Es waren zwei Fragen, die Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz zu seinen Verteidigern Sven Bender und Marc Bartra gestellt bekam.

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Bartra bekommt Unterstützung vom Trainer

21. Dezember 2016, 10:01 Uhr
Foto: firo

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Es waren zwei Fragen, die Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz zu seinen Verteidigern Sven Bender und Marc Bartra gestellt bekam.

Aber als der BVB-Trainer die zu „Manni“ beantwortet hatte, hätte er eigentlich nicht weiterreden müssen.

„Es wäre maximal verantwortungslos gewesen, Manni aufs Feld zu stellen. Es war klar, dass er eine Halbzeit spielen kann“, sagte Tuchel über den gebürtigen Rosenheimer und ergänzte: „Manni von Beginn an zu bringen und ihn in der Halbzeit rauszunehmen – das ist keine Option für einen Abwehrspieler.“ Zwischen den Zeilen darf das als herbe Kritik an Innenverteidiger Bartra ausgelegt werden.

Tuchel, unter dem Eindruck des enttäuschenden 1:1 (0:1) gegen den FC Augsburg, hatte mit dieser Aussage vermutlich nicht bewusst auf die Leistung des Spaniers angespielt. Denn für den 43-Jährigen hatte es in der Pause offensichtlich keine Alternative gegeben, als die Auswechslung nach 45 Minuten doch zu einer Option für einen Abwehrspieler werden zu lassen.

Das hieß aber auch: Den zuvor lange verletzten Bender zu bringen, war für den BVB-Trainer ein weitaus geringeres Risiko, als Bartra in der Innenverteidigung weiter das Vertrauen zu schenken. Denn sein Fehlpass und seine misslungene Abseitsfalle hatten zum Augsburger Führungstreffer geführt. Stellungsfehler, Passfehler, verlorene Zweikämpfe – es war erneut ein rabenschwarzer Abend für den spanischen Nationalspieler.

Sein Trainer Tuchel mag dankbar gewesen sein dafür, dass es noch eine zweite Frage gegeben hatte. Denn diese animierte den Trainer der Borussen dazu, doch noch etwas über den Spanier zu sagen. „Es ist für Marc sehr schwer. Er will sehr viel“, fing Tuchel an und führte weiter aus: „Diese Intensität des Trainings, aber auch die Intensität des Spiels in der Bundesliga ist er nicht gewöhnt. Es ist ein Anpassungsprozess, der dauert. Es kommen sprachliche Probleme dazu, es sind Eingewöhnungsprozesse, das ist ganz normal.“

Und dann brach er eine Lanze für den Sommer-Zugang, der vom FC Barcelona gekommen war: „Er ist wahnsinnig ehrgeizig und ein sehr aufgeschlossener Mensch, der alles sofort perfekt können will und sich wahnsinnig Gedanken macht, wenn das nicht alles klappt.“ Der 25-Jährige müsse sich erst noch an seine Rolle beim Vizemeister gewöhnen: „Wir müssen anerkennen, dass Marc es nicht gewöhnt ist, alle drei Tage zu spielen und für das Spiel die absolute Verantwortung zu tragen.“

Insbesondere, wenn er den Anforderungen nicht gerecht wird, und das war in dieser Saison häufig der Fall, wirke sich das auf sein Spiel aus: „Das sieht dann manchmal etwas verkrampft, etwas überambitioniert aus, aber es steckt immer ein guter Kern, eine gute Absicht dahinter. Deshalb kriegt er weiterhin unsere volle Unterstützung.“

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