Wenn Markus Weinzierl in Benidorm auf dem Trainingsplatz steht, hat er oft die Hände in den Hosentaschen vergraben und den Kopf nach unten gesenkt - das sieht dann immer sehr nachdenklich aus.

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Fährmann sieht Verbesserungen im Spiel seines Teams

Manfred Hendriock
09. Januar 2017, 09:07 Uhr
Foto: DeFodi.de

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Wenn Markus Weinzierl in Benidorm auf dem Trainingsplatz steht, hat er oft die Hände in den Hosentaschen vergraben und den Kopf nach unten gesenkt - das sieht dann immer sehr nachdenklich aus.

Am Sonntag aber ging Schalkes Trainer voll aus sich heraus und rief immer wieder Anweisungen über den Platz. „Wir müssen gedanklich schneller sein als der Gegner”, forderte Weinzierl so laut, dass es jeder hören konnte. Auf dem Programm stand das Spiel aus der Abwehr heraus, das auf Schalke immer noch zu langsam vonstatten geht.

Konditionell, das hat Schalkes Chefcoach zu Beginn des Trainingslagers in Spanien betont, gibt es in der Mannschaft keine Probleme - umso mehr kann er die Zeit in der Sonne nutzen, um an der Taktik zu arbeiten. Schneller nach vorne spielen, präziser den Ball in die Spitze bringen, dort entschlossener den Torschuss suchen - diese Dinge stehen auf der Agenda. „Was wir verbessern wollen, ist der Spielaufbau”, sagt Ralf Fährmann.

Bei der Einheit am Sonntag war er als Torwart dabei mit eingeschlossen: „Es geht um das Spiel nach vorne, und das geht schon hinten los.” Keeper Fährmann musste mit dem Fuß lange Bälle auf Stoßstürmer Eric Maxim Choupo-Moting schlagen, wenn die Anspielstationen hinten für ihn zugestellt waren. Fährmann glaubt, dass es um Verfeinerungen geht: „Man hat in der Hinrunde schon gesehen, dass wir uns verbessert haben.” Jetzt würden die einstudierten Abläufe flüssiger. „Das sieht gut aus”, so der 28-Jährige. „Deswegen freue ich mich auf die Rückrunde.”

Den Verbesserungen, die Fährmann beschwört, steht freilich die eine oder andere Beobachtung entgegen. Auch zur Hälfte des Trainingslagers ist immer noch kein Neuzugang eingetroffen - Weinzierl, der auf die Notwendigkeit von Verstärkungen hingewiesen hat, muss mit den vorhandenen Spielern arbeiten. Und weil selbst von denjenigen, die in Spanien sind, nicht alle verletzungsfrei sind (Höwedes, Nastasic), sah es am Sonntag so aus: In der A-Elf standen mit Thilo Kehrer, Phil Neumann und Donis Avdijaj drei Spieler, die zusammen noch keine zehn Bundesliga-Einsätze absolviert haben. Keine leichte Aufgabe für Weinzierl, der sagt: „Jeder Verein und jeder Trainer ist von der Qualität der Spieler abhängig.”

Fährmann glaubt, dass Schalke „nicht auf Teufel komm’ raus” neue Spieler braucht. „Wir haben einen guten Kader, wenn alle fit sind.” Als Maßstab nimmt er die starke Phase in der Hinrunde, als Schalke zwölf Pflichtspiele am Stück ungeschlagen geblieben war. Für den Torwart ist in der Rückrunde noch alles drin: „Wir sind in beiden Pokal-Wettbewerben noch dabei und in der Bundesliga wollen wir Boden gut machen. Wir müssen eine Aufholjagd starten und dann sehen wir, was am Ende noch drin ist.”

Für Schalke und Weinzierl wird das ein dickes Brett. Derzeit arbeitet der Trainer daran, dass die vorhandene Mannschaft besser wird - aber manchmal sieht er dabei ganz schön nachdenklich aus...

Autor: Manfred Hendriock

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