner Zeit daran gezweifelt, dass wir als Sieger vom Platz gehen.“

Wir waren bis zum Endspiel die beste Mannschaft des Turniers.
Marcus Himmerich (Trainer Phönix)

Doch auch das unterlegene Team von Phönix Bochum musste sich trotz der knappen Niederlage nicht für seine Leistung grämen. Phönix-Übungsleiter Marcus Himmerich fasste die letzten Tage noch einmal zusammen: „Ich bin stolz darauf, was wir in den letzten zwei Wochen geleistet haben, von der Qualifikation für diese Endrunde bis zum Finale. Wir waren bis zum Endspiel die beste Mannschaft des Turniers. Ich glaube, damit übertreibe ich auch nicht. Gegen Hordel haben wir dann leider Lehrgeld bezahlt. Sie waren genau dieses eine Tor abgezockter.“ Himmerich lobte zudem noch einmal die Unterstützung der Fans: „Ich glaube, dass der Funke von den Rängen absolut auf die Spieler übergesprungen ist. Das war ein würdiger Abschluss.“

Doppelte Auszeichnung für CF Kurdistan

Am Ende konnte sich der CF Kurdistan dann doch noch freuen. Sportlich nur Vierter des Turniers, heimste der Klub zwei weitere Auszeichnungen ein. Zum besten Torschützen des Turniers wurde Agid Akgün gekürt, der mit neun Toren die meisten Treffer auf dem Bochumer Hallenparkett erzielte. Als bester Torhüter erhielt zudem Mohammed Alghurabi eine besondere Auszeichnung für seine Paraden und machte damit das Turnierabschluss für sein Team mehr als rund.

Technisches Hilfsmittel für das Schiedsrichter-Gespann

Eine technische Besonderheit für das Schiedsrichtergespann wurde in diesem Jahr an beiden Finaltagen erprobt. Wie auch in der Bundesliga oder der Champions League sind sowohl der leitende Schiedsrichter, als auch seine Assistenten hinter der Bande via Headset miteinander vernetzt. Vor allem bei strittigen Situationen soll den Referees damit die Arbeit deutlich erleichtert werden.

Heiko Schneider, der Bochumer Schiedsrichter-Lehrwart, erklärt die Vorteile des technischen Hilfsmittels: „Die Anforderungen und Erwartungen an die Schiedsrichter steigen stetig. Wir hatten Glück mit den starken Partnern, der Sparkasse und dem Fußballkreis Bochum, Förderer für dieses Vorhaben zu finden. Die Nutzung eines Headsets hat sich bereits international und in der Bundesliga bewährt.“ Ob die Technik dabei auch auf den Außenplätzen des Kreises zum Einsatz kommen kann, bleibt jedoch noch abzuwarten: „Wir hatten bisher ein paar Testläufe. Hier aber vordergründig für Aus- und Weiterbildungszwecke unserer Schiedsrichter. Wir hoffen bei wichtigen Spielen im Kreis, wie auch bei zukünftigen Hallenmasters, weiterhin dieses Hilfsmittel verwenden zu können“, sagte Schneider.

Autor: Robert Bauguitte

Kommentieren