Die große Freude war Schalkes neuem Angreifer Guido Burgstaller am Freitagmittag schon anzumerken.

Schalke

Burgstaller will keinen Thomas-Müller-Vergleich

Manfred Hendriock
14. Januar 2017, 08:07 Uhr
Foto: firo

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Die große Freude war Schalkes neuem Angreifer Guido Burgstaller am Freitagmittag schon anzumerken.

Für den Abend wurde seine Verlobte in Gelsenkirchen erwartet – ein bisschen Familienanschluss in der neuen Umgebung kann ja durchaus hilfreich sein. Bis sich die beiden das erste Mal in Gelsenkirchen sehen, wird es freilich bis zum Samstagabend dauern: Denn erst dann kehrt Guido Burgstaller mit seiner neuen Schalker Mannschaft vom Testspiel in Chemnitz (Samstag, 14 Uhr) zurück.

Der Österreicher, den Schalke vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichtet hat, muss die Mannschaft im Schnellverfahren kennenlernen: Er hat nur eine Woche Zeit, um sich bis zum Bundesliga-Spiel gegen Ingolstadt an die neue Umgebung zu gewöhnen. Und Schalke erwartet, dass der Angreifer keine lange Anlaufzeit benötigt, um sich in der Bundesliga zurechtzufinden.

Guido Burgstaller ist eine unkonventionelle Lösung gegen die Personalprobleme im Sturm: Ein Mann, der aus der zweiten Liga kommt und der mit 27 Jahren nicht mehr als Talent durchgeht, das die Karriere noch vor sich hat. Dafür ist das Risiko bei einer Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro, die sich durch Zusatzvereinbarungen noch erhöhen kann, aber überschaubar. „Es ist nicht selbstverständlich, dass so ein großer Verein wie Schalke anruft und mich verpflichten will“, sagt Burgstaller selbst über den plötzlichen Karrieresprung im Winter. Auf der anderen Seite hat er mit seiner Bilanz aus 63 Zweitligaspielen für den 1. FC Nürnberg (33 Tore plus zehn Torvorlagen) aber auch einiges zu bieten: „Ich glaube schon, dass ich mich in den zwei Jahren in Nürnberg aufgedrängt habe.“ Angst macht es ihm jedenfalls nicht, dass er seine Tore nun eine Liga höher schießen soll, aber er weiß natürlich auch: „Das Niveau dort ist schon etwas anders.“

So richtig auf der Rechnung hatten ihn die großen Klubs bisher nicht. Und trotzdem bringt er eine Komponente mit, auf die man gespannt sein darf: Denn einer seiner ehemaligen Trainer vergleicht ihn mit Weltmeister Thomas Müller. Helmut Kraft, der Burgstaller in seiner Zeit beim SC Wiener Neustadt (2008 bis 2011) trainiert hat, sagte dem Portal Goal.com: „Im Vergleich mit einem deutschen Fußballer würde er Thomas Müller sehr ähneln. Beide spielen sehr unorthodox und haben einen außergewöhnlichen Torriecher.“

Burgstaller sieht sich auch als Instinkt-Stürmer: „Ich stehe da, wo ein Stürmer stehen muss. Und ich muss manchmal nicht lange nachdenken, weil ich ganz gut mit beiden Füßen schießen kann.“ Am liebsten spielt er in einem System mit zwei Angreifern, wie es aktuell auch Schalke praktiziert, dort kann er durch die Mitte oder über die linke Seite kommen. Aber die Parallele zu Thomas Müller hält er dann doch für übertrieben: „Thomas Müller ist ein Weltklassespieler“, sagt er der WAZ: „Mit ihm möchte ich mich nicht vergleichen. Das ehrt mich zwar, aber ich komme aus der zweiten Liga.“

Nun will er einfach die Chance nutzen, die ihm Schalke gibt. Eine bestimmte Tor-Marke hat er sich für die Rückrunde nicht vorgenommen, das hat er nie getan. Außerdem sieht er seine Qualität auch nicht nur im Abschluss, sondern auch als Stürmer, der weite Wege für die Mannschaft geht und viel gegen den Ball arbeitet. „Aber“, sagt er mit einem Lächeln, „ich habe bewiesen, dass ich ab und zu ein Tor schießen kann.“

Ein Satz, der so aber auch von Thomas Müller stammen könnte...

Autor: Manfred Hendriock

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