Um diesen Wechsel gab es reichlich Gesprächsstoff: Am 27. Dezember stellte der KFC Uerdingen Kai Schwertfeger als ersten Sommerneuzugang vor.

KFC/WSV

Wechseltheater verärgert Kai Schwertfeger

Krystian Wozniak
06. Januar 2017, 19:26 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Um diesen Wechsel gab es reichlich Gesprächsstoff: Am 27. Dezember stellte der KFC Uerdingen Kai Schwertfeger als ersten Sommerneuzugang vor.

Beim Wuppertaler SV, dem aktuellen Arbeitgeber des ehemaligen Profis von Fortuna Düsseldorf, kam das gar nicht gut an. Zwar hatte Schwertfeger laut eigener Aussage WSV-Manager Manuel Bölstler noch am 20. Dezember vom Interesse aus Uerdingen unterrichtet, doch eine offizielle Anfrage des KFC an den WSV soll es nie gegeben haben. "Das war ein Alleingang des KFC Uerdingen und des Spielers. Fakt ist, dass wie nie eine offizielle Anfrage für Kai Schwertfeger erhalten haben. Zudem hat der KFC gegen die Transferregularien verstoßen. Laut den Statuten darf kein Spieler, der noch mindestens ein halbes Jahr bei einem Verein ist, schon bei einem anderen Klub unterschreiben - ohne Einverständnis des aktuellen Arbeitgebers. Am Ende ist doch Kai der Verlierer. Dass jetzt die Fans auf ihn zeigen, tut mir für ihn leid. Aber das passiert, wenn man sich so verhält, wie beim Wechsel zum KFC Uerdingen", erklärt Lothar Stücker, Finanzvorstand des WSV.

Dass Schwertfeger am 27. Dezember bei der Vorstellung noch mit einem KFC-Trikot in der Hand abgelichtet wurde, ist für Stücker eine Farce: "Das geht doch überhaupt nicht und ist eine große Provokation."[infobox-right]Anmerkung: Manuel Bölstler befindet sich aktuell im Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten und war für RevierSport telefonisch nicht erreichbar[/infobox]

Schwertfeger selbst versteht die Welt nicht mehr und fühlt sich zu ungerecht behandelt. Noch am Mittwochabend wurde in der aktuellen Stunde des WDR über den Wechsel Schwertfegers nach Uerdingen berichtet. "Da hat Herr Stücker gesagt, dass der WSV nichts von den Verhandlungen wusste. Das stimmt nicht", betont Schwertfeger und erläutert: "Herr Bölstler wusste, dass es ein Interesse an meiner Person gibt. Es gab sogar einen schriftlichen und telefonischen Verkehr zwischen Herrn Bölstler und dem Geschäftsführer des KFC, Herrn Nicolas Weinhart. Das ist zu belegen. Ich verstehe nicht, warum der WSV jetzt so tut, dass ich da heimlich einen Transfer durchgezogen haben soll. Das ist nicht wahr!"

Der 28-Jährige, der in der Hinrunde keine einzige Sekunde verpasste und in 19 Spielen zwei Tore erzielte sowie einen Treffer vorbereitete, wechselte im Sommer vom FC Hansa Rostock zum Wuppertaler SV, um wieder Spielpraxis zu sammeln und sich für neue Aufgaben zu empfehlen. Bölstler sprach damals von einer "Win-win-Situation". "Ja, das habe ich auch so gesehen. Dass jetzt der KFC anklopft und ich das Angebot eines aktuellen Fünftligisten annehmen, ist schnell erklärt: Aus meiner Sicht war die Abmachung so, dass ich bei jedem anderen Angebot gehen kann, nicht nur bei einer höherklassigen Offerte. Und das ist eben jetzt passiert. Ich hatte Anfang Dezember auch mit dem WSV über eine Vertragsverlängerung gesprochen, aber wir konnten uns finanziell nicht einigen. In Wuppertal bin ich aktuell nur geringfügig beschäftigt und erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung. Der KFC bietet mir derweil einen langfristigen Vertrag, da musste ich zuschlagen. Ich muss ja auch selbst schauen, wo ich bleibe", sagt Schwertfeger. Nach RS-Infos soll Schwertfeger beim KFC Uerdingen einen Kontrakt bis zum 30. Junin 2020 erhalten. Schwertfeger fügt hinzu: "Das mit dem Trikot ist echt blöd gelaufen. Das war sehr unglücklich. Ich wollte niemanden vor den Kopf stoßen oder provozieren."

Am Samstag startet der Wuppertaler SV in die Vorbereitung auf die Restrunde. Auch Schwertfeger wird mit dabei sein. Klar ist aber auch, was sich der Mittelfeldspieler für die nächsten Tage wünscht: "Ich hoffe, dass sich Herr Bölstler an seine Abmachung mit mir hält und mir keine Steine in den Weg legt."

Autor: Krystian Wozniak

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