Auf dem letzten Platz überwintert die TSG Sprockhövel in der Fußball-Regionalliga.

TSG Sprockhövel

Das rettende Ufer ist schon weit entfernt

Heiner Wilms
22. Dezember 2016, 22:07 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Auf dem letzten Platz überwintert die TSG Sprockhövel in der Fußball-Regionalliga.

Bis zur Winterpause gab es nur einen Sieg, und der Rückstand auf einen sicheren Platz ist schon beträchtlich. Aber es gab auch Positives.

Die Ausgangslage
Geplant war der Aufstieg der TSG Sprockhövel ganz sicher nicht. Mit einer extrem jungen Mannschaft galt es, in der Oberliga zunächst einmal den Klassenerhalt zu schaffen, wenngleich Trainer Andrius Balaika schon vor dem Start hatte durchblicken lassen, dass er seiner Mannschaft eine ganze Menge zutraute. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga hatte aber wohl auch der Litauer nicht ernsthaft gerechnet. Der Aufstieg ist dann irgendwie vom Himmel gefallen, obwohl der Klassensprung natürlich absolut verdient war, denn die TSG Sprockhövel war lange Zeit die Mannschaft, die in der Oberliga Westfalen eindeutig das Tempo vorgab.

Der Start
Dem ersten Regionalliga-Spiel der Vereinsgeschichte wurde mit großer Vorfreude entgegengefiebert. Ein 0:0 gegen Rödinghausen war dann auch ein ordentliches Ergebnis, die TSG hatte gleich im ersten Spiel den ersten Regionalliga-Punkt der Vereinsgeschichte eingefahren. Im zweiten Spiel wurde beim 0:5 in Ahlen zwar Lehrgeld gezahlt, doch unter dem Strich war der Start in Ordnung. Die TSG stand anfangs vor den ehemaligen Bundesligisten Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen. Der Klatsche gegen Ahlen folgen dann jeweils Unentschieden gegen den SC Verl (2:2 nach 2:0-Führung) und Alemannia Aachen (0:0). Von den ersten vier Saisonspielen wurde also nur eines verloren. Also gar keine schlechte Bilanz für den wohl krassesten Außenseiter der Liga.

Der Tiefpunkt Dazu zählen natürlich die „Köln-Spiele“. Innerhalb nur weniger Tage setzte es für die Sprockhöveler zwei ganz empfindliche Niederlagen. Mit einem 0:5 beim damaligen Tabellenführer Viktoria Köln hatte man ja rechnen können, doch zuvor hatte es vor heimischer Kulisse ebenfalls eine 0:5-Klatsche gegen die U23-Mannschaft des 1. FC Köln gegeben. Zwar standen auch die Kölner Amateure damals tief im Keller, doch die Spiele gegen die zweiten Mannschaften der Bundesligisten sind ja etwas Besonderes. Wenn die nämlich richtig wollen, hat man als TSG Sprockhövel keine Chance. Richtig weh getan haben dagegen die klaren Niederlagen gegen die unmittelbaren Konkurrenz – nämlich das schon erwähnte 0:5 gegen Ahlen, aber auch das 1:4 gegen die Sportfreunde Siegen.

Die Höhepunkte Auch die hat es gegeben, keine Frage. Da war zunächst einmal am vierten Spieltag der Saison die Partie auf dem Aachener Tivoli, wo die TSG in einem tollen Stadion ein 0:0 erkämpfte. „Jetzt wird uns noch einmal bewusst, was wir mit unserem Aufstieg erreicht haben“, sagte TSG-Trainer Andrius Balaika damals bei der Pressekonferenz nach der Partie. „Spiele in einer solchen Atmosphäre muss man genießen.“ Genossen haben die Sprockhöveler am 15. Oktober auch ihren Auftritt beim Bonner SC, der zu diesem Zeitpunkt noch die beste Heimmannschaft in der Regionalliga West war. Sprockhövel gewann durch die Tore von Finn Heiserholt und Max Claus mit 2:0 - der erste Sieg in der Regionalliga war perfekt. Zu den Höhepunkten zählte aber sicher auch die Partie gegen Rot-Weiss Essen an der Hafenstraße. Die 2:3-Niederlage nach zwei Treffern von Christopher Antwi-Adjej war aber mehr als ärgerlich.

Die Perspektiven
Die TSG tut gut daran, sich bei den Planungen für die neue Saison in erster Linie auf die Oberliga zu konzentrieren. Sollte der Klassenerhalt tatsächlich noch gelingen, käme das einem Wunder gleich. Aber Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder. Auch im Sport und vor allem im Fußball.

Autor: Heiner Wilms

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