Alle sind einig: Eine um 8 oder sogar 16 Mannschaften erweiterte Weltmeisterschaft wird die Qualität des Fußballs beeinträchtigen.

WM mit 40 oder 48 Mannschaften

4 Systeme stehen zur Debatte

Pit Gottschalk
06. Januar 2017, 15:54 Uhr
Foto: firo

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Alle sind einig: Eine um 8 oder sogar 16 Mannschaften erweiterte Weltmeisterschaft wird die Qualität des Fußballs beeinträchtigen.

Es wird Spiele geben, die keine Werbung für den Fußball sind - sondern unter dem Motto "Entwicklungshilfe" stehen. Man kann da jammern, wie man will, und seinen angeblichen Protest in Worte fassen. Aufzuhalten ist die WM-Reform wohl nicht mehr.

Wie der Sport-Informationsdienst berichtet, hat der der Fußball-Weltverband Fifa unter seinem Präsidenten Infantino ein Faktenpapier mit vier Varianten zur geplanten Aufstockung der WM-Endrunde von 32 auf 40 oder 48 Teilnehmer ab 2026 vorgelegt. Schon am Dienstagmorgen möchte das Fifa-Council über die Aufstockung beraten. Ein DFB-Vertreter ist nicht dabei, seit Ex-Präsident Wolfgang Niersbach aus dem Council zurückgetreten ist. Die Deutschen werden folglich hinnehmen müssen, was andere Länder, so wenig Ahnung dort auch vorhanden sein mag, über das größte Fußballturnier der Welt befinden. Vier Varianten stehen zur Diskussion.

Zunächst muss man entscheiden, wie viele Vorrundengruppen soll es geben. Bei 40 Mannschaften wären zum Beispiel acht Gruppen mit jeweils fünf Mannschaften denkbar. Bei 48 Mannschaften zwölf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Ebenso ist eine Art Vorqualifikation möglich, um mit 32 Teilnehmer im bekannten Modus eine Endrunde auszuspielen. Ein anderer Plan sieht 16 Gruppen mit jeweils drei Teilnehmern vor. DFB-Präsident Reinhard Grindel sieht bei allen Alternativen erhebliche Schwächen, die er beim SID wie folgt bewertet: 

Variante 1. "Bei der 40er-Variante mit acht Gruppen kommen nur die Gruppensieger weiter. Es würde am Ende der Gruppenphase also eine Vielzahl von Spielen geben, bei denen es nur noch um die Goldene Ananas gehen würde." 
Variante 2. "Bei der Alternative mit zehn Gruppen würden neben den Gruppenersten die sechs besten Gruppenzweiten in das Achtelfinale einziehen. Das könnte für einige der zweitplatzierten Teams Wartezeiten von bis zu vier Tagen bedeuten, ehe sie wissen, ob sie überhaupt weitergekommen sind."
Variante 3. "Die Playoff-Runde beim 48er-Modell würde das Turnier für die Hälfte der teilnehmenden Nationen um eine Woche verlängern und die Belastung für die Spieler somit erheblich erhöhen."
Variante 4. "Bei der Variante mit 16 Dreiergruppen müsste man wohl das Unentschieden abschaffen, um klare Ergebnisse zu haben und taktisches Verhalten im letzten Gruppenspiel zu vermeiden. Die in dieser Variante angedachte Einführung von Verlängerung und Elfmeterschießen bereits in der Gruppenphase halte ich zudem für problematisch."

In der WM-Geschichte wurden auch schon Vorrunden mit einer unterschiedlichen Zahl von Mannschaften in den Gruppen ausgespielt. Auch muss die Vorrunde nicht zwangsläufig in einem K.o.-System münden. Das Feld für Diskussion ist weit offen: Welches WM-System verspricht die größte Spannung? Was meinen Sie?

Autor: Pit Gottschalk

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