Schalke und Holger Badstuber – es ist der Transfer-Hammer dieses Winters. Die Königsblauen haben sich mit dem FC Bayern München auf eine Leihe bis zum 30. Juni geeinigt.

Schalke 04

So lief der Badstuber-Deal

Thomas Tartemann
11. Januar 2017, 08:37 Uhr
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Schalke und Holger Badstuber – es ist der Transfer-Hammer dieses Winters. Die Königsblauen haben sich mit dem FC Bayern München auf eine Leihe bis zum 30. Juni geeinigt.

Der 27-Jährige wird Donnerstag in Gelsenkirchen den Medizincheck absolvieren. „Er wird nach seiner Rückkehr das unterschreiben, was vereinbart ist“, kündigte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel an. Gleichzeitig versicherte er, dass kein weiterer Spieler geholt werde: „Wir wollten vorne und hinten etwas machen. Das haben wir getan.“
Badstuber richtete sich im sozialen Netzwerk Twitter an die Fans des Rekordmeisters. „Ich war oft gut darin, positiv nach vorne zu schauen. Das möchte ich auch jetzt tun“, schrieb er.

Nur drei Einsätze bei den Bayern

Optimismus und Kampfgeist musste der Verteidiger in seiner Karriere schließlich schon häufiger bewiesen. Zwei Kreuzbandrisse, Sehnen- und Muskelrisse bremsten Badstuber aus. Er kämpfte sich immer wieder zurück. Im Februar 2016 zog er sich einen Bruch des Sprunggelenks zu. Nach seiner Rückkehr kam er unter Trainer Carlo Ancelotti nur noch zu drei Einsätzen – zu wenig für seine Ansprüche, Badstuber wollte wechseln.

Damit ihm dieser Wunsch erfüllt werden konnte, mussten bestimmte Modalitäten erfüllt werden. Denn Sportvorstand Heidel hatte gesagt: „Für uns kommt nichts anderes als eine Badstuber-Ausleihe in Frage.“ Um diese zu ermöglichen, musste der Verteidiger seinen bis Sommer laufenden Vertrag bei den Bayern verlängern. Das ist gestern ebenfalls beschlossen worden. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hat sich mit dem FC Bayern mündlich auf eine Verlängerung seines Vertrags bis 2018 verständigt. Erst mit dieser Vereinbarung war der Weg für Schalke frei.

Denn die DFL-Statuten schreiben vor, dass nach Ablauf der Leihe weiterhin eine vertragliche Bindung zwischen dem verleihenden Klub und dem Spieler bestehen muss.

Zudem musste sich Schalke auch noch mit Badstuber einig werden. Heidel hatte noch vor der Einigung mit den Bayern gesagt: „Wir machen jetzt nicht den Safe auf.“ Der Sportvorstand der Königsblauen hatte versichert, dass sich der Klub mit der Badstuber-Leihe finanziell nicht übernehmen werde.

Schließlich birgt das Geschäft für die Schalker ein besonderes Risiko. Die Krankenakte des 27-Jährigen ist prall gefüllt. Insgesamt fiel er bei den Bayern 1281 Tage aus.

Die damit einhergehenden Bedenken teilt Heidel nicht. „50 Prozent der Leute sagen: Badstuber hat in den letzten zwei Jahren keinen Fußball gespielt. Die andere Hälfte sagt: Holger ist ein Nationalspieler, der einfach unglaublich viel Pech hatte. Zu dieser Hälfte zähle ich auch.“ Heidel ist von den Qualitäten des Abwehrrecken überzeugt: „Im Bereich Spieleröffnung ist Holger einer der Besten, die ich kenne.“

Für Heidel und Cheftrainer Markus Weinzierl ist neben der sportlichen Qualität auch elementar, dass der Neue ohne Eingewöhnungszeit sofort hilft. „Holger ist deutscher Spieler, ein guter Typ, er passt in die Gruppe. Man muss ihm nichts gut erklären. Bei Winter-Transfers ist so etwas oft ein Vorteil. Im Sommer ist das etwas anderes. Da hat man sechs bis acht Wochen Zeit“, zeigt Heidel auf.

Dann soll Holger Badstuber neben dem am Montag aus Nürnberg fest verpflichteten Sturm-Arbeitstier Guido Burgstaller (27/Vertrag bis 2020) königsblau tragen. Bereits am Samstag steht der Test gegen Drittligist Chemnitzer FC an. Noch ist unklar, ob Badstuber dann spielen wird. „Dafür müssten alle Formalitäten geklärt sein“, sagte Heidel.

Autor: Thomas Tartemann

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