Das 12. NRW-Traditionsmasters verließen nicht alle Fans und Spieler zufrieden. Vor allem Rot-Weiss Essen war nach der Vorrunde etwas bedient.

NRW-Traditionsmasters

Das Spiel S04 - VfL verärgert RWE-Fans

08. Januar 2017, 19:05 Uhr
Foto: MaBo-Sport

Foto: MaBo-Sport

Das 12. NRW-Traditionsmasters verließen nicht alle Fans und Spieler zufrieden. Vor allem Rot-Weiss Essen war nach der Vorrunde etwas bedient.

Der Grund war zum einen die eigene Leistung, mit der Erwin Koen nicht in Gänze zufrieden war. Zum anderen hatte aber auch die Partie zwischen den beiden Gruppengegnern FC Schalke 04 und VfL Bochum für Unzufriedenheit gesorgt. Schon vor dem Spiel war klar, dass beiden ein Unentschieden zum Weiterkommen reichen würde. Bochum ging dann auch mit 1:0 in Führung (5.). Doch nachdem Schalke der Ausgleich gelungen war (7.), war auf dem Feld tote Hose. Nur einen Torschuss gab es in den restlichen acht Minuten. Sonst fand reines Ballgeschiebe statt.

Die Zuschauer, vor allem die von Rot-Weiss Essen, brachte dieses durchaus unsportliche Verhalten bei einem Turnier, bei dem in erster Linie der Spaß im Vordergrund steht, durchaus auf. Und so wurden die Pfiffe immer lauter. Am Ende waren die Unmutsbekundungen von den Rängen so laut, dass selbst die Musik während der letzten Spielminute diese nicht übertönen konnte. Auch die Sicherheitskräfte mussten sich kurz vor der Tribüne aufbauen, damit niemand aufs Spielfeld stürmen konnte. Und die Mannschaften auf dem Feld? Die blieben davon unbeeindruckt und spielten ihren Nichtangriffspakt weiter runter.

RWE-Spieler Erwin Koen war daher angefressen. "Das Spiel war komisch", meinte der Ex-Essener, der wieder in seiner Heimat in den Niederlanden lebt. "Ich habe mit ein paar Fans gesprochen. Die kommen extra hierher, um Spaß zu haben. Das ist ja keine Champions League. Die Mannschaften sollen das sportlich lösen."

Was ihn vor allem ärgerte, dass durch dieses Spiel auch die Essener Anhänger auf den Rängen aufgebracht wurden. Koen sah da durchaus eine Mitschuld der Schalker und Bochumer Spieler. "Man muss nicht provozieren, dass in der Halle noch was passiert. Wenn wir nicht aufpassen, dann geraten die Fans nachher noch aneinander", monierte er. "Als Spieler haben wir da durchaus viel Einfluss drauf und da hätten die sich professioneller verhalten müssen. Dann schießt du halt 20 Mal daneben. Dann sieht es wenigstens nicht so aus, als ob es abgesprochen wäre."

Dagegen wehrte sich Ata Lameck, Teamchef der Bochumer, allerdings entscheidend. "Abgesprochen war das auf keinen Fall", sagte die VfL-Legende. "Die ersten Minuten ging es doch hin und her. Aber warum sollen wir dann drauf losstürmen und was riskieren? Im Nachhinein war das Spiel taktisch geprägt von beiden Mannschaften." Allerdingss schob er eine kleine Entschuldigung an die Rot-Weißen hinterher. "Es tut mir natürlich schon leid für RWE", sagte er. Um dann aber noch hinzuzufügen: "Aber sie hätten vielleicht vorher besser spielen müssen, dann wären sie vielleicht auch weiter gekommen."

RWE-Präsident Michael Welling fühlte sich bei dem Spiel an die Schande von Gijon erinnert und tat dies via Twitter kund: "Gijon reloaded in Mülheim - schäbbig", schrieb er. Für Schalkes Teamchef Olaf Thon war es nichts ungewöhnliches. "Dass Spiele mal Erinnerungen an 1982 hervorrufen, ist bei einem Turnier mit Vierergruppen nichts ungewöhnliches." Thon erinnerte an einen Vorschlag des Ex-Schalkers Klaus Fischer, den der ihm gleich nach dieser ominösen Partie genannt hatte: "Wenn ein Gruppenspiel unentschieden endet, dann soll man gleich ein Neunmeterschießen machen. Dann gibt es solche Probleme nicht."

Am Ende kam von Schalker Seite, die den Unmut auf den Rängen durchaus verstehen konnten, dann aber noch ein guter Hinweis zu dieser Situation: "Interessant wäre es gewesen zu sehen, wie sich Essen und Wattenscheid verhalten hätten, wenn es genau andersrum gewesen wäre."

Autor:

Kommentieren