Ohne Fußball kann er nicht. Günter Abel ist natürlich schon wieder auf den Plätzen unterwegs, nach diesem Jahr, das wie eine Achterbahnfahrt für den 50-jährigen Fußballtrainer war.

Günter Abel

Beim FSV erlebte er alle Höhen und Tiefen

Thomas Kristaniak
30. Dezember 2016, 19:34 Uhr
Foto: Funke Foto Services

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Ohne Fußball kann er nicht. Günter Abel ist natürlich schon wieder auf den Plätzen unterwegs, nach diesem Jahr, das wie eine Achterbahnfahrt für den 50-jährigen Fußballtrainer war.

Einstieg beim FSV Duisburg fünf Spieltage vor Saisonende in der Landesliga, vier teilweise hochdramatische Spiele, dann am 5. Juni das entscheidende Duell vor 3500 Zuschauern im PCC-Stadion gegen den VfB Homberg: 60 Sekunden lang ist seine Mannschaft nach dem 3:2 durch Can Ucar Oberligist, dann drehen die Gastgeber den Rückstand in einen 4:3-Sieg und steigen auf. Dem FSV bleiben nur Frust und Enttäuschung, weil der 1. FC Kleve zeitgleich durch ein Siegtor in der Nachspielzeit noch vorbeizieht und die Relegationsspiele erreicht. Es folgt ein miserabler Start in die neue Saison, schließlich am 6. Oktober die Trennung.

Abels Gedanken gehen zurück an die Momente, als das große Ziel so nah ist. „Ich sehe mich nach dem 3:2 auf dem Platz stehen, wie ich zu unserem Kapitän Salih Altin sage: Halt die Jungs hinten! Das war für uns das fünfte von fünf Endspielen, wir mussten alles gewinnen. Und auch gegen Homberg hatten wir zunächst hinten gelegen, weshalb wir dann nur noch auf Offensive eingestellt haben. Das ist vielleicht die Begründung, warum wir nach dem Führungstor den Schalter nicht umlegen konnten.“

Der Rest ist Duisburger Fußball-Geschichte. Abwehrmann Ibrahim Er stand zum Einwechseln bereit, um bei der nächsten Unterbrechung die Deckung zu verstärken. Doch die nächste Unterbrechung war der Anstoß für den FSV nach dem Ausgleich durch den Homberger Edelreservisten Sebastian Santana, der den Umstand nutzte, dass die linke Abwehrseite der Gäste praktisch unbesetzt war. 20 Minuten blieben dem FSV noch, doch der Schlag saß zu tief. Marcel Kalski machte mit dem 4:3 in der 84. Minute alles klar.

„Zweifellos hatten wir fußballerisch die bessere Mannschaft auf dem Platz“, sinniert Günter Abel. Doch das verschworene Homberger Kollektiv behielt am Ende die Oberhand. Ausgerechnet der VfB, der sich ein Jahr zuvor von Abel nach dem Oberliga-Abstieg getrennt hatte: „Ich war so viele Jahre in Homberg, da fährt man doch nicht mit einem Hassgefühl dahin. Für uns war es eine tolle Geschichte, unter diesen Umständen zurückzukehren. Und die Entwicklung, die ich jetzt sehe, ist klasse. Da freut man sich auch als ehemaliger Verantwortlicher drüber.“
Die Entwicklung, die der FSV anschließend nahm, war nicht nach Abels Geschmack: „Wir wollten den Kader zusammenhalten. Als das nicht gelungen ist, hätte ich vielleicht sagen sollen: Da mache ich nicht mit. Aber da bin ich zu sportlich. Ich hatte das mit dem verpassten Aufstieg auch vermasselt, da wollte ich jetzt nicht weglaufen.“

Das neue Teamkonstrukt passte nicht, am Ende griffen die üblichen Automatismen. „Ich hatte mit Vereinschef Erol Ayar ein gutes Verhältnis, wir sind offen und ehrlich miteinander umgegangen. Der Trainerjob ist halt ein Tagesgeschäft.“ Eines, von dem er hofft, dass es ihm bald wieder eine Tätigkeit beschert: „Ich glaube, insgesamt habe ich mir keinen so schlechten Ruf erarbeitet.“

Autor: Thomas Kristaniak

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