Ein Klick auf Wikipedia genügt, um eine düstere Prognose für Pierre-Emerick Aubameyang zu stellen.

Aubameyang vor Afrika-Cup

Pardiesvogel und "No-Name-Truppe"

sid
12. Januar 2017, 14:13 Uhr
Foto: firo

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Ein Klick auf Wikipedia genügt, um eine düstere Prognose für Pierre-Emerick Aubameyang zu stellen.

Für 16 seiner 22 Nationalmannschaftskollegen aus Gabun gibt es im Internet-Lexikon keinen Eintrag. Wenn der Stürmerstar von Borussia Dortmund den Gastgeber am Samstag (17.00 Uhr) im Eröffnungsspiel des Afrika-Cups gegen Guinea-Bissau aufs Feld führt, startet der Kapitän mit einem Team der Namenlosen in eine fast aussichtslose Mission.

Ganz unrecht ist die Außenseiterrolle des Turnier-Ausrichters, der in der Gruppe A zudem auf Kamerun und Burkina Faso trifft, den Dortmunder Verantwortlichen nicht. Um so früher Aubameyang wieder beim Vizemeister ist, um so größer sind die Chancen auf Siege in der Fußball-Bundesliga - die der Tabellensechste nach einer bisher äußerst mäßigen Saison dringend braucht.

Daraus macht auch Thomas Tuchel keinen Hehl. "Natürlich hoffen wir, dass 'Auba' schnellstmöglich und vor allem gesund zurückkommt", sagte der Trainer. Tuchel weiß, was er an seinem pfeilschnellen Angreifer hat. Schließlich ist Aubameyang für seine Bundesliga-Kollegen der beste Spieler der bisherigen Spielzeit. In einer Umfrage des kicker gaben 33,6 Prozent der Profis ihre Stimme für den Topstürmer ab, der die Torschützenliste nach 16 Spieltagen mit 16 Treffern anführt.

Auf dem Schwarzen Kontinent ist Aubameyang in diesem Jahr allerdings nicht ganz vorne. Doch obwohl er bei der Wahl zu Afrikas Fußballer des Jahres "nur" Zweiter wurde, gratulierte der 27-Jährige fair dem Sieger Riyad Mahrez. "Herzlichen Glückwunsch. Wir sehen uns beim Afrika-Cup", schrieb er bei Twitter. "Auba", der die Abstimmung im vergangenen Jahr gewonnen hatte, lag 48 Stimmen hinter dem algerischen Stürmer des englischen Sensationsmeisters Leicester City.

Dass Aubameyang bei der Preisverleihung auf ein extravagantes Outfit verzichten musste, hat den Paradiesvogel mit der Vorliebe für goldene Sportwagen, Batman-Kostüme und Rap ziemlich gewurmt. Da sein Koffer auf dem Weg zur Gala in Nigeria verlorengegangen war, musste er im lässigen Ferrari-Shirt neben Mahrez posieren.

In welchem Trikot Aubameyang zukünftig abgelichtet wird, ist derweil immer noch nicht so ganz klar. Zwar steht der Torjäger bis 2020 beim BVB unter Vertrag, die Wechselgerüchte reißen allerdings nicht ab. Ob Angebote in dreistelliger Millionenhöhe aus China, Interesse von Manchester United und dem FC Arsenal oder Kontakte zu Real Madrid - nahezu alles wurde und wird gehandelt.

Vorspielen muss Aubameyang beim Afrika-Cup jedenfalls nicht mehr. Über seine Klasse gibt es längst keine zwei Meinungen mehr. Nur seine Trips nach Mailand könnten potenziellen neuen Arbeitgebern ein Dorn im Auge sein. Diesmal ist Aubameyang übrigens länger weg, mindestens bis Ende Januar - ganz ohne Suspendierung.

Autor: sid

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