Vom 5. bis zum 13. Januar bereitet sich der BVB im spanischen Marbella auf die Rückrunde vor. Unser Reporter vor Ort berichtet in seinem Tagebuch von den (Rand-) Geschichten des Tages.

BVB-Tagebuch aus Marbella

Immer im Kreis

Sebastian Weßling
11. Januar 2017, 20:10 Uhr
Foto: firo

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Vom 5. bis zum 13. Januar bereitet sich der BVB im spanischen Marbella auf die Rückrunde vor. Unser Reporter vor Ort berichtet in seinem Tagebuch von den (Rand-) Geschichten des Tages.

Trainingslager sind zum Trainieren da, natürlich. Zu was auch sonst. Die Profis entwickeln ihr Zusammenspiel weiter, im Falle von Borussia Dortmund vor allem jenes in der Defensive. Aber auch die Reporter lernen stets dazu und entwickeln sich weiter. Anders als die Spieler dürfen sie dabei natürlich nicht nur auf sich schauen, das wäre für Journalisten eine eher schlechte Art und Weise, dem Beruf nachzugehen. Also schaut man auf andere, vor allem auf Fußballspieler, dazu ist man ja da.

Aber erst einmal muss man zu den Fußballspielern ja überhaupt hinkommen. In Marbella heißt das: Raus aus dem Hotel, rein ins Auto. Stadteinwärts über den Bulevar del Principe Alfonso von Hohenlohe, der deutlich weniger prachtvoll ist, als er klingt. Weiter über die Avenida de Ricardo Soriano, schließlich links abgebogen auf die Travesia Huerta los Cristales. Aufs Estadio Municipal zu. Vorbei am Estadio Municipal. Rechts ab in die Calle Vicento Blasco Ibanez, wieder rechts in die Calle Ricardo Lucena Sola, rechts in die Calle Magellanas, rechts in die Travesia Huerta los Cristales und das Ganze wieder von vorne.

Leider ist es nämlich so, dass diese Straßen wesentlich mehr Buchstaben als freie Parkplätze haben. Der spanische Autofahrer begreift zwar Halteverbotsschilder eher als unverbindliche Empfehlungen denn als Verbote, dennoch reicht der Platz nicht für alle Autos. Mit einer Umkreisung ist es deswegen nicht getan, mit zweien auch nicht.

Und auf jeder Runde die gleichen Erlebnisse: Da, ein Parkplatz! Doch nicht, es steht ein Kleinwagen drin. Dort! Nein, nur mit Behindertenausweis. Der da! Zu spät, ein Anderer war schneller. So geht es immer weiter in Rechtskurven ums Stadion, Kupplung und Servolenkung beschweren sich immer hörbarer.

Am schlimmsten Tag kommen 45 Minuten zwischen der ersten Vorbeifahrt am Stadion und dem Betreten der Stadiontribüne zusammen. Ich bilde mir ein, im Blick des Kollegen, der sein Hotel in Laufweite hat, leichtes Mitleid zu erkennen. Im Blick des Pressesprechers nicht. „Na, warum so spät“, sagt er und grinst. Er hat gut reden. Für ihn ist ein Parkplatz reserviert.

Autor: Sebastian Weßling

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