Alessandro Schöpf kommt ganz normal daher zum Gespräch: Kurze Hose, weiße Turnschuhe, die Schnürsenkel sogar leicht geöffnet.

Schalke

So viele Kilometer spulen die S04-Profis ab

Manfred Hendriock
06. Januar 2017, 16:08 Uhr
Foto: Firo

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Alessandro Schöpf kommt ganz normal daher zum Gespräch: Kurze Hose, weiße Turnschuhe, die Schnürsenkel sogar leicht geöffnet.

Dabei ist er der Mann mit den Siebenmeilenstiefeln: Kein anderer Spieler in der gesamten Bundesliga ist in der Hinrunde dieser Saison im Schnitt so viel gelaufen wie der 22 Jahre alte Österreicher von Schalke 04. Woher das kommt? Schöpf muss nicht lange durchpusten, sondern nur schmunzeln: “Das wurde mir wohl auch vom lieben Gott in die Wiege gelegt.”

12,85 Kilometer läuft Alessandro Schöpf in jedem Spiel durchschnittlich - damit führt der Schalker die Tabelle der Kilometerfresser vor dem Gladbacher Mahmoud Dahoud (12,66 km) und dem Hamburger Lewis Holtby (12,54 km) an. “Dass ich ganz gut laufen kann, wusste ich auch vor der Saison”, sagt Schöpf. Aber die Auswertung der Zahlen, die er in der Winterpause schwarz auf weiß bekommen hat, ist dann doch noch einmal eine Bestätigung für ihn: “Ich versuche immer, ans Limit zu gehen. Deswegen kommen diese Werte zustande.”

Ganz rational betrachtet, hängt sein Laufergebnis auch mit der Position zusammen, die er auf dem Spielfeld einnimmt: Schöpf muss immer die rechte Außenbahn rauf- und runterlaufen - er ist damit sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive gefragt. Verschnaufpausen gibt es nicht: Wenn der Gegner den Ball hat, jagt er ihm hinterher, und wenn Schalke die Kugel erobert hat, schaltet er sich mit in den Angriff ein. “Diese Position ist sehr laufintensiv”, erklärt Schöpf. Auch sein Pendant auf der linken Seite, Sead Kolasinac, ist bei Schalke unter den laufstärksten Spielern zu finden: Der Bosnier liegt hinter Schöpf, Max Meyer (12,10 km) und Leon Goretzka (11,44 km) auf Rang vier (11,43 km). Aber Schöpf rennt eben alle in Grund und Boden.

Es liegt also wohl doch daran, dass der liebe Gott ihm gute Gene geschenkt hat, denn der österreichische Nationalspieler, den Schalke vor einem Jahr im Januar vom 1. FC Nürnberg geholt hat, versichert, dass er eigentlich nichts Besonderes macht, um so fit zu sein: “Zusatzschichten lege ich jedenfalls nicht ein, damit ich mehr laufen kann.” Wichtig ist für ihn aber so ein Trainingslager mit Schalke jetzt hier in Spanien, wo er sich die Grundlagen für die Rückrunde holt. Denn zum Ende der ersten Serie war Schöpf platt wie eine Flunder. “Wenn man so viel gelaufen ist, ist es normal, dass einem dann irgendwann die Spritzigkeit fehlt”, erklärt der 22-Jährige: “Die gilt es sich jetzt zurückzuholen, um beim Start wieder voll da zu sein.”

148,49 Kilometer hat Schöpf bei seinen 13 Bundesliga-Einsätzen in dieser Saison insgesamt zurückgelegt, bei einigen Spielen war er nicht über die komplette Distanz auf dem Platz. Und in den ersten drei Spielen verzichtete Markus Weinzierl sogar ganz auf den Mittelfeldspieler, der eigentlich in der Offensive zu Hause ist und auch schon drei Tore in der Bundesliga erzielt hat. Offenbar hat selbst Schalkes Trainer am Anfang nicht so recht gewusst, welchen Kilometerfresser er da in seinem Aufgebot hat.

Autor: Manfred Hendriock

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