Der SC Hassel hat am Sonntag nach dem 2:2 gegen den TSV Marl-Hüls bekanntgegeben, dass Thomas Falkowski auch in der nächsten Saison Trainer des Fußball-Oberligisten sein wird.

SC Hassel

"Viele Signale für eine positive Zukunft"

Christoph Winkel
19. Dezember 2016, 19:24 Uhr
Foto: Ralf Haselbach

Foto: Ralf Haselbach

Der SC Hassel hat am Sonntag nach dem 2:2 gegen den TSV Marl-Hüls bekanntgegeben, dass Thomas Falkowski auch in der nächsten Saison Trainer des Fußball-Oberligisten sein wird.

Der 33-Jährige hat seinen Vertrag trotz einiger Querelen im Verein um ein weiteres Jahr verlängert. Im WAZ-Interview spricht der SC-Trainer über seine Gründe, schlaflose Nächte und Angebote anderer Vereine.

Am Sonntag wurde Ihre Vertragsverlängerung bekanntgegeben. Dazu wurde eine Pressemitteilung verlesen. Warum haben Sie die Fans im gut besuchten Vereinsheim nicht persönlich informiert?
Es geht in erster Linie um den Verein SC Hassel und nicht um mich. Ich wollte mich nach der sehr turbulenten Woche, die hinter dem Verein lag, nicht in den Vordergrund drängen. Eine Vertragsverlängerung mit seinem Trainer ist in meinen Augen Vereinssache.

Ihre Entscheidung haben Sie nach einigen schlaflosen Nächten getroffen. Haben Sie am Sonntag besser geschlafen als in den vergangenen Tagen?
Ja, definitiv. Ich hätte aber noch besser geschlafen, wenn wir gegen den TSV Marl-Hüls drei Punkte geholt hätten. Aber natürlich bin ich froh, dass meine Entscheidung jetzt bekannt ist und wir uns wieder um die ganz normalen Dinge kümmern können, die in einer Oberliga-Mannschaft anfallen.

War Ihre Entscheidung letztendlich doch eine Bauchentscheidung?
Nach einem wirklich guten Gespräch mit Bruno Piotrowski am Mittwoch habe ich noch mit einigen anderen Verantwortlichen des Vereins gesprochen. Ich habe viele positive Signale bekommen, dass wir zuversichtlich in die Zukunft schauen können. Denn eines ist klar: Bruno Piotrowski muss erstmal ersetzt werden.

Welche Rolle hat der Hauptverein bei Ihrer Entscheidung gespielt?
Ich habe mit dem Vorsitzenden Rainer Knaup telefoniert, auch mit unserem stellvertretenden Abteilungsleiter Dirk Teimel. Beide haben mir versichert, dass sie die Zusammenarbeit mit mir sehr gerne fortsetzen möchten. Außerdem haben sie gesagt, dass sich die Mannschaft keine Sorgen um die Zukunft machen muss. Die Abmachungen, die mit den Spielern getroffen wurden, werden eingehalten.

Die Fans haben am Sonntag gejubelt, als feststand, dass Sie weitermachen. Ein Fan hat sogar gesagt, dass er sonst ausgetreten wäre. Was bedeutet Ihnen das?
Das ehrt und freut mich sehr. Die Fans, die regelmäßig zu unseren Spielen kommen, haben ein feines Gespür. Sie wissen, dass ich ein Trainer bin, der alles für den maximalen Erfolg gibt. Das honorieren sie.

Sogar der Kreisvorsitzende Christian Fischer hat sich in der vergangenen Woche dafür stark gemacht, dass in Hassel Entscheidungen getroffen werden müssen, um Sie von einem Verbleib zu überzeugen. Dass Christian Fischer eine hohe Meinung von meiner Arbeit hat, freut mich ebenfalls.
Wenn sich der Kreisvorsitzende über das Aushängeschild im Fußballkreis sorgt, dann wäre es aber auch toll, wenn er uns unterstützt, endlich einen Kunstrasenplatz zu bekommen. Ich sage es, wie es ist: Ein Kunstrasen ist für uns Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Kein Oberligist muss im Winter auf Asche trainieren. Ich bin sicher, dass ich diese Bitte auch im Namen unseres Platznachbarn YEG Hassel ausspreche.

Am 16. Januar wird die neue Abteilungsleitung gewählt. Wissen Sie schon, wer künftig Ihr erster Ansprechpartner sein wird?
Nach meiner Kenntnis sollen unser aktueller Jugendleiter Jörg Böving und unser Teammanager Jörg Giller die Abteilung verantworten. Sie wollen ein großes Team um sich aufbauen. Sollten beide im Januar gewählt werden, liegt auf jeden Fall viel Arbeit vor ihnen. Die neue Saison muss jetzt geplant werden. Wir brauchen Sicherheit.

Sie haben am Sonntag gesagt: „Ich vertraue den Leuten im Verein und erwarte, dass alle an einem Strang ziehen.“
In erster Linie erwarte ich, dass alle das Beste für den SC Hassel geben. Und ich erwarte eine bedingungslose Unterstützung bei der Arbeit, die wir in unserem Team leisten. Aber das stimmt, ich vertraue ihnen.

Welche Spieler haben schon Signale gegeben, dass Sie bleiben möchten.
Namen möchte ich nicht nennen, aber das Gerüst der Mannschaft würde beim SC Hassel bleiben, wenn im nächsten Schritt vernünftige Gespräche mit den Verantwortlichen des Vereins folgen. Auch das war einer von vielen Gründen, die zu meiner Entscheidung beigetragen haben.

Auch Co-Trainer Vehbija Hodzic bleibt in Hassel.
Er hat sofort zugesagt. Vehbija ist ein absoluter Fachmann, ich vertraue ihm zu 100 Prozent. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber das müssen wir auch nicht sein. Wir sind ein super Team geworden.

Hand aufs Herz: Gab es ernsthafte Anfragen anderer Klubs?
Ja, die gab es. Ich habe auch gute Gespräche geführt. Gleichzeitig habe ich aber immer betont, dass der SC Hassel mein erster Ansprechpartner ist. Am Sonntagmorgen habe ich beide an mir interessierten Vereine darüber informiert, dass ich in Hassel bleiben werde. Auch die Gespräche waren gut. Es ist immer wichtig, offen und ehrlich zu sein.

Autor: Christoph Winkel

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